Am Mittwoch drehte das Währungspaar EUR/USD zugunsten des US-Dollar und begann eine neue Abwärtsbewegung in Richtung des Fibonacci-Niveaus von 127,2 % bei 1,1440. Ein Rückprall von diesem Niveau würde heute den Euro begünstigen und eine Wiederaufnahme des Anstiegs in Richtung des Korrekturniveaus von 100,0 % bei 1,1577 unterstützen. Eine Konsolidierung unterhalb der Marke von 1,1440 würde es den Tradern ermöglichen, mit einem weiteren Rückgang in Richtung der Niveaus von 1,1374 und 1,1282 zu rechnen.
Die Wellenstruktur im Stundenchart bleibt klar erkennbar. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das Tief der vorherigen Welle unterschritten, während die letzte Aufwärtswelle nicht in der Lage war, das vorherige Hoch zu durchbrechen. Damit bleibt der Trend aktuell „bearish“. Die Maßnahmen von Donald Trump im Nahen Osten haben umfangreiche Militäroperationen in der Region ausgelöst, an denen Dutzende von Ländern beteiligt sind. Diese haben dem Dollar ermöglicht – und ermöglichen es weiterhin –, sich als „sicherer Hafen“ zu stärken.
Am Mittwoch hat das FOMC die Ergebnisse seiner März-Sitzung zusammengefasst. Die Marktteilnehmer erfuhren von einer deutlichen Stimmungswende der US-Notenbank in die entgegengesetzte Richtung zu weiterer geldpolitischer Lockerung. Aufgrund des kräftigen Anstiegs der Öl- und Gaspreise rechnet die Fed im Jahr 2026 mit einer höheren Inflation, was Erwartungen auf eine baldige Zinssenkung verhindert. Auf der Pressekonferenz machte Jerome Powell klar, dass die Notenbank versucht, beiden Mandaten gerecht zu werden: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Die Entscheidung, vorerst auf Zinssenkungen zu verzichten, zeigt jedoch, dass für das FOMC die Inflationsbekämpfung Vorrang hat. Gestern erhielten die Händler eine Antwort auf die Frage, ob die US-Notenbank den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft zusätzlich stimulieren werde. Die Antwort: nein. Die Inflation könnte sich weltweit in den kommenden Monaten beschleunigen, und die USA bilden hier keine Ausnahme. Nun ist entscheidend, zu verstehen, auf welche Niveaus der Verbraucherpreisindex steigen wird und welche Notenbanken nicht über Zinssenkungen oder eine Beibehaltung des aktuellen Niveaus nachdenken, sondern über Zinserhöhungen. In wenigen Stunden werden die Ergebnisse der EZB-Sitzung bekannt gegeben, die den Bullen endlich etwas Erleichterung verschaffen könnten. Die Fed hat einen „hawkisheren“ Kurs eingeschlagen, und die EZB könnte nachziehen. Für die Eurozone stellt das Problem hoher Energiepreise ein noch größeres Thema dar als für die USA, da der Großteil der Energierohstoffe importiert wird.
Im 4-Stunden-Chart drehte das Paar zugunsten des Euro und konsolidierte sich oberhalb des Fibonacci-Levels von 100,0 % – 1,1474. Damit kann die Aufwärtsbewegung in Richtung des nächsten Korrekturlevels von 76,4 % – 1,1617 anhalten. Eine Konsolidierung unterhalb von 1,1474 würde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs hin zum nächsten Fibonacci-Level von 127,2 % – 1,1310 erhöhen. Der abwärtsgerichtete Trendkanal signalisiert weiterhin die vollständige Dominanz der Bären. Auf keinem Indikator sind sich abzeichnende Divergenzen zu beobachten.
Commitments of Traders (COT)-Report:
In der letzten Berichtswoche schlossen professionelle Händler 28.900 Long-Positionen und eröffneten 2.454 Short-Positionen. Die Stimmung der Gruppe der „Non-commercial“ bleibt dank Donald Trump und seiner Politik zwar „bullish“, doch in den vergangenen Wochen konnten wir eine aktive Reduzierung der Long-Positionen beobachten. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Kontrakte liegt nun bei 266.000, während die Short-Positionen 160.000 erreichen. Die Bullen verfügen weiterhin über einen deutlichen Vorteil, verlieren diesen jedoch rapide.
Insgesamt betrachten große Marktteilnehmer den Euro langfristig weiterhin mit beträchtlichem Respekt. Natürlich wirken sich verschiedene globale Ereignisse – an denen es in den letzten Jahren keinen Mangel gab – in unterschiedlicher Weise auf die Investoren aus. Derzeit richtet sich der Fokus des Marktes auf den Nahen Osten, wo sich der Krieg weiter zuspitzt und geografisch ausweitet. Daher wird der Wechselkurs von Euro und Dollar kurzfristig nicht von der Geldpolitik der Fed oder von Konjunkturdaten abhängen, sondern vom Krieg im Iran. Und momentan profitiert der Dollar am stärksten von dieser Situation.
Wirtschaftskalender für die USA und die Eurozone:
USA – Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (12:30 UTC)Eurozone – Zinsentscheidung der EZB (13:15 UTC)Eurozone – Pressekonferenz von Christine Lagarde (13:45 UTC)USA – Verkäufe neuer Häuser (14:00 UTC)Am 19. März enthält der Wirtschaftskalender vier Einträge, von denen zwei von Bedeutung sind. Der Einfluss des Nachrichtenhintergrunds auf die Marktstimmung am Donnerstag kann vorhanden sein, dürfte aber kaum stark ausfallen.
EUR/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:
Verkäufe des Paares waren nach einem Schlusskurs unter 1,1577 mit Ziel bei 1,1440 möglich. Das Ziel wurde erreicht. Neue Short-Positionen sind nach einer Konsolidierung unterhalb von 1,1440 mit Zielen bei 1,1374 und 1,1282 möglich. Long-Positionen können eröffnet werden, falls der Kurs vom Niveau 1,1440 nach oben abprallt, mit Ziel bei 1,1577.
Die Fibonacci-Levels werden im Stundenchart von 1,1577–1,2082 und im 4-Stunden-Chart von 1,1474–1,2082 aus gemessen.