XAU/USD. Prognose. Gold stand am Donnerstag unter starkem Druck

Gold (XAU/USD) hat sich teilweise von deutlichen Verlusten im Tagesverlauf erholt und ist während der europäischen Sitzung wieder näher an das Niveau von 4.630 USD herangerückt. Allerdings bleibt trotz eines spürbaren Anstiegs der Nachfrage nach dem US-Dollar eine kräftige Aufwärtsbewegung beim Edelmetall bislang aus.

In seiner Ansprache an die Nation warnte der US-Präsident Donald Trump, dass der Iran innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen mit einem äußerst heftigen Schlag rechnen müsse, falls keine Einigung erzielt werde, und erwähnte erneut die Möglichkeit, das Land „in die Steinzeit zurückzubomben“. Diese Aussagen dämpfen die Hoffnungen auf eine Deeskalation im Nahen Osten und festigen den Status des US-Dollars als wichtigste Reservewährung der Welt, was einen aggressiven Ausverkauf bei Gold auslöst. Trump betonte zudem, dass die iranische Energieinfrastruktur weiterhin ein mögliches Ziel bleibe. Darüber hinaus berichtete am Dienstag das The Wall Street Journal, dass die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) auf ein militärisches Vorgehen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus drängen und für eine entsprechende Resolution des UN-Sicherheitsrats werben, die eine solche Operation autorisieren soll. Dies hat die Furcht vor weiterer Eskalation verstärkt und einen kräftigen Anstieg der Ölpreise ausgelöst, was erneut Inflationssorgen schürt und die Erwartungen einer Zinserhöhung durch die Federal Reserve stärkt.

Dies treibt im Gegenzug die Renditen von US-Staatsanleihen weiter nach oben, stärkt den Dollar zusätzlich und erhöht den Abwärtsdruck auf Versuche, den Goldpreis zu erholen. Das Edelmetall reagiert weiterhin äußerst sensibel auf geopolitische Nachrichten, und die Volatilität dürfte erhöht bleiben, da Anleger auf Entwicklungen im anhaltenden Konflikt mit Iran reagieren. Unter diesen Bedingungen dürfte jede unmittelbare Marktreaktion auf den viel beachteten US-Arbeitsmarktbericht Nonfarm Payrolls (NFP) am Freitag eher begrenzt ausfallen. Dennoch wirkt der fundamentale Ausblick für XAU/USD eher bärisch, was zu einer gewissen Vorsicht mahnt, bevor man sich auf eine Fortsetzung der jüngsten, recht kräftigen Erholung von der psychologischen Marke von 4.100 US‑Dollar oder dem in der vergangenen Woche verzeichneten Viermonatstief nahe der 200‑Tage‑SMA positioniert.

Aus technischer Sicht spricht das Scheitern am Donnerstag in der Nähe der 20‑Tage‑SMA für die Bären. Die Oszillatoren verbleiben im negativen Bereich. Der vorübergehende Rutsch unter die 100‑Tage‑SMA hat die zuvor positive Stimmung abgeschwächt. Gelingt es den Kursen nicht, dieses Niveau zu halten, sind weitere Rückgänge wahrscheinlich.