Fed-Chef Powell schlägt einen dovischen Ton an

Während der US-Dollar seine Stärke gegenüber einer Reihe von Risikoanlagen trotz Trumps Bemühungen weiter ausbaut, skizzierte der Vorsitzende der Federal Reserve, Jerome Powell, das schwierige Umfeld, dem sich die Zentralbank gegenübersieht, und hob die Spannung zwischen zwei zentralen Zielen hervor: einem vollständig ausgelasteten Arbeitsmarkt und der Eindämmung der Inflation.

In seinen gestrigen Ausführungen stellte Powell unmissverständlich klar, dass die Fed entschlossen ist, die Inflation wieder auf nachhaltige 2 % zurückzuführen – das zentrale Mandat der Notenbank. Er ging auch auf Befürchtungen ein, wonach die Ausweitung der Fed-Bilanz inflationstreibend wirken könnte, und erklärte, dass die aktuellen Risiken nicht so groß seien, wie von einigen Ökonomen prognostiziert. Dadurch könne die Zentralbank diesen Aspekt vorerst gelassen betrachten.

Powell analysierte zudem die Auswirkungen externer Faktoren auf die Inflation. Er bezeichnete die im Zusammenhang mit dem US‑Iran‑Krieg stehende Öl-Rally als wahrscheinlich vorübergehend und merkte an, dass die Ölpreise die Gesamtinflation um etwa 0,5–1,0 Prozentpunkte nach oben treiben könnten. Die Entwicklungen im Nahen Osten wirkten sich außerdem spürbar auf Benzin- und Gaspreise aus und trügen zu kurzfristigen Inflationsspitzen bei.

Vor diesem Hintergrund betonte Powell, dass die beste Strategie derzeit ein abwartender Ansatz sei. „Wir sollten uns etwas Zeit nehmen, um zu beobachten, wie sich das entwickelt“, sagte er und verwies darauf, dass zunächst die Auswirkungen der aktuellen Faktoren auf die Wirtschaft bewertet werden müssten, bevor politische Maßnahmen ergriffen werden. Das derzeitige Instrumentarium der Geldpolitik sei, so fügte er hinzu, gut geeignet, um eine solche Einschätzung zu ermöglichen.

Powell äußerte außerdem die Zuversicht, dass die langfristigen Inflationserwartungen in den USA weiterhin verankert sind.

Abschließend erklärte der Fed-Chef, die Geldpolitik befinde sich in einer guten Ausgangsposition, um eine Phase der Beobachtung und Bewertung zuzulassen. Das bedeutet, dass die Fed nicht beabsichtigt, übereilt politische Schritte einzuleiten, sondern eingehende Daten – zu Inflation, Beschäftigung und Wachstum – sorgfältig beobachten wird, bevor konkrete Maßnahmen ergriffen werden. Dieser Ansatz hilft, eine verfrühte Straffung zu vermeiden, die das Wirtschaftswachstum bremsen könnte, und erhält zugleich die Flexibilität, auf Abwärtsrisiken zu reagieren.

Gleichwohl reagierten – wie oben erwähnt – die Devisenmärkte mit Käufen des US‑Dollar.

Technischer Ausblick für EUR/USD

Käufer müssen nun das Niveau von 1,1485 zurückerobern. Erst dann wird ein Test von 1,1520 möglich. Von dort aus könnte das Währungspaar 1,1552 erreichen, was ohne Unterstützung der großen Marktteilnehmer jedoch schwierig sein dürfte. Das weiter entfernte Aufwärtsziel liegt bei 1,1588. Auf der Unterseite rechne ich mit nennenswertem Kaufinteresse erst im Bereich von 1,1450. Bleiben die Käufer dort aus, wäre es sinnvoll, auf ein neues Tief bei 1,1415 zu warten oder Long-Positionen erst ab 1,1380 zu eröffnen.

Technischer Ausblick für GBP/USD

Käufer des Pfunds sollten den nächstgelegenen Widerstand bei 1,3225 überwinden. Erst dann rückt das Ziel bei 1,3255 in Reichweite; oberhalb davon dürfte ein weiterer Ausbruch schwierig werden. Das weiter entfernte Aufwärtsziel liegt im Bereich von 1,3280. Auf der Unterseite werden die Bären versuchen, bei 1,3190 die Kontrolle zu übernehmen. Gelingt ihnen das und wird diese Spanne nach unten durchbrochen, wäre dies ein schwerer Schlag für die Bullen und könnte GBP/USD auf 1,3160 mit einer möglichen Ausdehnung bis 1,3131 drücken.