GBP/USD. Smart Money. Gesteigerte Marktvolatilität

Das Währungspaar GBP/USD vollzog erneut eine Umkehr zugunsten des US-Dollars, sobald der Ölpreis zu steigen begann und sich die Lage im Nahen Osten eher in Richtung einer neuen Eskalation als eines Waffenstillstands entwickelte. In der vergangenen Woche hat sich die Bewegungsrichtung nahezu täglich geändert, während die Händleraktivität hoch bleibt. Der Markt schwankt weiterhin hin und her, da sich die Nachrichtenlage fast jeden Tag verändert. Die meisten Meldungen beziehen sich auf die „iranische Krise“, wobei aus den USA beschwichtigende Signale kommen und aus dem Iran eine aggressivere Rhetorik zu hören ist.

Mit anderen Worten zeigt Washington den Willen, den Krieg zu beenden – jedoch zu seinen eigenen Bedingungen und in seinem eigenen Stil. Das heißt, es wird so dargestellt, als ob der Gegner Frieden suche, während Washington sich großmütig bereit erklärt, auf halbem Weg entgegenzukommen. Von außen sieht es so aus: Lasst uns den Krieg beenden, den wir begonnen haben – hier ist eine Liste von Ultimaten. Iran versteht sehr genau, was eine solche „Trump-Style-Waffenruhe“ bedeutet, und lehnt deshalb sämtliche Verhandlungen schlicht ab, selbst angesichts des Angebots, im Gegenzug für den Verzicht auf Atomwaffen und Entwicklungsprogramme Sanktionen aufzuheben. Teheran bleibt weiterhin bereit, die Straße von Hormus zu blockieren. Damit bleibt der geopolitische Hintergrund eher negativ als positiv. Folglich ist jegliches Aufwärtspotenzial des britischen Pfunds begrenzt. Und der ökonomische Hintergrund, der das Pfund stützen könnte, interessiert die Trader derzeit nicht.

Die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Rückgangs bei beiden Währungspaaren bleibt recht hoch, und alle aktuellen Diskussionen über einen möglichen bullischen Impuls sind bloße Annahmen ohne Bestätigung oder Fakten. Im Moment gibt es überhaupt keine Muster – weder neue noch alte. Die letzten beiden Imbalancen können als abgeschlossen, ungültig und abgehakt betrachtet werden. In jüngster Zeit haben wir auch keine nennenswerten Liquiditätsabgriffe gesehen. Daher müssen sich so oder so neue Muster herausbilden.

Der übergeordnete Aufwärtstrend beim Pfund bleibt intakt. Solange er hält (oberhalb der Marke von 1,3012), würde ich bullischen Signalen mehr Aufmerksamkeit schenken. Derzeit gibt es jedoch weder bullische Muster noch Signale, und die Geopolitik schwebt weiter wie ein „Damoklesschwert“ über Euro und Pfund.

Am Donnerstag fehlte es in Großbritannien an wichtigen Nachrichten, während in den USA der Bericht zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe mit 210.000 genau den Erwartungen der Trader entsprach.

In den USA bleibt das übergeordnete Informationsumfeld so, dass langfristig eigentlich nur mit einem Rückgang des Dollars zu rechnen ist. Selbst der Krieg zwischen Iran und den USA ändert daran wenig. Die Ausgangslage für den US-Dollar ist langfristig weiterhin recht schwierig und nur kurzfristig positiv. Die Daten vom US-Arbeitsmarkt enttäuschen weiterhin. Trumps militärische Aktionen, Drohungen gegen Dänemark, Mexiko, Kuba, Kolumbien, EU-Staaten, Kanada und Südkorea, das Strafverfahren gegen Jerome Powell, Government Shutdowns, der Skandal um die US-Eliten im Zusammenhang mit dem Epstein-Fall, ein mögliches Impeachment von Trump bis zum Jahresende sowie ein wahrscheinlicher Wahlverlust der Republikaner vervollständigen das aktuelle Bild einer politischen und strukturellen Krise in Amerika. Meiner Ansicht nach haben die Bullen alles Nötige, um ihren Vormarsch im Jahr 2026 wieder aufzunehmen, doch derzeit sind die Köpfe der Trader vollständig von Geopolitik und Energiekrise besetzt.

Für einen nachhaltigen Abwärtstrend wäre ein stark positives, stabiles Informationsumfeld für den US-Dollar erforderlich, was unter Donald Trump schwer vorstellbar ist. Derzeit stützt die Geopolitik den Dollar bereits seit über einem Monat, doch diese Unterstützung wird nachlassen, sobald der Konflikt im Nahen Osten in eine Lösungsphase eintritt. Wann das der Fall sein wird, lässt sich schwer abschätzen. Daher kann nicht ausgeschlossen werden, dass die US-Währung noch eine Woche, einen Monat oder gar mehrere Monate weiter steigen könnte. Sollte ein Dritter Weltkrieg ausbrechen und sich die Kampfhandlungen vom Nahen Osten auf den eurasischen Kontinent ausweiten, würde der Dollar kräftig und über einen langen Zeitraum aufwerten. Ich bleibe jedoch zumindest ein wenig optimistisch und hoffe, dass es nicht so weit kommt. In diesem Fall wäre das Aufwärtspotenzial des Dollars durch die negativen Entwicklungen im Nahen Osten begrenzt.

Nachrichtenkalender für die USA und Großbritannien:

Großbritannien – Veränderung der Einzelhandelsumsätze (07:00 UTC).USA – University of Michigan Verbrauchervertrauensindex (14:00 UTC).

Am 27. März enthält der Wirtschaftskalender zwei Einträge, die bei weitem nicht zu den wichtigsten zählen. Der Einfluss des Nachrichtenhintergrunds auf die Marktstimmung wird am Freitag schwach oder gar nicht vorhanden sein.

GBP/USD Prognose und Handelsempfehlungen:

Für das Pfund bleibt das langfristige Bild bullisch, doch es gibt derzeit keine gültigen bullischen Muster. Der Rückgang des Währungspaares in den letzten Wochen fiel aufgrund einer unglücklichen Kombination von Umständen so stark aus. Hätte Donald Trump keinen Krieg im Nahen Osten begonnen, hätten wir diese starke Dollar-Rallye wahrscheinlich nicht gesehen. Ich halte es für möglich, dass dieser Rückgang genauso plötzlich endet, wie er begonnen hat. Derzeit jedoch kann die Abwärtsbewegung noch nicht als beendet gelten. Alle jüngsten Imbalancen wurden negiert, und neue sind bislang nicht entstanden.