Das Währungspaar EUR/USD steigt bereits den zweiten Tag in Folge und hat im Zuge einer verbesserten Risikostimmung neue Wochenhochs erreicht, nachdem Signale auf ein mögliches Ende des Krieges zwischen den USA und Iran hingedeutet haben. Dies hat den US‑Dollar geschwächt und den Euro nach oben getrieben.
Die US‑Konjunkturdaten konnten den Markt nicht beeindrucken. Händler reagierten zurückhaltend auf die Veröffentlichungen: Der ISM Manufacturing PMI stieg auf 52,7 (Prognose: 52,5), die ADP‑Beschäftigung nahm um 62.000 Stellen zu (über den Erwartungen von 40.000), und die Einzelhandelsumsätze legten im Februar um 0,6 % gegenüber dem Vormonat zu. Diese Zahlen bestätigen zwar die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft, stärkten den Dollar jedoch nicht vor dem Hintergrund der geopolitischen Zuversicht.
Gleichzeitig bleiben die Notenbanker flexibel. Der Präsident der Federal Reserve Bank of St. Louis, Alberto Musalem, merkte an, die Geldpolitik der Fed befinde sich „am unteren Ende der neutralen Spanne“ und sei gut positioniert, um kriegsbedingte Risiken zu bewältigen, was sowohl Szenarien weiterer Zinserhöhungen als auch Zinssenkungen zulasse. Der EZB‑Vertreter Gabriel Makhlouf erklärte, die Zentralbank sei bereit zu handeln, sobald neue Daten vorlägen, und betonte, dass ein anhaltender Konflikt die Eurozone einem „negativen Szenario“ näherbringen würde.
Aus technischer Sicht hat das Paar den 20‑Tage‑SMA nach oben durchbrochen, was die Wahrscheinlichkeit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends erhöht. Auch der Relative‑Stärke‑Index ist in den positiven Bereich vorgedrungen. Damit die Bullen jedoch die vollständige Kontrolle über den Markt erlangen, müssen sie die 100‑ und 200‑Tage‑SMAs im Bereich der psychologischen Marke von 1,1700 überwinden.