Schlussfolgerungen nach dem iranischen Waffenstillstand: Es ist nur noch schlimmer geworden

Welche Schlussfolgerungen können wir fast einen Tag nach dem „Waffenstillstand“ ziehen? Erstens gibt es de facto keinen Waffenstillstand. Die Länder des Nahen Ostens greifen weiterhin gegenseitig ihre Infrastruktur an, und Jerusalem scheint über die Einstellung der Feindseligkeiten völlig im Unklaren zu sein. Daher ist es verfrüht, überhaupt von einem zweiwöchigen Waffenstillstand zu sprechen. Es ist möglich, dass in den kommenden Tagen einer erreicht wird, aber das Feuer ist nicht gelöscht worden; es wurde lediglich mit einer Flasche Wasser begossen.

Zweitens wird die Straße von Hormus für alle durchfahrenden Schiffe nun wesentlich komplizierter und kostspieliger werden. Iran konnte die Straße schon früher blockieren, da militärische Auseinandersetzungen in der Region weder neu noch selten sind. Vor der militärischen Intervention im Februar scheute sich Teheran jedoch, zu solch drastischen Maßnahmen zu greifen. Jetzt möchte Iran eine dauerhafte Gebühr für die Nutzung der Straße von Hormus erheben. Laut einigen Berichten könnte diese Gebühr bei 1 US‑Dollar pro Barrel Öl liegen, das durch die Meerenge transportiert wird (etwa 15–20 Millionen US‑Dollar pro Tag). Anderen Informationen zufolge soll die Gebühr bei 2 Millionen US‑Dollar pro Tanker liegen, der den Persischen Golf verlassen will. In jedem Fall wird die Straße von Hormus mautpflichtig werden, was zu steigenden Ölpreisen führen wird.

Drittens ist die Straße von Hormus nun ein Garant für Irans Sicherheit. Zweifellos ist diese Garantie recht schwach, doch jede Aggression gegen Iran würde unmittelbar zur Blockade der Meerenge führen. Das bedeutet, dass der Energiepreisschock, den die Welt im Februar und März erlebt hat, noch lange nicht der letzte ist.

Viertens bleibt das Schicksal des angereicherten Urans Irans ungewiss. Trump kann so viel behaupten, wie er will, dass er alle Ziele in Iran erreicht habe, doch schon im vergangenen Jahr hatte er erklärt, die drei angegriffenen Nuklearanlagen seien vollständig zerstört worden und Iran habe sein gesamtes Nukleararsenal verloren. Wie sich im Februar dieses Jahres herausstellte, ist längst nicht alles verloren. Somit können in Zukunft aus denselben Gründen neue Angriffe auf Iran erfolgen (und Donald Trump wird noch drei Jahre lang Präsident der USA sein).

Fünftens ist es Trump, der sich zurückgezogen hat, nicht der Iran. Washington hat die Forderungen Irans nach einem Waffenstillstand akzeptiert und ist bereit, die Verhandlungen über ein längerfristiges Friedensabkommen auf dieser Grundlage fortzusetzen. Trump hat also erkannt, dass ein weiterer Krieg in der Region seiner politischen Karriere so sehr schaden könnte, dass selbst die Republikanische Partei ihn fallenlassen würde. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass Trump lange „arbeitslos“ bleibt. Seinen eigenen Aussagen zufolge bittet Venezuela ihn praktisch darum, sein nächster Präsident zu werden.

Wellenbild für EUR/USD:

Auf Grundlage der durchgeführten Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass sich das Instrument weiterhin in einem Aufwärtssegment des Trends befindet (unteres Bild), sich kurzfristig jedoch in einer Korrekturstruktur bewegt. Das Korrekturwellenmuster wirkt weitgehend abgeschlossen und könnte nur unter einer Bedingung eine komplexere, verlängerte Form annehmen: wenn ein tragfähiger Waffenstillstand zwischen Iran, den USA, Israel und allen anderen Ländern im Nahen Osten zustande kommt. Andernfalls gehe ich davon aus, dass sich ausgehend von den aktuellen Niveaus ein neues abwärtsgerichtetes Wellenmuster ausbilden könnte.

Wellenbild für GBP/USD:

Das Wellenmuster für das Instrument GBP/USD ist im Laufe der Zeit, wie von mir erwartet, klarer geworden. Auf den Charts sehen wir nun eine deutlich erkennbare, fünfwellig abwärts gerichtete Struktur mit einer Verlängerung in der dritten Welle. Wenn dies tatsächlich der Fall ist und die Geopolitik nicht in absehbarer Zeit einen neuen Einbruch des Instruments auslöst, ist zumindest die Ausbildung einer dreiwelligen Korrekturstruktur zu erwarten, innerhalb derer das Pfund auf die Niveaus von 1,3429 und 1,3512 steigen könnte, was den Fibonacci-Marken von 38,2 % bzw. 50,0 % entspricht. Die geopolitische Lage hat sich jedoch bereits zu verschlechtern begonnen, und die dreiwellige Korrektur bei EUR/USD wirkt abgeschlossen. Daher könnten, falls sich die Situation nicht bald klärt, beide Instrumente mit der Ausbildung eines neuen abwärtsgerichteten Wellenmusters beginnen.

Grundprinzipien meiner Analyse:Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu handeln und gehen häufig mit Veränderungen einher.Wenn man sich über das Marktgeschehen nicht sicher ist, ist es besser, dem Markt fernzubleiben.Es gibt niemals 100%ige Sicherheit in Bezug auf die Bewegungsrichtung. Denken Sie daher immer daran, schützende Stop-Loss-Orders zu verwenden.Wellenanalyse lässt sich mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombinieren.