GBP/JPY. Kursanalyse. Prognose. Das Währungspaar GBP/JPY fällt auf mehrwöchige Tiefststände angesichts eines stärkeren Yen

Am Montag fiel das Britische Pfund (GBP) gegenüber dem Japanischen Yen (JPY), nachdem der Yen gegenüber allen Währungen zulegte. Auslöser waren verstärkte verbale Interventionen der japanischen Behörden angesichts des starken Anstiegs des USD/JPY-Kurses auf 160,00 – ein Niveau, das in der Vergangenheit bereits offizielle Maßnahmen nach sich gezogen hat.

Am Montag erklärte Japans oberster Währungsdiplomat Atsushi Mimura, die Behörden schlössen keine Maßnahmen als Reaktion auf übermäßige Schwankungen am Devisenmarkt aus. Er betonte, dass die spekulative Aktivität an den Währungsmärkten zunehme, und fügte hinzu, dass bei anhaltender Dynamik „bald entschlossene Maßnahmen erforderlich sein könnten“.

Gleichzeitig spiegeln die Kommentare der Bank of Japan eine wachsende Besorgnis unter den Entscheidungsträgern wider. Ein Mitglied des Zentralbankrats merkte an, dass bei zunehmenden Inflationsdruck infolge eines zu schwachen Yen oder ausgeprägteren Effekten einer zweiten Inflationswelle eine weitere Straffung der Geldpolitik notwendig werden könnte.

Ein anderer Sitzungsteilnehmer ergänzte, die Zentralbank müsse sorgfältig beobachten, ob sie das Tempo der Zinserhöhungen erhöhen oder – bei einer Eskalation der Spannungen im Nahen Osten – zu neutraleren oder sogar restriktiven finanziellen Bedingungen übergehen müsse.

Außerdem erklärte der Gouverneur der Bank of Japan, Kazuo Ueda, die Zentralbank werde die Entwicklungen am Devisenmarkt weiterhin genau beobachten und deren Auswirkungen auf das Erreichen des Inflationsziels von 2 % bewerten. Ihm zufolge wird die Bank of Japan ihre Geldpolitik daran ausrichten, wie sich Wechselkursschwankungen auf Wachstumsaussichten, Preisentwicklung und die damit verbundenen Risiken auswirken.

Die verbalen Interventionen haben den Yen gestützt; dennoch dürfte die Volatilität angesichts hoher Ölpreise hoch bleiben. Der anhaltende Krieg zwischen den USA und Israel sowie Iran verstärkt den inflationsfördernden Druck, der mit einer schwachen Währung einhergeht, und drängt die Bank of Japan in Richtung weiterer geldpolitischer Straffung.

Parallel dazu bewerten Händler ihre Erwartungen an die Geldpolitik neu und reduzieren ihre Annahmen über bevorstehende Zinserhöhungen in den großen Volkswirtschaften. Sie richten ihren Fokus zunehmend weniger auf die Inflation, sondern stärker auf die Risiken einer Wachstumsabkühlung infolge steigender Energiepreise.

Im Vereinigten Königreich haben Marktteilnehmer ihre Erwartungen an eine Zinserhöhung der Bank of England im April zurückgeschraubt; gleichwohl preisen sie bis zum Jahresende nach wie vor etwa zwei Anhebungen ein – ein deutlicher Kontrast zu früheren Erwartungen von Zinssenkungen.

Kurzfristig richtet sich die Aufmerksamkeit auf eine Reihe von Veröffentlichungen, darunter den Verbraucherpreisindex von Tokio, Arbeitsmarktdaten und Einzelhandelsumsätze in Japan sowie die BIP-Daten des Vereinigten Königreichs für das vierte Quartal, die am Dienstag erscheinen und dem GBP/JPY-Paar eine neue Richtung vorgeben könnten.

Aus technischer Sicht ist das Währungspaar unter die 50‑Tage‑SMA gefallen, liegt jedoch weiterhin über der runden Marke von 210,00, knapp darüber befindet sich die 100‑Tage‑SMA, was darauf hindeutet, dass die Bullen sich aus übergeordneter Sicht noch nicht geschlagen geben. Zudem ist anzumerken, dass die Oszillatoren ein gemischtes Bild zeichnen, der Relative-Stärke-Index jedoch in den negativen Bereich gedreht hat und damit eine Schwäche der Bullen signalisiert. Um ihre Gewinne fortsetzen zu können, müssen die Bullen allerdings das Niveau von 213,00 zurückerobern. Sollte der Kurs das aktuelle Niveau und die 200‑Tage‑SMA nicht halten, würde sich die Lage für die Bullen deutlich eintrüben.