EUR/USD Prognose für den 27. März 2026

Am Donnerstag setzte das Währungspaar EUR/USD seine Abwärtsbewegung nach der Konsolidierung unterhalb des 100,0%-Korrekturlevels bei 1,1577 fort und steuerte auf das nächste Fibonacci-Level von 127,2% bei 1,1440 zu. Eine Konsolidierung oberhalb der Marke von 1,1577 würde den Euro begünstigen und eine Wiederaufnahme des Aufwärtstrends in Richtung des 76,4%-Korrekturlevels bei 1,1696 unterstützen.

Die Wellensituation im Stundenchart bleibt übersichtlich. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle übertraf das Hoch der vorherigen Welle nur um wenige Punkte, während die neue Abwärtswelle das vorige Tief noch nicht durchbrochen hat. Damit verschiebt sich der Trend derzeit in Richtung eines „bullischen“ Szenarios, allerdings sehr langsam und unsicher. Die Aktionen von Donald Trump im Nahen Osten haben groß angelegte Militäroperationen in der Region unter Beteiligung Dutzender Länder ausgelöst, was dem US-Dollar die Aussicht auf eine weitere Aufwertung eröffnet.

Am Donnerstag brachte der Nachrichtenhintergrund den Tradern erneut nur geopolitische Entwicklungen. Wirtschaftsdaten zum Verbrauchervertrauen in Deutschland und zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe in den USA fanden kaum Beachtung. Am Abend äußerte sich jedoch US-Präsident Donald Trump erneut zu Iran. Trump erklärte, dass er auf Wunsch der iranischen Führung den geplanten Angriff auf die Energieinfrastruktur Irans um 10 Tage verschiebe. Zur Erinnerung: Zuvor hatte Trump die Entscheidung über einen Schlag gegen iranische Energieanlagen bereits um 5 Tage aufgeschoben, und diese Frist lief heute ab. Derzeit ist schwer zu beurteilen, was dies bedeutet: Vorbereitung auf Verhandlungen, bereits laufende Gespräche oder einfach nur ein Gewinn an Zeit. Offensichtlich sind weder Iran noch die Vereinigten Staaten wirklich daran interessiert, die Kampfhandlungen fortzusetzen. Offiziell lehnt Teheran allerdings jegliche Verhandlungen mit Washington strikt ab, während Donald Trump weiterhin darauf besteht, dass Gespräche mit den „richtigen Leuten im Iran“ geführt werden. Es ist schwierig zu erkennen, wem man glauben soll. Daher haben es Devisenhändler nicht eilig, Schlussfolgerungen zu ziehen, und warten lieber auf offizielle und bestätigte Informationen. In der vergangenen Woche ist die Handelsaktivität deutlich zurückgegangen, und die Bullen waren weiterhin nicht in der Lage, eine großangelegte Offensive zu starten.

Im 4-Stunden-Chart stieg das Paar bis zum 76,4%-Fibonacci-Niveau bei 1,1617 und prallte von dort nach unten ab. Infolgedessen hat ein Rückgang in Richtung des 100,0%-Korrekturniveaus bei 1,1474 begonnen. Ein „bullischer“ Trend wird möglich, nachdem der Euro über dem abwärtsgerichteten Trendkanal schließt. Das erste Kursziel der Bullen liegt beim Niveau von 1,1706. In keinem der Indikatoren sind derzeit Divergenzen erkennbar.

Commitments of Traders (COT)-Bericht:

In der letzten Berichts­woche haben professionelle Händler 52.800 Long-Positionen geschlossen und 31.212 Short-Positionen eröffnet. Die Stimmung der Gruppe der „Non-commercial“ bleibt dank Donald Trump und seiner Politik zwar „bullish“, doch in den vergangenen Wochen ist eine aktive Reduzierung der Long-Positionen und ein Anstieg der Short-Positionen zu beobachten. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen liegt nun bei 213.000, während die Short-Positionen 191.000 betragen. Der Vorteil der Bullen ist innerhalb weniger Wochen nahezu vollständig verschwunden.

Insgesamt sehen die großen Marktteilnehmer den Euro langfristig weiterhin mit beachtlichem Interesse. Unzweifelhaft beeinflussen verschiedene globale Ereignisse – an denen es in den vergangenen Jahren nicht gemangelt hat – die Stimmung der Investoren auf unterschiedliche Weise. Derzeit konzentriert sich die Aufmerksamkeit des Marktes auf den Nahen Osten, wo sich der Krieg weiter verschärft und geografisch ausweitet. Damit wird sich der Wechselkurs von Euro und US‑Dollar in naher Zukunft nicht an der Geldpolitik der Federal Reserve oder der EZB beziehungsweise an Konjunkturdaten orientieren, sondern an den Entwicklungen im Krieg im Iran. Und vorerst zieht der US‑Dollar aus dieser Situation den maximalen Nutzen.

Wirtschaftskalender für die USA und die Eurozone:

USA – University of Michigan Consumer Sentiment Index (14:00 UTC).

Am 27. März enthält der Wirtschaftskalender nur einen Eintrag, der wenig Relevanz besitzt. Der Einfluss des Nachrichtenhintergrunds auf die Marktstimmung am Freitag dürfte daher schwach oder gar nicht spürbar sein.

EUR/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:

Verkäufe des Währungspaares waren nach einem Schlusskurs unterhalb der Marke von 1,1577 im Stundenchart mit einem Ziel bei 1,1440 möglich. Diese Positionen können heute weiter gehalten werden. Kaufpositionen könnten nach einem Schlusskurs oberhalb des Niveaus von 1,1577 mit einem Ziel bei 1,1696 in Betracht gezogen werden.

Die Fibonacci-Niveaus werden im Stundenchart von 1,1577–1,2082 und im 4‑Stunden‑Chart von 1,1474–1,2082 gezogen.