EUR/USD Überblick. Wöchentliche Vorschau. Neue Woche – neue Chancen für den Dollar

Das Währungspaar EUR/USD wies am Freitag eine Volatilität von 37 Pips auf. Dieses Volatilitätsniveau war am Tag der Veröffentlichung der US Non-Farm Payrolls und der Arbeitslosenquote von den Tradern erwartet worden. Dennoch überrascht uns ein derart „wunderbares“ Ergebnis kaum, da wir wiederholt festgestellt haben, dass der makroökonomische Hintergrund nahezu keinen Einfluss auf die Bewegung des Paares hat. Wir waren uns nicht sicher, ob der Markt derart wichtige US-Berichte vollständig ignorieren würde, aber wie sich zeigt, ist nichts unmöglich.

Daher können wir gleich festhalten, dass sich in der kommenden Woche nicht viel ändern wird. Selbstverständlich werden wir die wichtigsten makroökonomischen Veröffentlichungen berücksichtigen, doch sie dürften die Stimmung der Trader kaum maßgeblich beeinflussen. Die Geopolitik wird weiterhin im Vordergrund stehen. Donald Trump könnte in den nächsten Tagen einen neuen Schlag gegen den Iran führen und damit eine weitere Eskalation im Nahen Osten provozieren. Wir tun uns schwer, den Sinn eines neuen Angriffs zu erkennen – zumal auf Energieziele –, wenn Teheran bereits deutlich gemacht hat, dass es seine Souveränität, Unabhängigkeit und seinen politischen Kurs weiter verteidigen will. Neue Angriffe auf iranisches Territorium würden lediglich weitere Vergeltungsmaßnahmen der Staaten im Nahen Osten hervorrufen.

Trump kann sich jedoch nicht einfach zurückziehen. Genauer gesagt: Er könnte es, will es aber höchstwahrscheinlich nicht. Trump ist sich bewusst, dass seine politischen Zustimmungswerte umso stärker sinken, je länger der Krieg andauert. Trump selbst wird an den Wahlen 2026 nicht teilnehmen; dennoch fallen die politischen Zustimmungswerte nicht nur für Trump, sondern für die gesamte Republikanische Partei. Amerikanische Wähler verstehen, dass ein Sieg der Republikaner bei den Kongresswahlen es Trump ermöglichen würde, Entscheidungen im Grunde ohne nennenswerten Widerstand zu treffen. Das erste Jahr seiner Präsidentschaft hat deutlich gezeigt, wie diese Entscheidungen aussehen könnten und in welchem Ausmaß sich der Lebensstandard der Amerikaner dadurch erhöhen kann. Daher gehen wir davon aus, dass die Amerikaner für die Demokraten stimmen werden, allein um einen Sieg der Republikaner zu verhindern.

Folglich sollte sich Trump derzeit darauf konzentrieren, zumindest eine der beiden Kammern des Kongresses zu retten. Um dies zu erreichen, muss er den Krieg im Iran beenden und darüber hinaus beginnen, etwas für sein eigenes Land zu tun. Beispielsweise die Wirtschaft anzukurbeln, die Beziehungen zu Handelspartnern zu verbessern und an der Erholung des Arbeitsmarktes zu arbeiten. Wahrscheinlich wird Trump jedoch einen anderen Weg einschlagen. Daher rechnen wir mit neuen Angriffen auf den Iran, die einen weiteren Anstieg der Energiepreise auslösen und den Dollar stärken könnten.

In der Eurozone wird es in dieser Woche nur sehr wenige interessante Veröffentlichungen geben. Für die Eurozone sind im Wesentlichen nur die Einzelhandelsumsätze von Interesse, während aus Deutschland zweite Schätzungen zu den Einkaufsmanagerindizes, zur Handelsbilanz, zur Industrieproduktion sowie die zweite Inflationsschätzung veröffentlicht werden. Wie wir sehen, ist unter den aktuellen Umständen kaum mit Berichten zu rechnen, die die Bewegungen des Paares beeinflussen könnten. Aus technischer Sicht hat das Paar in den vergangenen zwei Wochen in einer Spanne zwischen 1,1450 und 1,1630 gehandelt.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD der letzten 5 Handelstage beträgt zum 6. April 81 Pips und wird damit als „durchschnittlich“ eingestuft. Wir erwarten, dass das Paar am Montag in einer Spanne zwischen 1,1434 und 1,1596 gehandelt wird. Der obere lineare Regressionskanal hat nach unten gedreht, was auf eine Trendwende hindeutet. Der CCI-Indikator ist in den überverkauften Bereich eingetreten und hat eine „bullische“ Divergenz ausgebildet, was erneut auf eine bevorstehende Beendigung des Abwärtstrends hinweist.

Nächste Unterstützungsniveaus:S1 – 1,1475S2 – 1,1353S3 – 1,1230Nächste Widerstandsniveaus:R1 – 1,1597R2 – 1,1719R3 – 1,1841Handelsempfehlungen:

Das Währungspaar EUR/USD setzt seine durch geopolitische Faktoren ausgelöste Abwärtsbewegung fort. Das übergeordnete fundamentale Umfeld für den Dollar bleibt äußerst negativ, doch bereits seit über einem Monat konzentriert sich der Markt nahezu ausschließlich auf die Geopolitik, wodurch alle anderen Faktoren praktisch in den Hintergrund treten. Befindet sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, können Short-Positionen mit Kurszielen bei 1,1434 und 1,1353 in Betracht gezogen werden. Oberhalb der gleitenden Durchschnittslinie sind Long-Positionen mit Zielen bei 1,1629 und 1,1719 relevant. Für eine stärkere Aufwärtsbewegung ist eine Stabilisierung der geopolitischen Lage erforderlich.

Erläuterungen zu den Abbildungen:Lineare Regressionskanäle helfen dabei, den aktuellen Trend zu identifizieren. Zeigen beide in dieselbe Richtung, ist der Trend stark.Die gleitende Durchschnittslinie (Einstellungen 20.0, geglättet) bestimmt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte.Murray-Level sind Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen.Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen auf Basis der aktuellen Volatilitätsindikatoren den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar am nächsten Tag voraussichtlich bewegen wird.CCI-Indikator: Sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder den überkauften Bereich (über +250) signalisiert, dass eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung bevorstehen könnte.