Das Währungspaar EUR/USD verzeichnete am Donnerstag einen recht starken Aufwärtsimpuls, der mehr Fragen aufwarf, als er bestehende beantwortete. Die EZB traf gestern keine bedeutenden Entscheidungen und signalisierte auch keine mögliche Straffung der Geldpolitik im Jahr 2026, dennoch legte die europäische Währung deutlich zu. Womit hing das zusammen? Möglich ist, dass wir lediglich eine Schwungbewegung innerhalb einer Korrektur gesehen haben, denn der übergeordnete Abwärtstrend des Euro hält bereits seit anderthalb Monaten an. Der Markt könnte die angehobenen Inflationsprognosen für das laufende Jahr als Hinweis auf eine mögliche Straffung der Geldpolitik interpretiert haben. Alternativ könnte es sein, dass der geopolitische Faktor seinen Nutzen für Trader und den Dollar weitgehend ausgespielt hat. Die absteigende Trendlinie wurde durchbrochen, sodass aus technischer Sicht ein Aufwärtstrend beginnt. Wir unterstützen die Aufwärtsbewegung des Paares voll und ganz, doch derzeit ist es entscheidend zu verstehen, ob der geopolitische Faktor weiterhin Einfluss auf den Markt ausüben wird.
5M-Chart des EUR/USD-PaaresIm 5-Minuten-Chart wurden am Donnerstag eine ganze Reihe von Handelssignalen gebildet. Während der gesamten europäischen Sitzung bewegte sich das Paar seitwärts, generierte jedoch dennoch ein Kaufsignal im Bereich von 1,1455–1,1474. Bereits eine Stunde später wurde das nächstgelegene Ziel – die Zone von 1,1527–1,1531 – erreicht. Der Kurs prallte dort zweimal ab, bevor er nach oben ausbrach. Damit erhielten Anfänger zunächst ein falsches Verkaufssignal (das jedoch keinen Verlust verursachte, da sich der Kurs noch 15 Pips in die richtige Richtung bewegte) und anschließend ein Kaufsignal, das zu einem Gewinn von etwa 50 Pips führte.
Wie man am Freitag handelt:Im Stundenchart ist der Abwärtstrend beendet, dennoch könnte es sich nur um eine einfache Aufwärtskorrektur handeln. Anfang 2026 hat der langfristige Aufwärtstrend wieder eingesetzt, daher rechnen wir weiterhin mit einem neuen mittelfristigen Anstieg des Euro. Das übergeordnete fundamentale Umfeld bleibt für den US-Dollar sehr schwierig, was durch Daten zum Arbeitsmarkt, BIP und zur Arbeitslosigkeit bestätigt wird. Im Moment stehen für den Markt jedoch vor allem Geopolitik und Inflation im Vordergrund.
Am Freitag können Einsteiger Short-Positionen in Betracht ziehen, wenn sich der Kurs unterhalb der Zone von 1,1584–1,1591 festigt (oder von unten an dieser Zone abprallt). Die Ziele lägen dann bei 1,1527–1,1531 und 1,1474. Ein Abprall von der Zone 1,1527–1,1531 oder eine Konsolidierung oberhalb der Zone 1,1584–1,1591 eröffnet dagegen die Möglichkeit, Long-Positionen einzugehen.
Im 5-Minuten-Chart sollten folgende Marken beachtet werden: 1,1267–1,1292, 1,1354–1,1363, 1,1413, 1,1455–1,1474, 1,1527–1,1531, 1,1584–1,1591, 1,1655–1,1666, 1,1745–1,1754, 1,1830–1,1837 und 1,1899–1,1908. Am Freitag sind weder in der Eurozone noch in den USA wichtige Veröffentlichungen geplant, was eine Abwärtskorrektur des Kurses begünstigen könnte.
Grundprinzipien des Handelssystems:Die Stärke eines Signals wird durch die Zeit bestimmt, die zu seiner Bildung (Abprall oder Ausbruch) benötigt wird. Je weniger Zeit dafür erforderlich ist, desto stärker das Signal.Wenn an einem bestimmten Niveau auf Basis von Fehlsignalen zwei oder mehr Trades eröffnet wurden, sollten alle weiteren Signale von diesem Niveau ignoriert werden.In einer Seitwärtsphase kann jedes Währungspaar viele oder gar keine Fehlsignale erzeugen. In jedem Fall ist es ratsam, bei ersten Anzeichen einer Seitwärtsbewegung den Handel einzustellen.Trades werden in der Zeitspanne zwischen Beginn der europäischen Sitzung und der Mitte der US-Sitzung eröffnet; danach sollten alle Positionen manuell geschlossen werden.Im Stundenchart ist es vorzuziehen, Signale des MACD-Indikators nur dann zu handeln, wenn eine gute Volatilität und ein Trend vorliegen, der durch eine Trendlinie oder einen Trendkanal bestätigt wird.Wenn zwei Niveaus zu dicht beieinander liegen (5–20 Pips Abstand), sollten sie als Unterstützungs- bzw. Widerstandszone betrachtet werden.Bewegt sich der Kurs 15 Pips in die richtige Richtung, sollte der Stop-Loss auf Break-even nachgezogen werden.Worauf man in den Charts achten sollte:Unterstützungs- und Widerstandsniveaus sind Kursmarken, die beim Eröffnen von Kauf- oder Verkaufspositionen als Ziele dienen. Take-Profit-Orders können in ihrer Nähe platziert werden.
Rote Linien stellen Kanäle oder Trendlinien dar, die den aktuellen Trend zeigen und angeben, in welche Richtung es derzeit vorzugsweise zu handeln gilt.
Der MACD-Indikator (14,22,3) – Histogramm und Signallinie – ist ein unterstützender Indikator, der ebenfalls als Signallieferant genutzt werden kann.
Wichtige Reden und Veröffentlichungen (sie sind stets im Wirtschaftskalender aufgeführt) können die Bewegung des Währungspaares deutlich beeinflussen. Daher sollte während ihrer Veröffentlichung mit größter Vorsicht gehandelt oder der Markt ganz verlassen werden, um plötzliche Kursumkehrungen gegen die vorangegangene Bewegung zu vermeiden.
Anfänger im Forex-Markt sollten sich bewusst sein, dass nicht jeder Trade profitabel sein kann. Eine klar definierte Strategie und ein effektives Money-Management sind der Schlüssel zu langfristigem Erfolg im Handel.