Was ist gut und was ist schlecht? Bitcoin sorgt sowohl für positive als auch für negative Schlagzeilen. Die Kryptowährung hat sich während der Krise im Nahen Osten besser entwickelt als Gold und andere Finanzanlagen. Das befeuert die Debatte darüber, ob sie ein sicherer Hafen ist oder nicht. Dennoch haben die günstigen Änderungen der US-Gesetzgebung nicht den Boom ausgelöst, den sich Krypto-Fans erhofft hatten. Daher oszilliert BTC/USD in einer relativ engen Handelsspanne von 64.000–74.000 US-Dollar.
Anleger können sich über den Status von Bitcoin nicht einig werden. Handelt es sich um eine riskante Anlage, wie die hohe Korrelation mit US-Aktienindizes – insbesondere mit Big Tech – nahelegt? Oder ist es tatsächlich ein verlässlicher Wert? Während des Konflikts im Nahen Osten hat Bitcoin traditionelle Fluchtwerte wie Gold, US-Staatsanleihen, den Yen und den Schweizer Franken hinter sich gelassen. Diese Anlagen sind deutlich gefallen, während der Token weiterhin die dynamische Unterstützung in Form gleitender Durchschnitte testet.
Bitcoin und die Dynamik gleitender Durchschnitte
ETF-Zuflüsse liefern keine eindeutige Antwort. In den drei Tagen bis zum 20. März verzeichneten Bitcoin-fokussierte ETFs Abflüsse in Höhe von 305,8 Millionen US-Dollar. Dennoch wurden in den fünf Tagen zuvor Zuflüsse registriert, und die ETF-Reserven stiegen im Wochenverlauf um 95 Millionen US-Dollar.
Auch andere Indikatoren liefern keine Klarheit. So befand sich etwa der Krypto-Marktstimmungsindex von CoinGlass an 25 der letzten 30 Handelstage in der Angstzone. Gleichzeitig müsste Bitcoin theoretisch unter steigenden Preisen für Öl, raffinierte Produkte und Energie leiden, da das Mining Strom erfordert. Höhere Energiekosten zwingen Miner dazu, angesammelte Reserven zu verkaufen, um ihre Ausgaben zu decken. Ein erhöhtes Angebot führt zu einem niedrigeren BTC/USD-Kurs.
Dynamik bei Öl und raffinierten Produkten
In diesem Zusammenhang wirkt sich die Prognose von Goldman Sachs, wonach sich der Konflikt im Nahen Osten von derzeit drei auf sechs Wochen ausdehnen wird und die Straße von Hormus erst einen Monat danach wieder geöffnet wird, negativ auf Bitcoin aus. Die US-Aktienindizes befinden sich in einer Korrektur, und eine Verschlechterung der globalen Risikobereitschaft setzt das Währungspaar BTC/USD unter Druck.
Donald Trumps 48-stündiges Ultimatum an den Iran ist eher eine Eskalation als eine Deeskalation der geopolitischen Spannungen. Nur wenige glauben, dass Teheran der Forderung des Weißen Hauses nachkommen wird, den Zugang zur Straße von Hormus wieder zu öffnen.
Aus technischer Sicht ringt BTC/USD im Tageschart um einen fairen Wert von etwa 70.000 $, wo sich auch die gleitenden Durchschnitte befinden. Ein Bruch unter das lokale Tief bei 67.300 $ wäre ein Verkaufssignal und würde das Risiko der Bildung eines Broadening Wedge erhöhen. Ein Wiedereinstieg auf der Long-Seite würde erst dann Sinn ergeben, wenn die Kryptowährung einen Schlusskurs oberhalb der wichtigen Marke von 72.000 $ etabliert.