Überblick über das Währungspaar GBP/USD. Wochenausblick. Einkaufsmanagerindizes und britische Inflation

Das Währungspaar GBP/USD ist am Freitag deutlich gefallen, ohne dass konkrete Nachrichten diese Bewegung ausgelöst hätten. Noch am Donnerstag hatte die Bank of England einen restriktiven Kurs signalisiert, und zum ersten Mal seit Langem zeigte sich das Pfund wieder stark. Doch bereits am Freitag geriet es erneut unter Druck, und niemand weiß, was in der kommenden Woche passieren wird. Wie bereits erwähnt, bleibt das Hauptthema am Devisenmarkt die Geopolitik. Am Samstag erklärte Donald Trump seine Bereitschaft, die Energieinfrastruktur Irans anzugreifen, falls Teheran die Straße von Hormus nicht innerhalb von 48 Stunden freigibt. Am Sonntag reagierte Iran mit der Ankündigung, im Falle eines Angriffs auf seinen Energiesektor Energie- und IT-Einrichtungen in der Region zu attackieren. Teheran warnte, dass der gesamte Nahe Osten in diesem Fall in einen kompletten Blackout gestürzt würde – ohne Wasser- und Internetzugang. Wie wir sehen, gibt es derzeit keinerlei Anzeichen für eine Deeskalation des Konflikts.

Da die kommende Woche voraussichtlich überwiegend negative geopolitische Nachrichten bringen wird, könnte der makroökonomische Hintergrund erneut in den Hintergrund gedrängt werden. Unter den aktuellen Umständen sehen wir keinen Grund, den Fokus auf Konjunkturdaten zu legen, da die Wahrscheinlichkeit bei 90 % liegt, dass sie vom Markt kaum beachtet werden. Dennoch möchten wir die Aufmerksamkeit der Trader auf die wichtigsten Daten lenken. Vielleicht legen Teheran und Washington während der Veröffentlichungszeiträume eine Pause ein, sodass der Markt seinen Fokus vorübergehend wieder auf makroökonomische Faktoren richtet.

Am Dienstag werden die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor für März veröffentlicht. Es ist gut möglich, dass die Geschäftstätigkeit deutlich nachlässt, allerdings auf globaler Ebene und nicht nur in der EU oder im Vereinigten Königreich. Die Frage ist, wo der Rückgang am stärksten ausfallen wird. Am Mittwoch folgt der Inflationsbericht für das Vereinigte Königreich für Februar, doch im Februar hatte der Konflikt im Nahen Osten noch nicht begonnen. Daher ist es unrealistisch, für diesen Monat mit einem Inflationssprung zu rechnen. Die Bank of England hat ohnehin bereits signalisiert, dass sie in den Quartalen zwei und drei mit einem Anstieg der Inflation rechnet, was den Verbraucherpreisindex für Februar etwas in den Hintergrund rückt. Alle interessieren sich dafür, wie stark die Inflation im März und in den folgenden Monaten anziehen wird.

In den verbleibenden zwei Tagen der Woche werden im Vereinigten Königreich und in den USA mehrere „Zweitlinien“-Berichte veröffentlicht, die voraussichtlich nur wenig Beachtung finden dürften. In den nächsten fünf Tagen werden die Bewegungen am Devisenmarkt leider erneut in hohem Maße von geopolitischen Ereignissen abhängen. Je schlechter die Nachrichten aus dem Nahen Osten ausfallen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Anstiegs des US-Dollar.

Aus technischer Sicht konnte sich das GBP/USD-Paar am Donnerstag zwar über der gleitenden Durchschnittslinie etablieren, fiel jedoch am Freitag wieder darunter. Die Geopolitik kann ganz unterschiedliche Kursbewegungen auslösen, die nicht unbedingt mit dem technischen Bild im Einklang stehen.

Die durchschnittliche Volatilität des GBP/USD-Paares betrug in den letzten 5 Handelstagen 138 Pips, was für dieses Paar als „hoch“ gilt. Daher erwarten wir am Montag, dem 23. März, eine Bewegung innerhalb der Spanne, die durch die Marken 1,3202 und 1,3478 begrenzt wird. Der obere lineare Regressionkanal ist seitwärts gedreht, was auf eine mögliche Trendumkehr hindeutet. Der CCI-Indikator ist zweimal in die überverkaufte Zone eingetreten und warnt damit zusätzlich vor einem möglichen Ende der Korrektur sowie der Bildung einer „bullischen“ Divergenz.

Nächste Unterstützungsniveaus:

S1 – 1,3306

S2 – 1,3184

S3 – 1,3062

Nächste Widerstandsniveaus:

R1 – 1,3428

R2 – 1,3550

R3 – 1,3672

Handelsempfehlungen:

Das GBP/USD-Paar befindet sich nun seit anderthalb Monaten in einer Korrekturphase, doch der langfristige Ausblick hat sich nicht geändert. Die Politik von Trump wird weiterhin Druck auf die US-Wirtschaft ausüben, weshalb wir 2026 nicht mit einer Aufwertung der US-Währung rechnen. Daher bleiben Long-Positionen mit Zielen bei 1,3916 und höher relevant, solange sich der Kurs über dem gleitenden Durchschnitt befindet. Befindet sich der Kurs unter der Linie des gleitenden Durchschnitts, können kleine Short-Positionen in Betracht gezogen werden, mit Zielen bei 1,3202 und 1,3184, basierend auf geopolitischen Faktoren. In den letzten Wochen haben sich nahezu alle Nachrichten und Ereignisse gegen das Pfund Sterling gerichtet, was zu einer verlängerten Korrekturphase geführt hat.

Erklärungen zu den Illustrationen:

Lineare Regressionkanäle helfen, den aktuellen Trend zu identifizieren. Zeigen beide in dieselbe Richtung, deutet dies auf einen starken Trend hin;

Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, geglättet) bestimmt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die derzeit gehandelt werden sollte;

Murray-Level sind Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen;

Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen einen wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar auf Basis der aktuellen Volatilitätswerte in den nächsten 24 Stunden bewegen wird;

Ein Eintritt des CCI-Indikators in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) signalisiert, dass eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung näher rückt.