EUR/USD Analyse. 3. April. Was geschieht am Markt?

Das Wellenmuster im 4-Stunden-Chart für EUR/USD hat sich verändert. Vom Abbruch des im Januar vergangenen Jahres begonnenen Aufwärts­trendsegments (unterer Chart) kann zwar noch keine Rede sein, aber die Wellenstruktur dieses Trends wirkt derzeit sehr uneindeutig. In solchen Situationen empfehle ich immer, auf einen kleineren Zeitrahmen (oberer Chart) zu wechseln und die einfachsten und kleinsten Wellenstrukturen zu analysieren, um eine kurzfristige Prognose zu erstellen, die für das Eröffnen von Positionen ausreicht. Wellenstrukturen können sehr komplex sein und mehrere mögliche Szenarien zulassen. Der einfachste Ansatz besteht darin, auf Basis der klassischen „Fünf-Drei“-Muster zu handeln.

Im obigen Chart lässt sich eine klassische fünfwellig-impulsive Struktur mit einer verlängerten dritten Welle erkennen. Trifft dies zu, ist die Ausbildung dieser Struktur abgeschlossen, und wir können eine Korrektursequenz von mindestens drei Wellen erwarten. Daher ist in naher Zukunft mit einem Anstieg der Notierungen des Instruments zu rechnen, allerdings nur im Rahmen einer Korrektur relativ zum letzten Trendsegment. Derzeit fügen sich die jüngsten Wellenstrukturen nur schlecht in die übergeordnete Wellenzählung ein, doch mit der Zeit dürfte sich das Bild klären. Kurzfristig könnte sich der Euro in Richtung der Niveaus von 1,1666 und 1,1745 erholen.

Das Währungspaar EUR/USD fiel am Freitag um einige Dutzend Basispunkte, insgesamt blieb die Volatilität jedoch gering. Die Aufwertung des US-Dollars nach der Veröffentlichung der Nonfarm Payrolls und der Arbeitslosenzahlen in der zweiten Tageshälfte erwies sich als äußerst schwach. Daraus lässt sich nahezu unmittelbar schließen, dass der Markt auch diese Daten weitgehend ignoriert hat. Natürlich gab es eine gewisse Reaktion der Marktteilnehmer, doch wohl kaum jemand hatte erwartet, dass starke Payrolls nur zu ein paar Dutzend Punkten Dollar-Gewinn führen würden. Allerdings könnte die Nachfrage nach der US-Währung zum Ende des Tages deutlich stärker anziehen.

Insgesamt zeigen die Marktteilnehmer weiterhin die Bereitschaft, im Wesentlichen nur auf geopolitische Ereignisse zu reagieren. Viele der jüngsten Äußerungen von Trump oder hochrangigen Vertretern Irans haben starke Reaktionen bei den Tradern ausgelöst. Und Trump äußert sich recht häufig – mehrmals täglich. Infolgedessen reagiert der Markt derzeit faktisch fast ausschließlich auf geopolitische Nachrichten. Zudem ist es schwer, diese Signale als konsistent zu bezeichnen. Nicht nur Washington und Teheran unterscheiden sich in ihrer Rhetorik, auch Trumps Tonfall kann sich innerhalb einer einzigen Rede ändern. Dennoch hat der US-Präsident gestern erneut damit gedroht, Iran „vollständig zu zerstören“, was den Dollar stützte. Der Hausherr des Weißen Hauses wiederholt ähnliche Aussagen täglich, und doch betrachtet der Markt diese Informationen als wichtig – im Gegensatz zu den Berichten zum Arbeitsmarkt und zur Arbeitslosigkeit.

Auf Basis all dessen wird sich die Ausbildung der erwarteten Welle „c“ nur dann fortsetzen, wenn Trump seine Rhetorik in naher Zukunft auf einen friedlicheren Kurs umstellt. In diesem Fall hätte EUR/USD die Chance, zumindest in Richtung des Bereichs um 1,17 zu steigen. Danach könnten womöglich die „zwei Wochen“ ablaufen, von denen Trump für die Lösung des Konflikts gesprochen hat.

Allgemeine Schlussfolgerungen

Auf Grundlage der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass sich das Instrument weiterhin in einem Aufwärtstrendsegment befindet (unteres Chart), während es kurzfristig eine Abwärtswellen-Sequenz abgeschlossen hat. Da die fünfwellige Impulsstruktur vollständig ist, können Leser in der kommenden Woche mit einem Kursanstieg rechnen, mit Zielen im Bereich von 1,1666 und 1,1745, was den Fibonacci-Niveaus von 38,2 % bzw. 50,0 % entspricht. Die weitere Entwicklung hängt vollständig von der Lage im Nahen Osten ab.

In einem kleineren Zeitrahmen ist das gesamte Aufwärtstrendsegment sichtbar. Die Wellenstruktur ist nicht ganz standardisiert, da sich die Korrekturwellen in ihrer Größe unterscheiden. So ist beispielsweise die übergeordnete Welle 2 kleiner als die interne Welle 2 innerhalb der Welle 3. Solche Fälle kommen jedoch vor. Ich möchte daran erinnern, dass es besser ist, auf den Charts klare und verständliche Strukturen zu identifizieren, als starr an der Kennzeichnung jeder einzelnen Welle festzuhalten. Der Trend könnte sich in naher Zukunft umkehren.

Die wichtigsten Grundsätze meiner Analyse:

Wellenstrukturen sollten einfach und übersichtlich sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu handeln und ändern sich häufig.Wenn keine Sicherheit über die Marktsituation besteht, ist es besser, an der Seitenlinie zu bleiben.Es gibt niemals 100%ige Gewissheit über die Marktrichtung. Verwenden Sie immer schützende Stop-Loss-Orders.Wellenanalyse kann mit anderen Analyseformen und Trading-Strategien kombiniert werden.