Dollar bleibt angesichts der Risiken im Nahen Osten stabil

Während Donald Trump droht, greift der Iran Energieinfrastruktur am Golf an. Während der US-Präsident fordert, dass die Straße von Hormus wieder geöffnet wird, verhandelt Teheran mit Oman über ein Protokoll, um Gebühren für Tanker zu erheben, die die Meerenge passieren – Gebühren, die bis zu 2 Millionen US-Dollar erreichen könnten. Leere Worte gegenüber konkreten Schritten. Kein Wunder, dass die Märkte sich von der Vorstellung eines schnellen Kriegsendes verabschieden, was zum Rückgang von EUR/USD beiträgt.

Der US-Dollar hat sich während des Konflikts um rund 2 % aufgewertet und profitiert von seinem Status als sicherer Hafen sowie davon, dass die USA ein Nettoenergieexporteur sind. Im gleichen Zeitraum ist Brent jedoch um 50 % gestiegen. Offensichtlich hält der Greenback mit dem Ölpreis nicht Schritt. Warum?

Entwicklung von Dollar- und Ölpreisen

MUFG Bank nennt drei Gründe. Der erste ist Trumps politisches Verhalten. Seine Ausschläge während früherer Handelskonflikte hatten eine USD-Schwäche ausgelöst. Heute droht der Präsident abwechselnd und rudert wieder zurück, was kein Vertrauen in den Dollar schafft. Gleichzeitig wird die Unfähigkeit des Weißen Hauses, den Konflikt im Nahen Osten entschlossen zu lösen, als Schwäche wahrgenommen. Bislang gab es für Ölabrechnungen keine echte Alternative zum Petro-Dollar. Der Iran-Krieg hat die Tür für Alternativen geöffnet. Investoren diskutieren zunehmend über einen Wechsel hin zum Petro-Yuan.

Der zweite Grund ist zeitlos. Vor der Konfrontation im Nahen Osten gingen Investoren davon aus, dass die Bank of England den Repo-Satz im Jahr 2026 zweimal senken und die EZB die Zinsen bis zum Jahresende unverändert lassen würde. Anfang April preist der Futures-Markt bis Dezember etwa drei Straffungsschritte von EZB und BoE ein. Derivate erwarten derweil keine Zinserhöhungen der Fed. Kapital fließt typischerweise dorthin, wo die Zinsen höher sind – dennoch ist es nicht in großer Eile aus den Vereinigten Staaten abgezogen.

Schließlich ist der dritte Grund die anhaltende Markthoffnung auf eine rasche Deeskalation und eine Rückkehr zum Status quo. Hält sich diese Illusion, wird es EUR/USD schwer haben, deutlich unter die aktuellen Niveaus zu fallen.

US-Beschäftigungs- und Arbeitslosendynamik

Es ist unwahrscheinlich, dass die US-Arbeitsmarktdaten die Stimmung der EUR/USD-Bären verderben. Die Erfahrung der Vergangenheit zeigt, dass selbst eine massive Überraschung bei den Payrolls – ein Rückgang um 92.000 im Februar – nur zu einer vorübergehenden Dollar-Korrektur geführt hat. Ein Wert unterhalb der Bloomberg-Konsensschätzung von 60.000 für März dürfte wahrscheinlich eine ähnliche Marktreaktion auslösen. Umgekehrt würden starke Arbeitsmarktdaten weitere Gewinne des Greenback gegenüber den wichtigsten Währungen unterstützen.

Aus technischer Sicht konsolidiert sich EUR/USD im Tageschart innerhalb einer Fair-Value-Spanne von 1,1505–1,1635. Ein Ausbruch unter die Untergrenze bei 1,1505 wäre ein Signal, um Short-Positionen im Euro gegenüber dem Dollar aufzustocken. Als alternative Strategie kommt in Betracht, bei einer Erholung im Bereich des Fair Value um 1,1590 oder am Pivot-Level von 1,1615 Short zu gehen.