GBP/USD. 2. April. Märkte ignorieren die wirtschaftliche Lage in den USA

Im Stundenchart ist das GBP/USD-Paar am Mittwoch bis zum Widerstandsbereich von 1,3341–1,3352 gestiegen, prallte dort ab, drehte zugunsten des US-Dollars und fiel bis zum Unterstützungsbereich von 1,3199–1,3214. Ein erneuter Abprall der Kurse von der Zone 1,3199–1,3214 würde heute das Pfund begünstigen und zu einem Anstieg in Richtung 1,3341–1,3352 führen. Ein nachhaltiger Ausbruch und Schlusskurs des Paares unterhalb von 1,3199–1,3214 würde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs in Richtung 1,3139 und 1,3016 erhöhen.

Die Wellensituation hat sich erneut „bärisch“ entwickelt. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle hat das vorherige Hoch nur um wenige Punkte überschritten, während die letzte Abwärtswelle das vorherige Tief deutlich durchbrochen hat. Das Nachrichtenumfeld bleibt für das Pfund schwach, und die Geopolitik verschafft den Bären nahezu die vollständige Dominanz am Markt. Der Krieg im Iran ist in den vergangenen Monaten der Hauptgrund für die Stärke des US-Dollars geblieben. Die Bullen können nur auf ein Ende des Kriegs im Nahen Osten, fallende Ölpreise und einen Waffenstillstand aller Konfliktparteien hoffen.

Das Nachrichtenumfeld am Mittwoch hätte die bärischen Trader durchaus unterstützen können, tatsächlich erhielten sie diese Unterstützung aber über Nacht von Donald Trump. Gestern wurden in den USA mehrere interessante Berichte veröffentlicht, die der Markt ignoriert hat. Weder ein stärkeres Wachstum der Einzelhandelsumsätze noch ein positiverer ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe weckten das Interesse der Trader. Auch die Daten vom Arbeitsmarkt waren durchaus solide, wenn auch nicht überragend. Der ADP-Bericht zeigte für März einen Stellenaufbau von 62.000, was über den Prognosen liegt, insgesamt aber dennoch ein relativ niedriger Wert ist. Doch welchen Unterschied macht es, ob die Zahl hoch oder niedrig ist, wenn es ohnehin keine Reaktion gibt? Ich möchte daran erinnern, dass diese Situation nun seit einem Monat bis eineinhalb Monaten am Markt zu beobachten ist. Trader konzentrieren sich ausschließlich auf die Geopolitik im Nahen Osten und blenden alle anderen Ereignisse aus. In den vergangenen Wochen hat sich der geopolitische Hintergrund ständig verändert, da Donald Trump viele widersprüchliche Aussagen macht – mitunter sogar innerhalb einer einzigen Rede. Die Auswirkungen auf das Währungspaar GBP/USD sind im obigen Chart deutlich zu erkennen.

Im 4-Stunden-Chart konsolidierte das Paar oberhalb des abwärtsgerichteten Trendkanals, was den Bullen jedoch überhaupt nichts einbrachte. Vom 61,8%-Korrekturlevel (1,3340) kam es zu einem Abprall, auf den eine Umkehr zugunsten des Dollars und der Beginn eines neuen Rückgangs folgten. Eine Konsolidierung unterhalb des 76,4%-Fibonacci-Levels (1,3215) wird die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs in Richtung 1,3044 erhöhen. In den heutigen Indikatoren sind keine aufkommenden Divergenzen zu erkennen.

Commitments of Traders (COT)-Bericht:

Die Stimmung der Händlerkategorie „Non-commercial“ ist in der letzten Berichts­woche noch bärischer geworden. Bereits seit sieben Wochen in Folge erhöhen nicht-kommerzielle Händler aktiv ihre Verkäufe und reduzieren ihre Käufe. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen stieg um 2.166, während die Zahl der Short-Positionen um 4.927 zurückging. Der Abstand zwischen Long- und Short-Positionen beträgt nun effektiv 46.000 gegenüber 105.000. In den vergangenen Wochen hatten die Bären klar die Oberhand, was angesichts der geopolitischen Lage nicht überrascht. Ich glaube weiterhin nicht an einen Bärenmarkt beim Pfund, doch mittlerweile hängt alles nicht mehr von Wirtschaftsindikatoren, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken ab, sondern von Dauer, Ausmaß und Folgen des Kriegs im Nahen Osten.

Im vergangenen Jahr wirkte das Pfund im Vergleich zum Dollar wie eine sicherere Währung – stabiler und mit einem klareren wirtschaftlichen Ausblick. In den letzten Monaten setzte jedoch zunächst eine Korrektur bei weiterhin bestehendem Aufwärtstrend ein, und anschließend begann sich der Konflikt im Nahen Osten nahezu täglich zu verschärfen. Geopolitik bleibt der einzige Grund für die Aufwertung des US-Dollars.

Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich:

USA – Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (12:30 UTC).

Am 2. April steht im Wirtschaftskalender nur ein Termin, der wenig Relevanz besitzt. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung könnte am Donnerstag daher ausbleiben.

Prognose und Handelsempfehlungen für GBP/USD:

Verkäufe des Währungspaars waren nach einem Rückprall auf dem Stundenchart vom Bereich 1,3341–1,3352 mit Ziel 1,3199–1,3214 möglich. Das Ziel wurde erreicht. Neue Short-Positionen sind nach einem Schlusskurs unterhalb des Bereichs 1,3199–1,3214 mit Zielen bei 1,3139 und 1,3016 möglich. Käufe sind heute nach einem Rückprall vom Bereich 1,3199–1,3214 mit Ziel 1,3341–1,3352 möglich.

Die Fibonacci-Niveaus werden im Stundenchart ausgehend von 1,3341–1,3866 und im 4-Stunden-Chart ausgehend von 1,3012–1,3868 berechnet.