Während der US‑Dollar weiterhin gegenüber Euro und Pfund an Boden gutmacht, wird der kräftige Anstieg der Benzinpreise in den USA, den amerikanische Verbraucher bereits zu spüren bekommen, in den demnächst anstehenden wichtigen Inflationsveröffentlichungen vollständig zum Ausdruck kommen.
Ökonomen prognostizieren, dass der Verbraucherpreisindex im März um 1 % steigen wird – der stärkste monatliche Anstieg seit 2022 –, nachdem der Krieg im Iran die Preise an den Zapfsäulen um etwa 1 US‑Dollar pro Gallone nach oben getrieben hat. Gleichzeitig dürfte der Kern-VPI ohne Energie und Nahrungsmittel laut einer Umfrage unter Ökonomen im Vorfeld des Berichts des Bureau of Labor Statistics gegenüber dem Vormonat um 0,3 % zulegen.
Dieser durch geopolitische Ereignisse ausgelöste Preisschock zwingt Verbraucher zu schwierigen Entscheidungen. Der starke Anstieg der Benzinkosten trifft die Haushaltsbudgets direkt und führt zu Einschnitten bei den Ausgaben für nicht lebensnotwendige Güter. Besonders betroffen sind Menschen, die für ihre Arbeit häufig fahren müssen, sowie Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen, bei denen Kraftstoff einen bedeutenden Teil der Ausgaben ausmacht.
Wie die Prognosen zeigen, wird sich der Inflationsdruck jedoch nicht nur auf Energiepreise beschränken. Der Anstieg des Kern-VPI weist auf eine breitere Ausbreitung inflationärer Tendenzen hin. Dies könnte einen Dominoeffekt widerspiegeln: Höhere Energiekosten treiben die Rohstoff- und Transportkosten der Produzenten in die Höhe, was sich wiederum in höheren Preisen für eine Vielzahl von Waren und Dienstleistungen niederschlägt.
Diese Situation stellt die Zentralbank vor zusätzliche Herausforderungen. Einerseits muss sie die Inflation eindämmen, um die Preisstabilität und die Kaufkraft der Landeswährung zu bewahren. Andererseits könnte eine zu aggressive Straffung der Geldpolitik das Wirtschaftswachstum bremsen, das bereits durch externe Faktoren unter Druck steht. Die Suche nach dem optimalen Gleichgewicht zwischen Inflationsbekämpfung und Unterstützung der wirtschaftlichen Aktivität bekommt höchste Priorität.
Derzeit bewegen sich die Ölpreise rasant auf 120 US‑Dollar pro Barrel zu, da wichtige Energieanlagen im Nahen Osten weiterhin jederzeit von neuen Angriffen bedroht sind. Auch der Druck von Trump, Iran zur Wiedereröffnung der strategisch bedeutenden Straße von Hormus zu zwingen, ist bislang ohne Erfolg geblieben.
OPEC+ warnte am vergangenen Sonntag, dass Schäden an Energieanlagen im Nahen Osten langfristige Auswirkungen auf das Ölangebot haben werden, selbst nachdem die Kampfhandlungen mit Iran beendet sind, und genehmigte für den kommenden Monat eine symbolische Anhebung der Förderquoten.
Die Veröffentlichung des Protokolls der Zinssitzung der Zentralbank vom März zur Wochenmitte könnte Aufschluss darüber geben, wie groß die Sorge der Verantwortlichen über die Inflation ist oder welche wirtschaftlichen Folgen der Konflikt mit Iran und die damit verbundenen Störungen der Energie- und anderer Rohstoffströme haben könnte.
Mit Blick auf die aktuelle technische Situation bei EUR/USD müssen Käufer nun überlegen, wie sie das Niveau von 1,1550 überwinden können. Erst dann ist ein Anlauf auf 1,1590 möglich. Von dort wäre ein Anstieg auf 1,1630 denkbar, was ohne Unterstützung großer Marktteilnehmer jedoch recht schwierig werden dürfte. Das entfernteste Ziel ist das Hoch bei 1,1662. Kommt es bei dem Instrument nur zu einem Rückgang in den Bereich von etwa 1,1520, rechne ich mit deutlichen Aktivitäten großer Käufer. Sollten diese ausbleiben, wäre es sinnvoll, auf eine Erneuerung des Tiefs bei 1,1500 zu warten oder Long-Positionen ab 1,1485 zu eröffnen.
Zur aktuellen technischen Lage bei GBP/USD: Käufer des Pfunds müssen zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 1,3245 überwinden. Erst dann rückt der Bereich um 1,3266 als Ziel in den Fokus, dessen Durchbruch sich allerdings als recht schwierig erweisen dürfte. Das entfernteste Ziel liegt im Bereich von 1,3300. Kommt es zu einem Rückgang, werden die Bären versuchen, die Kontrolle über die Marke von 1,3210 zu übernehmen. Gelingt ihnen das, würde ein Ausbruch aus dieser Spanne die Position der Bullen deutlich schwächen und GBP/USD in Richtung des Tiefs bei 1,3180 drücken, mit der Aussicht auf einen weiteren Rückgang bis 1,3160.