EUR/USD Analyse – 1. April: Markt ignoriert weiterhin Konjunkturdaten

Das Wellenmuster im 4-Stunden-Chart für EUR/USD hat sich verändert. Von einer Aufhebung des seit Januar vergangenen Jahres bestehenden Aufwärtstrends (unterer Chart) kann zwar weiterhin keine Rede sein, aber die aktuelle Wellenstruktur wirkt nun uneindeutig. In solchen Situationen empfehle ich immer, auf einen kleineren Zeitrahmen (oberer Chart) umzuschalten und sich auf die einfacheren, kleineren Wellenstrukturen zu konzentrieren, um kurzfristige Prognosen zu erstellen – was für das Eröffnen von Trades völlig ausreicht. Wellenstrukturen können sehr komplex sein und mehrere Szenarien zulassen. Am einfachsten ist es, Standardstrukturen des Typs „fünf-drei“ zu handeln.

Im obigen Chart lässt sich eine klassische fünfwellige Impulsstruktur mit einer verlängerten dritten Welle erkennen. Ist diese Interpretation korrekt, dann ist diese Wellenstruktur abgeschlossen, und es ist eine korrektive Sequenz von mindestens drei Wellen zu erwarten. Daher ist kurzfristig mit einem Anstieg des Instruments zu rechnen, allerdings innerhalb einer Korrekturphase bezogen auf den letzten Abschnitt des Trends. Aktuell fügen sich die neuesten Wellenstrukturen noch nicht gut in den höheren Zeitrahmen ein, doch sollte sich die Situation mit der Zeit klären. In der näheren Zukunft könnte sich EUR/USD in Richtung 1,1666 und 1,1745 erholen.

Die US-Daten haben nicht enttäuscht, aber auch keine große Aufmerksamkeit auf sich gezogen. EUR/USD legte am Mittwoch weitere 70 Basispunkte zu und gewann in Summe rund 160 Punkte innerhalb von zwei Tagen. Wie zu erwarten, waren die jüngsten Bewegungen vor allem geopolitisch getrieben. In dieser Woche mehren sich die Nachrichten über eine mögliche Waffenruhe im Nahen Osten. Dabei handelt es sich nun nicht mehr nur um großspurige Äußerungen von Donald Trump, sondern auch um Aussagen des iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian, der eine „Bereitschaft“ zum Ende des Konflikts signalisiert, sofern Garantien gegeben werden. Obwohl jede Seite weiterhin auf ihren eigenen Bedingungen für einen Waffenstillstand besteht, reagieren die Märkte positiv. Die Ölpreise sind zwei Tage in Folge gefallen, und der US‑Dollar schwächt sich ab.

Vor dem Hintergrund dieser geopolitischen Entwicklungen hat der Markt Wirtschaftsdaten weitgehend ignoriert. Vier Veröffentlichungen waren heute für Trader eigentlich von Bedeutung: am Morgen die Arbeitslosigkeit in der Eurozone sowie in den USA die Einzelhandelsumsätze, der ADP‑Beschäftigungsbericht und der ISM Manufacturing PMI. Die Arbeitslosigkeit in Europa stieg entgegen den Prognosen, die US‑Einzelhandelsumsätze legten entgegen den Erwartungen zu, der ADP‑Bericht wies mehr neue Stellen aus als erwartet, und der ISM übertraf die Schätzungen. Damit unterstützten alle vier der wichtigsten Berichte am Mittwoch eigentlich die Verkäuferseite. Die US‑Daten fielen besser aus als prognostiziert, die europäischen schlechter. Dennoch stieg das Währungspaar EUR/USD den ganzen Tag über weiter. Geopolitik wog erneut stärker als Konjunkturdaten und ermöglicht es meinem Wellenplan, weiterhin Bestand zu haben. Das Instrument bildet nach wie vor eine Korrekturwelle aus, könnte unter bestimmten geopolitischen Rahmenbedingungen jedoch einen neuen Aufwärtsabschnitt des Trends beginnen.

Fazit

Auf Basis der EUR/USD‑Analyse komme ich zu dem Schluss, dass sich das Paar weiterhin im Aufwärtstrend (unterer Chart) befindet und eine kurzfristige Abwärtswellenfolge abgeschlossen hat. Da die fünfwellige Impulsstruktur vollendet ist, können die Leser in den nächsten ein bis zwei Wochen mit einem Anstieg rechnen, mit Zielen im Bereich von 1,1666 und 1,1745, was den Fibonacci‑Retracement‑Niveaus von 38,2 % bzw. 50,0 % entspricht. Die weiteren Bewegungen werden voll und ganz von den Ereignissen im Nahen Osten abhängen.

In einem kleineren Zeitrahmen ist der gesamte Aufwärtsabschnitt des Trends erkennbar. Die Wellenstruktur ist nicht standardisiert, da sich die Korrekturwellen in ihrer Größe unterscheiden. So ist zum Beispiel die höhergradige Welle 2 kleiner als die interne Welle 2 der Welle 3. Solche Abweichungen sind jedoch durchaus üblich. Ich erinnere Trader daran, dass es besser ist, sich auf klare, gut erkennbare Strukturen zu konzentrieren, anstatt zu versuchen, jede einzelne Welle zu berücksichtigen. Der Trend könnte sich bald umkehren.

Wesentliche Grundsätze meiner Analyse:

Wellenstrukturen sollten einfach und verständlich sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu handeln und führen häufig zu unerwarteten Veränderungen.Wenn Sie sich über den Markt nicht sicher sind, ist es besser, draußen zu bleiben.Es gibt nie 100%ige Gewissheit über die Marktrichtung. Verwenden Sie stets schützende Stop‑Loss‑Orders.Wellenanalyse lässt sich mit anderen Analysemethoden und Handelsstrategien kombinieren.