EUR/USD. Kursanalyse und Prognose

Dem EUR/USD-Paar ist es nach Erreichen eines Wochenhochs am Vortag nicht gelungen, das in den vergangenen zwei Tagen aufgebaute Wachstum zu halten, und es sah sich am Donnerstag spürbarem Verkaufsdruck gegenüber. In den letzten fünf Stunden fielen die Kassakurse unter die Marke von 1,1550, ausgelöst durch eine wiederauflebende Nachfrage nach dem US‑Dollar, der traditionell als sicherer Hafen gilt. Auslöser war eine Erklärung des US‑Präsidenten Donald Trump über einen möglichen Krieg mit dem Iran, die die Erwartungen einer Deeskalation deutlich verringerte.

In einer Ansprache an die Nation warnte Trump, dass Iran im Falle eines ausbleibenden Abkommens innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen mit äußerst harten Angriffen rechnen müsse, die möglicherweise die großflächige Zerstörung von Infrastruktur einschließen. Er betonte zudem, dass der Energiesektor des Landes weiterhin ein mögliches Ziel bleibt. Diese Aussagen lösten einen starken Anstieg der Ölpreise und steigende Inflationsrisiken aus. Vor diesem Hintergrund festigen sich die Erwartungen einer strafferen Geldpolitik durch die US-Notenbank, was den Dollar zusätzlich stützt und Druck auf den EUR/USD ausübt.

Aus technischer Sicht spricht sowohl die Unfähigkeit, sich oberhalb des 100‑Perioden Simple Moving Average (SMA) im 4‑Stunden‑Chart zu stabilisieren, als auch der Rücklauf aus der Angebotszone von 1,1620–1,1625 für die Verkäufer. Der MACD‑Indikator kehrt nach einer kurzen Ausweitung im positiven Bereich zur Nulllinie zurück, während sich das Histogramm verkleinert und damit auf einen nachlassenden bullischen Impuls hindeutet. Zusätzlich fällt der Relative Strength Index (RSI) unter die Marke von 50 und spiegelt damit einen Verlust an direktionaler Dynamik wider.

Die nächstgelegene Unterstützung bildet sich im Bereich von 1,1520, wo der 20‑Perioden‑SMA im 4‑Stunden‑Chart verläuft. Ein Bruch unter dieses Niveau würde den Weg für einen Rückgang in Richtung 1,1450 ebnen. Auf der anderen Seite liegt der erste Widerstand bei 1,1590, unmittelbar vor der runden Marke von 1,1600. Es folgt die Zone von 1,1610–1,1620, in der frühere lokale Hochs zusammenfallen, und anschließend der 200‑Perioden‑SMA, der eine wichtige Barriere darstellt. Für die Wiederaufnahme eines nachhaltigen Aufwärtstrends ist eine überzeugende Konsolidierung oberhalb dieser Zone erforderlich, während ein Fall unter 1,1515 den Marktfokus in Richtung 1,1450 verschieben würde.