Stehen globale Marktverschiebungen bevor? (USD/JPY dürfte nur begrenzt nachgeben und Gold könnte in eine enge Seitwärtsbewegung übergehen)

Donald Trump droht Iran weiterhin, knüpft Bedingungen für ein Kriegsende und verspricht neue „höllische Strafen“. Gleichzeitig wirkt er jedoch selbst ohnmächtig und nicht in der Lage, irgendetwas zu verändern. Solange dieser Zustand anhält, werden die Märkte in einem Zustand äußerster Unsicherheit verharren.

Warum sind keine größeren Veränderungen zu erwarten? Vor allem deshalb, weil der Krieg im Nahen Osten mindestens zwei bedeutende Unsicherheitsquellen hervorbringt. Die erste betrifft den Zeitpunkt seines Endes, also den Zeithorizont bis zum Konfliktende. Die zweite besteht in der Frage, wie dieser Krieg ausgehen wird.

Der erste Faktor macht deutlich, dass die USA und Israel Iran und dessen Vergeltungsmaßnahmen eindeutig unterschätzt haben, was bereits zu Störungen des Welthandels und der Weltwirtschaft führt. Die Unfähigkeit, ein Ende des Konflikts abzusehen, könnte die Volkswirtschaften ganzer Regionen zum Einsturz bringen, die von Gas- und Öllieferungen aus dem Nahen Osten abhängig sind. So sind etwa manche der Ansicht, dass Europa binnen einer Woche oder zehn Tagen in eine schwere Krise stürzen könnte. Ebenso wichtig ist die Wirkung des zweiten Faktors, des Kriegsausgangs, der Investoren ebenfalls verunsichert. Vor diesem Hintergrund agieren Anleger äußerst vorsichtig, was sich in überwiegend seitwärts gerichteten Kursbewegungen widerspiegelt.

Ein weiterer wichtiger Faktor, der für sich genommen steht, aber die Prioritäten der Marktteilnehmer klar erkennen lässt, ist die Reaktion auf die Veröffentlichung wichtiger US-Wirtschaftsdaten. Der am Freitag veröffentlichte Nonfarm-Payrolls-Bericht zeigte für März einen unerwarteten Anstieg auf 178.000 Stellen gegenüber einer Prognose von 60.000. Die Märkte ignorierten diesen Bericht vollständig. Wenn man dies noch damit entschuldigen konnte, dass der Freitag ein Feiertag vor dem katholischen Osterfest war, so zeigt die heutige Marktentwicklung, dass die Nachricht gänzlich ausgeblendet wird. Der Grund dafür ist, dass die Ereignisse im Nahen Osten derzeit der wichtigste Treiber für die Märkte sind – und dies so lange bleiben werden, bis wirklich klar ist, wann und wie der Krieg endet.

Was ist an den Märkten kurzfristig zu erwarten?

Ich gehe davon aus, dass sich vor dem Hintergrund des Krieges im Nahen Osten die allgemeine Marktdynamik überwiegend in Seitwärtsbewegungen innerhalb bestimmter Spannen vollziehen und kaum darüber hinausgehen wird.

Prognose des Tages:

USD/JPY

Das Paar zeigt eine Wahrscheinlichkeit für eine lokale Abwärtskorrektur und einen möglichen Rückgang zunächst auf 158,50 und anschließend auf 157,50 nach einem Bruch der Unterstützung bei 159,40. Ein Niveau für einen Verkauf könnte bei 159,24 liegen.

GOLD

Der Spotpreis für Gold wird voraussichtlich ebenfalls in der Spanne von 4.573,00–4.798,00 gehandelt. Der am besten geeignete Handelsansatz könnte Range-Trading sein. Nach einem Anstieg auf 4.798,00 ist mit einer erneuten Abwärtsbewegung in Richtung 4.573,00 zu rechnen. Ein mögliches Verkaufsniveau könnte bei 4.781,50 liegen.