Am Montag tut sich Gold (XAU/USD) schwer, sein Niveau zu halten, und gibt einen Teil der früheren Gewinne wieder ab. Dies geschieht vor dem Hintergrund eskalierender Spannungen im Nahen Osten und einer Neubewertung der Zinserwartungen, die den Dollar stärken.
Früher am Tag erhielt das Metall Unterstützung durch einen Rückgang der Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen, nachdem diese zuletzt Mehrmonatshochs erreicht hatten; insgesamt bleiben die Renditen jedoch erhöht, und der US-Dollar wertet weiter moderat auf, was das Wachstumspotenzial des XAU/USD-Paares begrenzt.
Gleichzeitig bewerten die Märkte den künftigen Kurs der Federal Reserve neu: Während die zuvor gestiegenen Ölpreise die Erwartungen einer weiteren Straffung verstärkt hatten, wächst bei Anlegern zunehmend die Sorge, dass hohe Energiepreise das Wirtschaftswachstum zu dämpfen beginnen.
Laut CME FedWatch gehen Marktteilnehmer davon aus, dass der Leitzins der Fed bis Ende 2026 in der Spanne von 3,50 % bis 3,75 % bleiben wird. Vor diesem Hintergrund erscheint eine deutliche Erholung des Goldpreises weniger wahrscheinlich, und die anhaltende Aussicht auf ein hohes Zinsniveau erhöht die Opportunitätskosten der Goldhaltung.
Jerome Powell erklärte am Montag, die Geldpolitik sei „in good shape“, um weitere Entwicklungen abwarten und angemessen beurteilen zu können, und verwies dabei auf die Unsicherheit hinsichtlich der wirtschaftlichen Auswirkungen der laufenden Ereignisse. Er bestätigte außerdem, dass die Fed-Politik darauf ausgerichtet ist, die Inflation wieder auf das Ziel von 2 % zurückzuführen.
Auf geopolitischer Ebene weitet sich der Konflikt zwischen den USA und Israel einerseits und Iran andererseits trotz Berichten über Verhandlungen weiter aus. Am Wochenende starteten von Iran unterstützte Huthi-Milizen Raketen- und Drohnenangriffe auf Israel, was die Befürchtungen möglicher Angriffe auf Schiffe im Roten Meer sowie zusätzlicher Risiken für den Welthandel und die Ölversorgung über die Straße von Hormus verstärkte.
US-Präsident Donald Trump erklärte, es seien „significant progress“ in den Verhandlungen mit Iran erzielt worden und ein Abkommen sei „likely“, warnte jedoch vor einer entschiedenen Reaktion der USA im Falle eines Scheiterns des Dialogs. Vor diesem Hintergrund sorgen Berichte, wonach das Pentagon sich auf wochenlange Bodenoperationen vorbereitet und die US-Militärpräsenz in der Region verstärkt, weiterhin für hohe Nervosität an den Rohstoff- und Devisenmärkten.
Der Fokus der Anleger liegt in dieser Woche auf US-Konjunkturdaten, vor allem auf dem Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe im März sowie dem Arbeitsmarktbericht außerhalb der Landwirtschaft (Non-Farm Payrolls, NFP). Diese Veröffentlichungen könnten dem US-Dollar – und damit auch der Goldpreisentwicklung – neue Impulse geben.
Aus technischer Sicht wird der kurzfristige Trend für XAU/USD neutraler, da die Kurse nach einer Erholung von der 200-Tage-Simple-Moving-Average (SMA) in der vergangenen Woche nun zur 100-Tage-SMA zurückkehren. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt zwar im negativen Bereich, schwankt jedoch um die Marke von 40 und hat sich aus der überverkauften Zone gelöst, was auf nachlassenden Verkaufsdruck hindeutet.
Der MACD-Indikator bleibt unterdessen im negativen Bereich, doch das nachlassende Histogramm signalisiert einen Rückgang des Abwärtsmomentums.
Kommt es zu einem Ausbruch über die 100-Tage-SMA im Bereich von 4630 US-Dollar, eröffnet sich der Weg in Richtung der 50-Tage-SMA. Bei einem Rückgang liegt die nächste Unterstützung in der Zone von 4400–4300 US-Dollar, gefolgt von der 200-Tage-Gleitenden-Durchschnittslinie.