Bitcoin setzt seine Aufwärtsbewegung fort, die jedoch eher als Korrektur einzuordnen ist und inzwischen etwa anderthalb Monate andauert. Auf dem täglichen TF ist das deutlich zu erkennen. Darunter liegt ein Liquiditätspool, den der Preis mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 90 % voraussichtlich anlaufen wird. Auf dem 4‑Stunden‑TF sieht man, wie langsam Bitcoin steigt – falls er überhaupt steigt. Ein schneller, scharfer Einbruch in Kombination mit langsamen, zähen Anstiegen sind klassische Anzeichen eines Abwärtstrends. Unsere Einschätzung bleibt daher unverändert: Der Abwärtstrend ist nicht beendet, der Markt befindet sich nur in einer Pause.
Unterdessen haben Analysten des Wall Street Journal die Vermutung geäußert, dass Bitcoin bis 2033 die Marke von 1 Million US‑Dollar erreichen könnte. Sie stellten fest, dass eine Korrektur von 30 % keinen massiven institutionellen Abfluss ausgelöst hat – die ETF‑Abflüsse lagen nur bei etwa 5 %. Es ist schwer zu sagen, welche Korrektur genau gemeint ist, wenn man bedenkt, dass Bitcoin in den letzten sechs Monaten mehr als 50 % seines Wertes verloren hat – und das könnte noch nicht das Ende sein. Das Wall Street Journal prognostiziert 150.000 US‑Dollar für 2026 und 200.000 US‑Dollar für 2027; in diesem Tempo könnte das „digitale Gold“ bis 2033 die Marke von 1 Million US‑Dollar erreichen.
Die Analysten erklärten außerdem, dass der Rückgang um 50 % vom Hoch des vergangenen Jahres der schwächste „Bärenmarkt“ in der Geschichte von Bitcoin gewesen sei. Wir haben dazu nur eine Frage: Wer sagt denn, dass der Bären‑Trend bereits vorbei ist? Zur Erinnerung: Es gibt derzeit keinerlei technische Anzeichen für einen abgeschlossenen Abwärtstrend, und alle zähen Bitcoin‑Anstiege der vergangenen anderthalb Monate tragen klar die Merkmale einer Korrektur. Das Wall Street Journal ist der Ansicht, dass der aktuelle Zyklus nicht dem klassischen vierjährigen, mit dem Halving verknüpften Zyklus entspricht. Aus ihrer Sicht wurde der Bullenzyklus durch hohe und anhaltende Nachfrage institutioneller Anleger in die Länge gezogen. Privatanleger bleiben nervös, aber große Marktteilnehmer sollen sie angeblich ausgleichen. Unserer Einschätzung nach ist es den „Walen“ nicht gelungen, die Verkäufe der Retail‑Trader zu kompensieren, wenn Bitcoin in sechs Monaten um 50 % gefallen ist.
Bitcoin bildet weiterhin einen voll ausgeprägten Abwärtstrend aus. Wir rechnen nach wie vor mit einem Rückgang in Richtung 57.500 US‑Dollar (dem 61,8‑%‑Fibonacci‑Level des dreijährigen Aufwärtstrends), und derzeit gibt es keine Anzeichen für eine Trendumkehr. Selbst 57.500 US‑Dollar wirken inzwischen nicht mehr wie ein endgültiger Halt. Von den POI‑Zonen ist lediglich das nächste bearishe FVG auf dem täglichen TF zu nennen, das sich allerdings recht weit vom aktuellen Kurs entfernt befindet. Auf dem 4‑Stunden‑TF weist die Kursentwicklung von Bitcoin alle Merkmale einer Range auf. Nach unten bleibt ein offensichtliches Ziel – der Liquiditätspool unterhalb der Trendlinie des täglichen TF.
Auf dem täglichen TF setzt sich der Abwärtstrend fort. Das zentrale Verkaufssignal war und bleibt der bearishe Order Block auf dem wöchentlichen TF. Wie bereits angekündigt, kann die von diesem Signal ausgelöste Bewegung stark und lang anhaltend sein. Seit sich dieses Muster gebildet hat, ist Ethereum bereits um rund 55 % (etwa 2.500 US‑Dollar) eingebrochen. Eine Aufwärtskorrektur ist kurzfristig weiterhin möglich; der 4‑Stunden‑Order‑Block wurde ungültig, und die Coin hat die Seitwärtsrange verlassen. Am Montag hat sich auf dem 4‑Stunden‑TF ein bullishes FVG gebildet, auf das der Kurs bereits reagiert hat. Daher könnte die Aufwärtsbewegung in Richtung eines bearischen FVG weitergehen, von dem aus eine neue Abwärtswelle starten könnte.
Kommentare zu den ChartsCHOCH — Change of Character / Bruch der Trendstruktur. Liquidity — Liquidität, also die Stop‑Loss‑Orders der Trader, die Market‑Maker nutzen, um ihre Positionen aufzubauen. FVG — Fair Value Gap (Bereich der Preisineffizienz). Der Kurs bewegt sich häufig schnell durch solche Zonen, was auf das Fehlen einer Marktseite hindeutet. Später neigt der Preis dazu, in diese Bereiche zurückzukehren und darauf zu reagieren. IFVG — Inverted Fair Value Gap. Nach der Rückkehr in eine solche Zone reagiert der Kurs nicht, sondern bricht sie impulsiv und testet sie anschließend von der anderen Seite.
OB — Order Block. Eine Kerze, auf deren Basis ein Market‑Maker eine Position eröffnet hat, um Liquidität einzusammeln und anschließend seine eigentliche Position in die Gegenrichtung aufzubauen.