Die Ölpreise steigen weiter

Die Ölpreise sind den dritten Tag in Folge stetig gestiegen. Dieser Anstieg wird maßgeblich durch die verschärfte Rhetorik von Präsident Donald Trump befeuert, der seine Drohungen gegenüber Iran erneut verstärkt hat. In seinen Äußerungen betonte der amerikanische Präsident seine Bereitschaft, im Falle einer Nichterfüllung der vorgeschlagenen Bedingungen innerhalb des festgelegten Zeitrahmens auf die Zerstörung wichtiger Infrastrukturen des Landes zurückzugreifen.

Vor dem Hintergrund dieser geopolitischen Spannungen haben die Preise für Brent-Rohöl die Marke von 111 US-Dollar pro Barrel überschritten und verzeichneten zum Ende der vorangegangenen Handelssitzung einen Anstieg von 0,7 %. Die Preise für West Texas Intermediate (WTI) näherten sich der Marke von 116 US-Dollar und schlossen auf dem höchsten Stand seit Juni 2022 – ein Hinweis auf eine deutliche Nachfragestärkung und ein erhöhtes Risikobewusstsein am Markt.

Am Montag äußerte sich Präsident Trump zuversichtlich hinsichtlich der Verhandlungen mit dem Iran und beschrieb sie als „laufen gut“. Er betonte zudem, dass die Wiedereröffnung der Straße von Hormus „eine sehr wichtige Priorität“ sei. Trotz dieser Zusicherungen des amerikanischen Präsidenten zeigt die Reaktion des Marktes – erkennbar an den anhaltend steigenden Ölpreisen –, dass die Marktteilnehmer einer raschen Lösung skeptisch gegenüberstehen und wahrscheinlich mögliche Angebotsunterbrechungen einpreisen.

Der Iran hat gewarnt, als Reaktion auf solche Angriffe seinerseits die Attacken auf Energieinfrastruktur im Persischen Golf zu intensivieren – ein Schritt, der den globalen Treibstoffmangel verschärfen und der Weltwirtschaft schaden könnte. Der andauernde Krieg, der nun in die sechste Woche geht, hat die Ölmärkte bereits erheblich erschüttert und einen schweren Angebotsschock ausgelöst.

Sollte Trump in einen „Verwüstungsmodus“ übergehen und der Iran seine Vergeltungsangriffe in noch zerstörerischerer und größer angelegter Form fortsetzen, dürften die Ölpreise weiter steigen und sich der Marke von 120 US-Dollar nähern. Je länger sich der Krieg hinzieht, desto deutlicher mehren sich zudem die Anzeichen wachsender Sorgen um das Angebot auf kurze Sicht. Die Preisdifferenz zwischen kurzfristigen WTI-Ölkontrakten näherte sich am Montag zeitweise 15,50 US-Dollar pro Barrel und markierte damit einen der höchsten jemals verzeichneten Stände.

Was das aktuelle technische Bild für Öl angeht, müssen die Käufer zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 118,88 $ überwinden. Dadurch eröffnet sich das Ziel bei 120,08 $, oberhalb dessen ein Durchbruch allerdings recht schwierig werden dürfte. Das weiter entfernte Ziel liegt im Bereich von 124,86 $. Kommt es hingegen zu einem Rückgang des Ölpreises, werden die Bären versuchen, bei 113,36 $ die Kontrolle zu übernehmen. Gelingt dies, würde ein Ausbruch aus der Handelsspanne die Position der Bullen deutlich schwächen und den Ölpreis möglicherweise zunächst auf 106,83 $ drücken, mit weiteren Abwärtschancen bis auf 100,40 $.