Gold steigt nach starken Verlusten im März: Trump spricht über ein mögliches Kriegsende mit Iran

Die Goldpreise sind in der asiatischen Sitzung am Dienstag deutlich gestiegen und haben damit einen Teil der Verluste aus dem März wettgemacht. Der Markt wurde gestützt durch die Erwartung eines möglichen baldigen Endes des Konflikts zwischen den USA und Iran, durch nachlassende Inflationsrisiken sowie durch Diskussionen über den künftigen Verlauf des Leitzinses.

Warum Gold und andere Metalle steigen

Edelmetalle legten nach deutlichen Verlusten im März wieder spürbar zu. Einer der Treiber waren Meldungen, wonach US-Präsident Donald Trump ein Ende der militärischen Aktionen gegen den Iran erwägt. Berichten zufolge könnte der Konflikt ohne eine Operation zur Öffnung der Straße von Hormus beendet werden.

Zusätzliche Unterstützung kam von Kommentaren des Vorsitzenden der Federal Reserve, Jerome Powell. Der Fed-Chef erklärte, dass die langfristige Inflation auch angesichts kurzfristiger Schocks stabil bleibe. Das ist für Gold wichtig, da es die Sorge vor anhaltend hoher Inflation und damit vor einem ungünstigen Zinspfad verringert.

Wichtige Marken

Um 09:17 GMT stieg der Spotpreis für Gold um 1 % auf 5.556,54 US-Dollar je Feinunze. Die Gold-Futures legten um 0,6 % zu und notierten bei 4.587,01 US-Dollar je Feinunze.

Vor diesem Hintergrund legten am Dienstag auch andere Edelmetalle zu:

Der Spotpreis für Silber sprang um 2,7 % auf 71,9805 US-Dollar je Feinunze. Spot-Platin stieg um 0,8 % auf 1.914,85 US-Dollar je Feinunze.

Beide Metalle steuern damit weiterhin auf bemerkenswerte März-Ergebnisse zu, nachdem sie zuvor deutlich negative Tendenzen gezeigt hatten.

Trump und Hormus: Was das für Trader bedeutet

Das Wall Street Journal berichtet unter Berufung auf ein Briefing vom Montagabend, dass Donald Trump mit seinen Beratern die Möglichkeit erörtert, die Militärkampagne gegen den Iran zu beenden, ohne die Straße von Hormus zu öffnen.

Dem Artikel zufolge sind die USA zu der Einschätzung gelangt, dass der Versuch, die Straße zu öffnen, den Konflikt über den ursprünglich angepeilten Zeitraum von 4–6 Wochen hinaus verlängern und eine komplexe Militäroperation erfordern könnte.

Die Logik dahinter konzentriert sich, wie berichtet wird, auf das Erreichen der wichtigsten US-Ziele: die Schädigung der maritimen Fähigkeiten des Iran und seines Raketenpotenzials.

Außerdem zeigt der Bericht, dass Washington plant, diplomatischen Druck auf Teheran auszuüben, um die Meerenge wieder zu öffnen, während zugleich die Verbündeten am Persischen Golf und in Europa ermutigt werden, selbst die Initiative zu ergreifen.

Für den Markt ergibt sich daraus eine doppelte Konsequenz: Selbst wenn die Wahrscheinlichkeit einer Eskalation des Konflikts sinkt, bleibt das Risiko für die Energieversorgung bestehen. Durch die Straße von Hormus werden 20 % der weltweiten Ölproduktion transportiert, sodass eine längere Schließung die Sorgen über Kraftstoffpreise und Inflation weiter anheizen könnte.

Gold im Aufwind: der schlechteste Monat seit fast 20 Jahren steht bevor

Trotz der jüngsten Erholung bleibt der übergeordnete Trend besorgniserregend. Marktdaten zufolge steuert Gold auf seine schwächste Monatsperformance seit fast zwei Jahrzehnten zu.

Im März ist der Spot-Goldpreis um fast 14 % gefallen und steht kurz davor, eine siebenmonatige Gewinnserie zu beenden. Der Druck wurde durch wachsende Zweifel an weiteren Zinssenkungen der Fed verstärkt, während der Beginn des Iran-Konflikts die Ölpreise in die Höhe trieb und damit die Erwartungen höherer Inflation anfachte.

Auch Signale der großen Zentralbanken spielten eine Rolle. Die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan deuteten an, die Zinsen anheben zu könnten, um die energiegetriebene Inflation zu begrenzen. In einem solchen Umfeld steigen die Renditen von Anlagen, die mit Gold konkurrieren, wodurch die Attraktivität renditeloser Werte sinkt.

Was ist von Silber und Platin zu erwarten?

Diese Logik gilt auch für andere Metalle. Vor dem Hintergrund des anhaltenden Drucks durch Zinserwartungen:

ist der Spotpreis für Silber in diesem Monat bereits um 23 % gefallen. wird bei Platin bis Monatsende ein Rückgang von rund 19 % erwartet.

Mit anderen Worten: Die Kursgewinne am Dienstag wirken eher wie eine technische und nachrichtengetriebene Gegenbewegung, während für den Markt die zentrale Frage bleibt: Wie lange werden die mit Geopolitik und Energieversorgung verbundenen Inflations- und Zinsrisiken anhalten?