Der Goldpreis verzeichnete seinen zehnten Rückgang in Folge, da die wachsenden Sorgen über den Krieg im Nahen Osten und dessen Auswirkungen auf die Inflation und das weltweite Wirtschaftswachstum zunehmen.
Gestern fiel der Goldpreis in einer weiteren volatilen Handelssitzung um 2,3 % und rutschte zeitweise bis auf 4.100 US‑Dollar ab, bevor er sich wieder auf etwa 4.500 US‑Dollar erholte. Das Risiko eines deutlichen Anstiegs der Leitzinsen durch die Federal Reserve wurde zum wichtigsten Auslöser für diesen Rückgang. Die von Präsident Donald Trump um fünf Tage verschobenen US‑Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur verschafften dem Goldpreis zwar vorübergehend etwas Luft, doch kurz darauf schlossen mehrere iranische Offizielle die Möglichkeit von Verhandlungen aus.
Während die Verzögerung militärischer Maßnahmen im Iran die Spannungen vorübergehend verringerte, heizte die Absage von Verhandlungsmöglichkeiten durch iranische Vertreter die Situation wieder an. Dies verdeutlicht die Fragilität der aktuellen Lage und das Potenzial für eine weitere Eskalation, die zusätzlichen Druck auf den Goldpreis ausüben könnte.
Wichtig ist der Hinweis, dass die derzeitigen Bewegungen am Goldmarkt Vorboten deutlich größerer Veränderungen sein könnten. Eine Kombination aus Inflationserwartungen, geopolitischer Instabilität und der Politik der Fed schafft ein komplexes Umfeld, in dem Gold entweder kräftig zulegen oder eine Korrektur verzeichnen könnte. Viele Experten sind sich einig, dass die durch den Konflikt verursachten hohen Energiepreise die Inflationsrisiken verschärft haben und Anleger dazu veranlassten, sich aus ihren relativ liquiden und rentablen Goldpositionen zurückzuziehen und in andere Anlageklassen umzuschichten.
Trotz der von Trump angekündigten fünftägigen Pause bleiben sowohl der Ausgang möglicher Verhandlungen als auch die weitere Passage von Schiffen durch die Straße von Hormus ungewiss. Selbst die Instandsetzung bereits beschädigter Energieinfrastruktur wird Zeit in Anspruch nehmen. Das bedeutet, dass die Inflationsgefahr weiterhin Druck auf Gold ausübt – ebenso wie die Erwartung von Zinserhöhungen durch die Federal Reserve und andere Zentralbanken, ein Faktor, der den Anstieg unverzinslicher Edelmetalle bremst.
In Bezug auf das aktuelle technische Bild für Gold müssen die Käufer zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 4.432 $ zurückerobern. Gelingt dies, wird ein Ziel bei 4.481 $ aktiviert; oberhalb dieses Bereichs dürfte ein Durchbruch jedoch recht schwierig werden. Das am weitesten entfernte Ziel liegt bei etwa 4.531 $. Kommt es hingegen zu einem Rückgang des Goldpreises, werden die Bären versuchen, bei 4.372 $ die Kontrolle zu übernehmen. Sollte ihnen ein Ausbruch unter diese Spanne gelingen, wäre das ein schwerer Schlag für die Bullenpositionen und könnte Gold bis auf ein Tief von 4.304 $ drücken, mit einem möglichen weiteren Rückgang bis auf 4.249 $.