Bitcoin hat nach einer einmonatigen Seitwärtsphase eine Art Rally gestartet und sie sofort wieder beendet. Im Tages-Chart ist klar zu erkennen, dass die aktuelle Aufwärtsbewegung nur eine schwache Korrektur darstellt und sich darunter ein Liquiditätspool befindet, den der Kurs mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 90 % erneut anlaufen dürfte. Im 4-Stunden-Chart sieht man, wie langsam Bitcoin steigt – sofern man überhaupt von einem Anstieg sprechen kann. Ein schneller, scharfer Einbruch und nur langsame, kleine Zugewinne sind klassische Anzeichen eines Abwärtstrends. Unsere Einschätzung bleibt daher unverändert: Der Abwärtstrend ist nicht beendet, der Markt befindet sich lediglich in einer Pause.
Währenddessen hat Donald Trump dem Iran ein weiteres Ultimatum gestellt. Sollte Teheran die Straße von Hormus nicht innerhalb von 48 Stunden (die heute ablaufen) wieder öffnen, werden die USA iranische Kraftwerke angreifen. Am Tag nach den jüngsten Drohungen der USA warnten iranische Offizielle, dass jeder Angriff auf ihre Energieinfrastruktur umgehend mit Vergeltungsschlägen auf Energieanlagen regionaler Verbündeter beantwortet würde. Darüber hinaus könnten auch Informationseinrichtungen ins Visier geraten, insbesondere Rechenzentren, über die bis zu 20 % des weltweiten Internetverkehrs laufen. Der Iran und die USA könnten die militärischen Auseinandersetzungen also bereits heute weiter eskalieren, und wie üblich würde die ganze Welt darunter leiden.
Öl und Gas werden weiter steigen, die Energieproduktion im Nahen Osten wird weiter zurückgehen, und Energie weltweit wird teurer. In der Folge steigen auch die Mining-Kosten. Wir haben bereits früher darauf hingewiesen, dass Bitcoin sich aufgrund des Halvings alle vier Jahre in etwa verdoppeln muss, damit das Mining profitabel bleibt. Mit jedem Jahr wird es für Bitcoin schwieriger, im Preis zu steigen, weil die Akzeptanz unter Investoren bereits relativ hoch ist. Anders ausgedrückt: Diejenigen, die Bitcoin langfristig kaufen wollten, haben dies weitgehend schon getan. Diejenigen, die noch kaufen wollen, warten auf einen besseren Einstiegszeitpunkt. Die Mining-Kosten steigen kontinuierlich, während die Mining-Erlöse alle vier Jahre halbiert werden. Bitcoin benötigt also ein dauerhaftes, stetiges Preiswachstum, um das Mining profitabel zu halten – was eher unwahrscheinlich erscheint...
Bitcoin bildet weiterhin einen voll ausgeprägten Abwärtstrend aus. Wir rechnen nach wie vor mit einem Rückgang in Richtung 57.500 USD (dem 61,8 %-Fibonacci-Niveau des dreijährigen Aufwärtstrends), und derzeit gibt es keine Anzeichen für eine Trendwende. Selbst 57.500 USD sehen inzwischen nicht mehr wie das finale Ziel aus. Als POI-Bereiche ist auf dem Tages-Chart nur das nächstgelegene bärische FVG zu nennen, das allerdings recht weit vom aktuellen Kurs entfernt liegt. Im 4-Stunden-Chart könnte das jüngste FVG theoretisch für die Suche nach Verkaufssignalen genutzt werden. Auf der Unterseite bleibt ein offensichtliches Ziel der Liquiditätspool unterhalb von zwei Trendlinien.
Im Tages-Chart ist der Abwärtstrend weiterhin intakt. Das zentrale Verkaufssignal war und bleibt der bärische Order Block im Wochen-Chart. Wie bereits gewarnt, kann die durch dieses Signal ausgelöste Bewegung stark und lang anhaltend sein. Seit der Ausbildung dieses Musters ist Ethereum bereits um etwa 55 % (rund 2.500 USD) gefallen. Kurzfristig ist zwar weiterhin eine Aufwärtskorrektur möglich; der 4-Stunden-Order-Block wurde jedoch ungültig, und Ethereum hat den Seitwärtskanal verlassen. Aktuell zeigen die Charts ausschließlich bärische FVGs als POI-Bereiche für Verkäufe. Käufe im Abwärtstrend sollten vorsichtig und nur kurzfristig erfolgen.
Erläuterungen zu den ChartsCHOCH — Change of Character / Bruch der Trendstruktur. Liquidity — Liquidität, also die Stop?Losses der Trader, die Market?Makers zur Positionsbildung nutzen. FVG — Fair Value Gap (Bereich mit Preisineffizienz). Der Kurs durchläuft solche Zonen häufig schnell, was auf das Fehlen einer Marktseite hindeutet. Später neigt der Kurs dazu, in diese Zonen zurückzukehren und darauf zu reagieren. IFVG — Inverted Fair Value Gap. Nach einer Rückkehr in eine solche Zone reagiert der Kurs nicht, sondern durchbricht sie impulsiv und testet sie anschließend von der anderen Seite.
OB — Order Block. Eine Kerze, auf der ein Market?Maker eine Position eröffnet hat, um Liquidität einzusammeln und anschließend seine eigene Position in die entgegengesetzte Richtung aufzubauen.