Während das britische Pfund abstürzt, steigen die Preise für Benzin und Diesel im Vereinigten Königreich rasant. Der Krieg im Iran löste im vergangenen Monat einen Rekordanstieg aus und erhöht den Druck auf Premierminister Keir Starmer, einzugreifen und Autofahrern zu helfen.
„Der März war wirklich beispiellos – die Kraftstoffpreise sind in einem einzigen Monat noch nie so schnell gestiegen“, erklärte die britische Automobilorganisation RAC und merkte zugleich an, dass die Gesamtkosten für das Volltanken eines Autos weiterhin unter den Höchstständen von 2022 liegen.
Es ist wahrscheinlich, dass sich der Trend in den kommenden Monaten fortsetzt. Zu den Faktoren, die den Anstieg antreiben, gehören sowohl geopolitische Spannungen als auch die binnenwirtschaftliche Lage. Das Pfund, geschwächt durch politische Unsicherheit und globale wirtschaftliche Herausforderungen, verliert an Kaufkraft, wodurch importierter Kraftstoff teurer wird.
Die Regierung von Keir Starmer steht unter Druck von der Öffentlichkeit und von Branchenverbänden. Autofahrer, die mit steigenden Kraftstoffpreisen konfrontiert sind, fordern sofortige Unterstützung, während Ölkonzerne und Vertriebsunternehmen auf Ursachen im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran und der Schließung der Straße von Hormus verweisen. Obwohl inzwischen ein Monat vergangen ist, wirkt sich der Konflikt weiterhin erheblich auf die globalen Ölmärkte aus. Die Versorgungssicherheit bleibt gefährdet, was die Preise für Futures und in der Folge die Preise an den Zapfsäulen im gesamten Vereinigten Königreich in die Höhe treibt.
Am Mittwoch räumte Starmer die steigenden Energiepreise ein, verzichtete jedoch darauf, neue umfangreiche Unterstützungsmaßnahmen anzukündigen, was zusätzlichen Druck auf das Pfund ausübte. Deutschland hingegen hat Beschränkungen für die Häufigkeit von Preiserhöhungen an Tankstellen eingeführt, und Länder wie Slowenien und Ungarn haben die Kraftstoffsteuern gesenkt.
Trotz des Rekordanstiegs im März ist zu beachten, dass die Gesamtkosten für das Tanken eines Autos im Vereinigten Königreich noch nicht die Höchststände aus dem Jahr 2022 erreicht haben. Für viele britische Haushalte, insbesondere für diejenigen, die für Pendel- und Reisewege auf den privaten Verkehr angewiesen sind, stellen die aktuellen Preisniveaus dennoch bereits eine erhebliche finanzielle Belastung dar.
Unterdessen haben sowohl die wichtigste Oppositionspartei, die Conservative Party, als auch die Reform Party, die in einigen Umfragen führt, Finanzministerin Rachel Reeves aufgefordert, die Pläne zur Senkung der Verbrauchssteuer auf Kraftstoffe zu beschleunigen.
Nach Angaben der RAC stieg der Benzinpreis im vergangenen Monat um 20 Pence pro Liter, was in etwa der Hälfte des Anstiegs bei Diesel entspricht. Der stärkere Anstieg der Dieselpreise spiegelt Europas Abhängigkeit von Importen dieses Kraftstoffs aus Raffinerien im Nahen Osten wider, die nun in den Konflikt verwickelt sind.
Mit Blick auf das aktuelle technische Bild für GBP/USD müssen die Käufer des Pfunds den nächstgelegenen Widerstand bei 1,3230 überwinden. Erst dann rückt das Ziel bei 1,3260 in den Fokus, oberhalb dessen ein Ausbruch eher schwierig werden dürfte. Das fernste Ziel liegt im Bereich von 1,3290. Im Falle eines Rückgangs werden die Bären versuchen, die Marke von 1,3200 unter ihre Kontrolle zu bringen. Gelingt ihnen das, würde ein Ausbruch aus der Spanne die Position der Bullen erheblich schwächen und GBP/USD in Richtung des Tiefs bei 1,3160 drücken, mit der Aussicht auf einen Rückgang bis 1,3130.