In den vergangenen fünf Tagen hat das Währungspaar GBP/USD folgende Bewegungen gezeigt: einen Rückgang um 110 Punkte, einen Anstieg um 180 Punkte, einen Rückgang um 120 Punkte, einen Anstieg um 200 Punkte und einen weiteren Rückgang um 70 Punkte. Wie wir sehen, ändert sich die Richtung nahezu täglich, und die Händleraktivität ist äußerst hoch. Trader wechseln ständig ihre Positionen, da sich der Nachrichtenfluss täglich ändert.
In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass die Bank of England nicht mehr zu einer geldpolitischen Lockerung tendiert, da die Inflation im Vereinigten Königreich ab März deutlich anziehen könnte. Damit richtet sich der britische Notenbank wieder verstärkt auf die Bekämpfung des hohen Anstiegs der Verbraucherpreise aus. Gestern wurden die Käufer von Donald Trump unterstützt, der gegenüber Iran einen auf Deeskalation ausgerichteten und versöhnlichen Ton anschlug, was alle erfreute – mit Ausnahme des US-Dollars. Bis Dienstag begannen die Trader jedoch zu hinterfragen, ob Trumps Erklärung vom Montag nicht lediglich eine Marktmanipulation gewesen sei.
Gleichzeitig bleibt der Aufwärtstrend beim Pfund ohne Einschränkungen intakt. Die bärische Imbalance 17 kann als aufgehoben gelten, und die vorherige kleinere Imbalance hat bereits zwei Kursreaktionen hervorgebracht und kann als „abgearbeitet“ betrachtet werden. Bedeutet das, dass Käufer nun die Chance haben, den Kurs ohne Widerstand weiter nach oben zu treiben?
Eine solche Bewegung erfordert jedoch Unterstützung von der geopolitischen Seite. In den vergangenen Tagen hat sich die Lage im Nahen Osten nur geringfügig verändert. Iran blockiert weiterhin die Straße von Hormus, die Golfstaaten tauschen weiterhin Raketen- und Drohnenangriffe aus, die EU-Länder versuchen mit Hochdruck, eine sich abzeichnende Energiekrise in den Griff zu bekommen, und die Zentralbanken bereiten sich auf steigende Inflation vor. Damit fehlt derzeit sowohl Käufern als auch Verkäufern eine klare Unterstützung. Der geopolitische Faktor begünstigt weiter die Verkäufer, während die Käufer von der Tatsache gestützt werden, dass dieser Faktor die Verkäufer nicht unbegrenzt unterstützen kann.
Aktuell gibt es keine bullischen Formationen, und ohne solche Formationen haben Trader keine Grundlage, Long-Positionen zu eröffnen. Angesichts der starken täglichen Kursschwankungen in beide Richtungen ist es vielleicht sogar besser, dass es derzeit keine Muster gibt. Die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs bei beiden Paaren bleibt recht hoch, und alle Überlegungen zu einer möglichen, käufergetriebenen Aufwärtsbewegung sind bislang reine Annahmen ohne Bestätigung.
Der Aufwärtstrend beim Pfund bleibt bestehen. Solange er hält (oberhalb von 1,3012), würde ich den Fokus eher auf bullische Signale legen. Derzeit gibt es jedoch weder entsprechende Formationen noch Signale, und die Geopolitik lastet weiterhin schwer sowohl auf dem Euro als auch auf dem Pfund.
Der Nachrichtenhintergrund am Dienstag war für das Pfund gemischt, da die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für den Dienstleistungs- und den Industriesektor eine unterschiedliche Dynamik zeigten. Daher lässt sich der heutige Rückgang nicht auf Konjunkturdaten zurückführen.
In den USA bleibt das gesamte Nachrichtenumfeld so, dass langfristig wenig anderes zu erwarten ist als eine Schwäche des Dollars. Daran ändert selbst der Konflikt unter Beteiligung Irans nichts. Die Lage des US-Dollars ist langfristig schwierig und nur kurzfristig positiv. Die US-Arbeitsmarktdaten enttäuschen nach wie vor häufiger, als dass sie beruhigen. Trumps Militäreinsätze, Drohungen gegenüber Dänemark, Mexiko, Kuba, Kolumbien, den EU-Ländern, Kanada und Südkorea, das Strafverfahren gegen Jerome Powell, Government Shutdowns, der Skandal um US-Eliten im Zusammenhang mit dem Epstein-Fall, die Möglichkeit eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Trump bis zum Jahresende und wahrscheinliche Wahlniederlagen der Republikaner zeichnen allesamt das Bild einer politischen und strukturellen Krise in den USA.
Aus meiner Sicht haben die Käufer alles Nötige, um ihren Vormarsch im Jahr 2026 wieder aufzunehmen, doch im Moment sind die Trader voll und ganz auf Geopolitik und die Energiekrise fokussiert.
Für die Ausbildung eines bärischen Trends wäre ein starker und stabil positiver Nachrichtenhintergrund für den Dollar erforderlich – etwas, das unter Donald Trump schwer zu erwarten und von der Geopolitik kaum zu liefern ist. Allerdings kann derzeit nichts ausgeschlossen werden. Sollte ein groß angelegter globaler Konflikt beginnen und sich über den Nahen Osten hinaus auf Eurasien ausweiten, dürfte der Dollar deutlich und für längere Zeit aufwerten. Ich bleibe jedoch vorsichtig optimistisch, dass es nicht so weit kommt. In diesem Fall wäre das Aufwärtspotenzial des Dollars durch den negativen Charakter der Ereignisse im Nahen Osten begrenzt.
Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich
Vereinigtes Königreich – Verbraucherpreisindex (09:00 UTC)Am 25. März enthält der Wirtschaftskalender nur einen Eintrag, dieser ist jedoch relativ wichtig. Der Nachrichtenfluss dürfte die Stimmung am Markt den ganzen Tag über beeinflussen.
GBP/USD-Prognose und Handelsempfehlungen
Für das Pfund bleibt der langfristige Ausblick bullisch, doch derzeit liegen keine aktiven bullischen Formationen vor. Der starke Rückgang der vergangenen Wochen war in erster Linie auf eine ungünstige Konstellation von Umständen zurückzuführen. Hätte Donald Trump den Konflikt im Nahen Osten nicht angestoßen, wäre ein derart kräftiger Anstieg des Dollars wahrscheinlich nicht zustande gekommen. Ich halte es für möglich, dass dieser Rückgang genauso überraschend enden könnte, wie er begonnen hat.
Der bärische Impuls kann zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht als beendet gelten. Die Imbalance 17 ist zwar aufgehoben, doch daraus haben sich bislang keine neuen bullischen Formationen ergeben.