Das Währungspaar EUR/USD ist am Donnerstag erneut eingebrochen. Im Grunde genommen hielt die Aufwärtskorrektur nur eine Woche an, in der es dem Euro nicht gelang, ein nennenswertes Wachstum zu zeigen, das Spekulationen über ein mögliches Ende des Abwärtstrends hätte auslösen können. Der makroökonomische und fundamentale Kalender war am Donnerstag nahezu leer. Offensichtlich hat der deutsche Verbrauchervertrauensindex keinen neuen Rückgang des Euro ausgelöst. Somit war der Rückgang des Paares erneut ausschließlich auf geopolitische Faktoren zurückzuführen. Auf welche genau?
Insgesamt reagiert der Markt derzeit auf Donald Trumps Versprechen, den Krieg bald zu beenden, sowie auf Hinweise, die auf einen Verhandlungsprozess zwischen Washington und Teheran hindeuten. Die Ölpreise steigen wieder, und der Dollar legt an Stärke zu. Was bedeutet das? Trumps Worten wird nicht vertraut, und der Markt hört lieber auf die iranische Führung, die bislang nicht bei offensichtlich falschen Aussagen oder Versprechen ertappt wurde. Iran hat klar erklärt: Derzeit finden keine Verhandlungen mit den USA statt, und es ist unwahrscheinlich, dass solche in naher Zukunft möglich sein werden. Die Straße von Hormus bleibt blockiert, und Iran wird jeden Angriff seiner Gegner mit einem Gegenschlag beantworten.
Gleichzeitig hat der „friedliebende“ Trump über tausend Fallschirmjäger und Infanteristen in die Region des Persischen Golfs entsandt. Wenn Amerika leidenschaftlich auf einen Waffenstillstand hinarbeitet oder Iran in Washington um ein Abkommen bittet – warum werden dann zusätzliche Truppen in die Region verlegt? Unserer Ansicht nach ist dies ein Fall, in dem man Taten mehr trauen sollte als Worten. Mit all seinen Handlungen zeigt Washington, dass es sich auf einen neuen Angriff auf den Iran vorbereitet, möglicherweise auf eine Bodenoffensive. Daher ist in naher Zukunft mit einer neuen Eskalation des militärischen Konflikts im Nahen Osten zu rechnen. Angesichts der Tatsache, dass der Dollar wieder steigt, erwartet der Markt genau ein solches Szenario.
Ebenso wichtig ist zu verstehen, dass es sowohl in den USA als auch im Iran viele hochrangige Beamte gibt. Ein einzelner Entscheidungsträger mag glauben, dass Verhandlungen in naher Zukunft möglich sind, oder jemand verfügt über Informationen, die anderen nicht zugänglich sind. Daher spiegelt jede neue Meldung aus Teheran oder Washington lediglich die Meinung einzelner Vertreter wider, nicht aber die offizielle Position des Staates. Solange es keine offiziellen Informationen über Verhandlungen, Vereinbarungen, die Aufhebung der Blockade der Straße von Hormus oder einen Waffenstillstand gibt, ist nicht mit einem starken Wachstum der europäischen Währung zu rechnen. Leider verfolgt der Markt weiterhin ausschließlich geopolitische Entwicklungen – genauer gesagt die Lage im Nahen Osten. Da neue US-Truppen in die Region verlegt werden, erwartet der Markt folgerichtig eine neue Eskalationsrunde des Konflikts. Technische, fundamentale und makroökonomische Faktoren spielen für Trader derzeit keine Rolle. Andernfalls würde der US-Dollar nicht steigen, sondern in den nächsten Abgrund stürzen.
Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD in den letzten 5 Handelstagen beträgt zum 27. März 84 Pips und wird als „durchschnittlich“ eingestuft. Wir erwarten, dass das Paar am Freitag in einer Spanne zwischen 1,1454 und 1,1622 gehandelt wird. Der obere lineare Regressionstrendkanal hat nach unten gedreht, was auf einen Trendwechsel hinweist. Der CCI-Indikator ist in den überverkauften Bereich eingetreten und hat eine „bullische“ Divergenz ausgebildet, was erneut auf ein mögliches Ende des Abwärtstrends hindeutet.
Nächste Unterstützungszonen:S1 – 1,1475
S2 – 1,1353
S3 – 1,1230
Nächste Widerstandszonen:R1 – 1,1597
R2 – 1,1719
R3 – 1,1841
Handelsempfehlungen:Das Währungspaar EUR/USD setzt seine Korrektur fort und hat Chancen auf eine Erholung. Der übergeordnete fundamentale Hintergrund bleibt für den Dollar äußerst negativ. Seit mehr als einem Monat konzentriert sich der Markt jedoch ausschließlich auf die Geopolitik, wodurch alle anderen Faktoren praktisch in den Hintergrund treten. Befindet sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, können Short-Positionen mit Kurszielen bei 1,1475 und 1,1353 in Betracht gezogen werden. Oberhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts bleiben Long-Positionen mit Zielen bei 1,1963 und 1,2085 relevant, allerdings setzt eine solche Bewegung zumindest eine leichte Verbesserung der geopolitischen Lage voraus.
Erklärungen zu den Abbildungen:Lineare Regressionstrendkanäle helfen dabei, den aktuellen Trend zu bestimmen. Zeigen beide in dieselbe Richtung, bedeutet dies, dass der Trend derzeit stark ist;
Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, smoothed) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte;
Murray-Levels sind Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen;
Volatilitätsniveaus (rote Linien) stellen den wahrscheinlichen Preiskanal dar, in dem sich das Paar in den nächsten 24 Stunden auf Grundlage der aktuellen Volatilitätskennzahlen bewegen wird;
Der CCI-Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) signalisiert, dass eine Trendwende in die entgegengesetzte Richtung unmittelbar bevorsteht.