Das Währungspaar USD/JPY hat seine Abwärtsbewegung vorerst gestoppt, und der japanische Yen hat seinen Anstieg nach der Veröffentlichung schwächerer Verbraucherpreisdaten in Tokio unterbrochen. Ein heute veröffentlichter Regierungsbericht zeigte, dass der Verbraucherpreisindex (CPI) für Tokio, die Hauptstadt Japans, im März von 1,5 % im Vormonat auf 1,4 % zurückging und damit den niedrigsten Stand seit März 2022 markierte. Der Kernindex, der die volatilen Frischwarenpreise ausklammert, sank im März ebenfalls – auf 1,7 % nach 1,8 % im Februar. Zudem legte der Index, der sowohl frische Lebensmittel als auch Energie ausschließt, im Jahresvergleich um 2,3 % zu, nach 2,5 % im Monat zuvor.
Diese Daten verringern die Wahrscheinlichkeit einer sofortigen Zinserhöhung durch die Bank of Japan und erhöhen den Druck auf den Yen, insbesondere vor dem Hintergrund der mit dem Krieg unter Beteiligung des Iran verbundenen wirtschaftlichen Risiken. Vor diesem Hintergrund und gestützt durch die anhaltende Stärke des US-Dollar erhält das Währungspaar USD/JPY zusätzliche Unterstützung. Gleichzeitig haben Marktteilnehmer weitere Zinssenkungen der US Federal Reserve bereits vollständig eingepreist und bauen nun zügig ihre Erwartungen für Zinserhöhungen gegen Jahresende aus. Auslöser hierfür sind Befürchtungen, dass der militärische Konflikt den Inflationsdruck verstärken und den Dollar auf ein neues Hoch seit Jahresbeginn treiben könnte.
Unterdessen setzte Japans stellvertretender Finanzminister für internationale Angelegenheiten, Atsushi Mimura, das bislang deutlichste Signal und erklärte, die Behörden seien bereit, entschlossen einzugreifen, falls sich spekulative Bewegungen am Devisenmarkt fortsetzen. Darüber hinaus betonte der Gouverneur der Bank of Japan, Kazuo Ueda, die Zentralbank werde die Wechselkursentwicklung genau beobachten, was die Erwartungen möglicher Interventionen zur Eindämmung der Schwäche der Landeswährung verstärkt. Dies hat zwar verhindert, dass Yen-Bären ihre Positionen weiter ausbauen, zugleich aber auch das weitere Aufwärtspotenzial für USD/JPY begrenzt.
Aus technischer Sicht bleibt der kurzfristige Ausblick moderat bullisch, da das Währungspaar USD/JPY deutlich über dem ansteigenden 200-Tage-Simple Moving Average (SMA) und über allen wichtigen gleitenden Durchschnitten notiert. Die Oszillatoren zeigen positive Signale und bestätigen die Dominanz der Bullen am Markt. Die nächste Unterstützung liegt am 9-Tage-EMA. Sollte dieses Niveau nicht halten, könnte sich der Rückgang in Richtung des 20-Tage-SMA beschleunigen. Ein Ausbruch über die Marke von 160,00 würde hingegen zu einem erneuten Test des Märzhochs führen.