In unserem vorherigen Bericht haben wir festgestellt, dass Australiens BIP pro Kopf in eine Rezession abrutscht, das Verbrauchervertrauen rasch sinkt und zu erwartende Störungen in der Kraftstoffversorgung die Aktivität im Bergbau- und Agrarsektor bremsen dürften.
Der monatliche Verbrauchervertrauensindex verzeichnete Ende 2025 ein solides Wachstum, verlangsamt sich jedoch seit Januar, und für Februar wird ein Anstieg von höchstens 0,3 % gegenüber dem Vormonat erwartet.
Es ist bemerkenswert, dass die Abschwächung bereits vor dem Ausbruch des Golfkonflikts eingesetzt hat. Das bedeutet, dass Verbraucher schon ab März mit einem starken Anstieg der Kraftstoffkosten konfrontiert sein werden, was das Verbrauchervertrauen weiter schwächen dürfte.
Die naheliegende Lösung wäre die Wiederöffnung der Straße von Hormus und die Wiederaufnahme des Transits von Öl und Gas aus der Region. Die angekündigte Waffenruhe greift dieses Problem weitgehend auf, doch selbst in einem optimistischen Szenario wird es Monate dauern, bis die beschädigte Infrastruktur wiederhergestellt ist. Im pessimistischen Szenario, das sich durchaus durchsetzen könnte, sieht es noch schwieriger aus. Der Iran hat den Transit erneut ausgesetzt, nachdem nur vier Tanker passieren durften, während Israel seine Bombardierungen im Libanon fortsetzt. Vertreter der USA erklären, dass ein Stopp der Angriffe auf den Libanon nicht Teil der Vereinbarung ist. Die Lage spitzt sich erneut zu, und es ist unklar, ob die nächsten Entwicklungen zur Deeskalation beitragen oder eine erneute Verschärfung des Konflikts mit sich bringen werden.
Die Netto-Long-Positionen im Australischen Dollar sind in der Berichtswoche um 0,67 Milliarden US‑Dollar auf 5,62 Milliarden US‑Dollar gestiegen. Der Australische Dollar bleibt die einzige Währung, die gegenüber dem US‑Dollar weiterhin eine stabil bullische Positionierung aufweist. Gleichzeitig liegt der geschätzte Preis unter seinem langfristigen Durchschnitt, was auf einen wahrscheinlichen Rückgang im kurzfristigen Zeitraum hindeutet.
Eine Woche zuvor waren wir noch davon ausgegangen, dass AUD/USD unter der Rezessionsgefahr im Zuge der eskalierenden Konflikte weiter in Richtung der Zone von 0,6700–0,6710 fallen würde. Der Waffenstillstand hat jedoch einen deutlichen Optimismusschub ausgelöst, sodass die derzeitige Aufwärtskorrektur gerechtfertigt erscheint. Dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass das Rezessionsrisiko weiterhin besteht. Sollten der Beginn von Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran sowie die Einhaltung des Waffenstillstands bestätigt werden, könnte AUD/USD einen weiteren kurzfristigen Anstieg in Richtung 0,7190 verzeichnen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das lokale Hoch erneut erreicht oder überschritten wird, bleibt jedoch gering. Jede Verzögerung bei den Friedensgesprächen – oder erst recht ein Scheitern des Waffenstillstands – würde den Druck auf den Aussie erhöhen und das Währungspaar wieder auf einen Abwärtspfad zurückführen.