EUR/USD-Überblick. 20. März. Die Fed hat ihre aktuelle Position gegenüber dem Markt klargestellt

Das Währungspaar EUR/USD bewegte sich am Donnerstag über weite Strecken kaum. Dennoch sorgte die EZB-Sitzung für ein nachvollziehbares Wachstum. Die stärksten Marktbewegungen fanden erneut während der amerikanischen Handelssitzung statt, nachdem das Paar am Vortag nach den in gewisser Weise vorhersehbaren, aber dennoch überraschenden Ergebnissen der Fed-Sitzung gefallen war.

Zur Erinnerung: Die jüngsten Daten zum Arbeitsmarkt und zur Arbeitslosigkeit in den USA blieben hinter den Erwartungen zurück. Die Zahlen ließen nicht den Schluss zu, dass sich der Arbeitsmarkt nach drei Zinssenkungen durch die Fed zu erholen begonnen hätte. Diese Berichte gaben keinen klaren Hinweis auf eine Stimmungsänderung im FOMC. Allerdings ist vor dem Hintergrund der schwachen Arbeitsmarkt- und Arbeitslosenzahlen nun eine beschleunigte Inflation in naher Zukunft nahezu garantiert. Letztlich ist die Inflation zur Priorität der Fed geworden. „Dovish“ Erwartungen wurden zurückgedrängt, die Zinsen blieben unverändert, und nun plant die Fed bis Ende 2026 maximal eine Zinssenkung. Damit hat der Dollar erneut dort Unterstützung erhalten, wo es sie womöglich gar nicht hätte geben sollen.

Die US-Inflation wird sich in naher Zukunft aus zwei Gründen erhöhen. Erstens hat der Produzentenpreisindex vier Monate in Folge die Prognosen übertroffen und steigt weiter an. Im Monatsvergleich lag er im Februar bei 0,7 %, im Jahresvergleich erreichte er 3,4 %. Wenn die Erzeuger ihre Preise schneller anheben, als der Markt erwartet, bedeutet dies, dass auch die Verbraucherpreise schneller steigen werden als prognostiziert. Und das, wohlgemerkt, ohne den starken Sprung der Energiepreise zu berücksichtigen – der jüngste PPI-Bericht bezog sich auf den Februar, als es noch keinen Konflikt im Nahen Osten gab und die Energiepreise auf Niveaus lagen, von denen wir derzeit nur träumen können.

Was die Fed betrifft, so stand die Zentralbank diesmal vor der Wahl, entweder den Arbeitsmarkt und die Konjunktur zu stützen oder die Inflation zu bekämpfen. Jerome Powell erklärte, dass Preisstabilität neben Vollbeschäftigung weiterhin das vorrangige Ziel der Fed bleibt, doch wenn die Zentralbank ihren Kurs strafft, deutet dies darauf hin, dass die Inflation für sie einen Tick wichtiger ist. Was lässt sich noch hinzufügen? Stephen Miran stimmte erneut für eine Zinssenkung, diesmal allerdings als Einziger. Im Grunde überrascht das nicht. Christopher Waller und Michelle Bowman sind als Kandidaten für den Vorsitz der Fed nicht mehr im Rennen, sodass es keinen Grund mehr gibt, Trump bei jeder Sitzung entgegenzukommen. Wir bezweifeln, dass Bowman und Waller künftig, insbesondere 2026, bereit sein werden, Trumps Position zu unterstützen – ungeachtet ihrer „republikanischen Wurzeln“.

In Zukunft werden daher bei jeder Sitzung wohl nur zwei Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses bereit sein, für eine Lockerung zu stimmen: möglicherweise Kevin Warsh und mit Sicherheit Miran. Für die übrigen Gouverneure wird die Inflationsbekämpfung Vorrang haben. Natürlich könnte Trump einen neuen Feldzug starten, diesmal gegen die Fed. Bislang ergibt das jedoch kaum Sinn. Es ist ihm nicht gelungen, Jerome Powell zu entlassen. Es ist ihm nicht gelungen, Lisa Cook zu entlassen. Und es ist ihm nicht gelungen, ein anderes FOMC-Mitglied auf seine Seite zu ziehen.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD in den letzten fünf Handelstagen beträgt mit Stand 20. März 104 Pips und wird damit als „durchschnittlich“ eingestuft. Wir erwarten, dass das Paar am Freitag in einer Spanne zwischen 1,1456 und 1,1664 gehandelt wird. Der obere lineare Regressionskanal hat sich abgeflacht, was auf eine mögliche Trendumkehr hindeutet. Der CCI-Indikator ist erneut in den überverkauften Bereich eingetreten und hat eine „bullische“ Divergenz ausgebildet, was wiederum auf ein mögliches Ende des Abwärtstrends hinweist.

Nächste Unterstützungsniveaus:

S1 – 1,1475

S2 – 1,1353

S3 – 1,1230

Nächste Widerstandsniveaus:

R1 – 1,1597

R2 – 1,1719

R3 – 1,1841

Handelsempfehlungen:

Das Währungspaar EUR/USD setzt seine Abwärtsbewegung fort, die nicht mehr wie eine bloße Korrektur aussieht. Das übergeordnete fundamentale Umfeld bleibt für den Dollar äußerst negativ. Allerdings konzentriert sich der Markt seit mehreren Wochen ausschließlich auf die Geopolitik, wodurch alle anderen Faktoren in den Hintergrund treten. Befindet sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, können Short-Positionen mit Kurszielen bei 1,1456 und 1,1353 in Betracht gezogen werden. Oberhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts bleiben Long-Positionen mit Zielen bei 1,1963 und 1,2085 relevant, wofür sich jedoch das geopolitische Umfeld verbessern müsste.

Erläuterungen zu den Abbildungen:Unterstützungs- und Widerstandsniveaus (resistance/support) – dicke rote Linien, an denen die Kursbewegung enden kann. Dies sind keine Quellen für Handelssignale.Kijun-sen- und Senkou-Span-B-Linien – Linien des Ichimoku-Indikators, die aus dem 4-Stunden-Chart in den Stundenchart übertragen wurden. Dies sind starke Linien.Extremum-Niveaus – dünne rote Linien, von denen der Kurs zuvor abgeprallt ist. Dies sind Quellen für Handelssignale.Gelbe Linien – Trendlinien, Trendkanäle und alle anderen technischen Formationen.Indikator 1 in den COT-Charts – die Größe der Netto-Position jeder Händlerkategorie.