GBP/USD. Smart Money. US-BIP und Inflation

In dieser Woche ist das Währungspaar GBP/USD um fast 300 Punkte gestiegen. Was hat Trader, die zwei Monate lang den Dollar gekauft hatten, dazu veranlasst, ihre Kernstrategie abrupt aufzugeben? Die Gründe dafür waren überzeugend – wenn auch teilweise widersprüchlich. Beginnen wir mit dem technischen Bild. Wie in jüngsten Analysen hervorgehoben, hat sich ein seltenes und bedeutendes Three-Drives-Muster ausgebildet, das die aktuelle Aufwärtsbewegung ausgelöst hat. Dies lieferte den Tradern ein klares bullishes Signal, während der übergeordnete Trend weiterhin klar intakt blieb.

Zweitens gab es zum ersten Mal seit zwei Monaten Anzeichen dafür, dass sich der Konflikt im Nahen Osten womöglich entschärfen könnte. Der Waffenstillstand ist derzeit noch fragil, und die Konfliktparteien haben bislang nicht eindeutig klargestellt, wer genau davon erfasst ist und wer weiterhin als Ziel gilt. Leider bleibt die Straße von Hormus weiterhin blockiert, da der Iran Israel und die Vereinigten Staaten beschuldigt, gegen die Waffenstillstandsvereinbarungen zu verstoßen. Der Markt glaubt jedoch, dass Frieden möglich ist. In naher Zukunft wird eine weitere Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran erwartet.

Die Wahrscheinlichkeit eines Rückgangs in beiden Währungspaaren bleibt relativ hoch, da der Waffenstillstand weiterhin instabil ist. Gleichzeitig hat das Three Drives pattern – auf dem Chart durch ein Dreieck markiert – den Bullen ermöglicht, in die Offensive zu gehen, was bereits eine positive Entwicklung darstellt. Dieses Muster besteht aus drei aufeinanderfolgenden Schwüngen, die jeweils etwas tiefer oder höher als der vorherige liegen und damit (in diesem Fall) das Ende eines bärischen Impulses signalisieren. Daher deutet die technische Analyse auf gute Chancen für weitere Gewinne beim Pfund hin, doch die Bullen benötigen weiterhin Unterstützung von der geopolitischen Seite. Solange der Aufwärtstrend intakt bleibt (oberhalb von 1,3012), sollte bullischen Signalen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. In dieser Woche dürfte sich voraussichtlich ein bullishes Ungleichgewicht herausbilden, das künftig neue Kaufgelegenheiten eröffnen könnte.

Der ökonomische Hintergrund am Donnerstag unterstützte die bullischen Trader dabei, ihre geopolitikgetriebene Aufwärtsbewegung fortzusetzen. Das US-BIP für das vierte Quartal fiel weiter zurück, sodass die Wirtschaft am Ende nur um 0,5 % wuchs. Morgen wird ein weiterer wichtiger Bericht veröffentlicht – die US-Inflationsdaten für März – die mit hoher Wahrscheinlichkeit die ersten negativen wirtschaftlichen Auswirkungen von Trumps Militäreinsätzen im Nahen Osten widerspiegeln werden. Es wird erwartet, dass die Inflation von 2,4 % im Vorjahresvergleich auf etwa 3,2–3,3 % ansteigt. Wichtiger als die absolute Zahl ist jedoch der Trend in den kommenden Monaten und die Reaktion des Federal Open Market Committee. Aus den jüngsten Äußerungen von Jerome Powell und seinen Kollegen geht hervor, dass eine Straffung der Geldpolitik derzeit nicht ernsthaft in Betracht gezogen wird.

In den Vereinigten Staaten lässt der allgemeine Nachrichtenhintergrund langfristig kaum etwas anderes als eine Abschwächung des Dollars erwarten. Der Konflikt zwischen Iran und den USA ändert an diesem Ausblick wenig. Die Lage des Dollars bleibt auf lange Sicht schwierig und nur kurzfristig günstig. Der Arbeitsmarkt schwächt sich weiter ab, die Wirtschaft bewegt sich näher an eine Rezession heran, und die Federal Reserve plant – anders als die EZB und die Bank of England – im Jahr 2026 keine Straffung der Geldpolitik. Darüber hinaus hat im ganzen Land bereits die vierte große Protestwelle gegen Donald Trump stattgefunden. Aus wirtschaftlicher Sicht gibt es keine überzeugenden Gründe für ein nachhaltiges Dollarwachstum.

Ein anhaltender Abwärtstrend beim GBP/USD würde einen starken und konstant positiven Nachrichtenfluss für den Dollar erfordern – etwas, das unter Donald Trump schwer vorstellbar ist. Die Geopolitik hat den Dollar nun seit über einem Monat gestützt, doch diese Unterstützung wird früher oder später nachlassen. Wann genau, lässt sich nur schwer vorhersagen, sodass der Dollar noch eine Woche, einen Monat oder sogar mehrere Monate weiter steigen könnte.

Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich:

USA – Verbraucherpreisindex (12:30 UTC)USA – University of Michigan Consumer Sentiment Index (14:00 UTC)

Am 10. April umfasst der Wirtschaftskalender zwei Schlüsselereignisse, wobei die Inflationsdaten besonders hervorstechen. Der Nachrichtenhintergrund könnte die Marktstimmung am Freitag beeinflussen, obwohl sich die Trader weiterhin vor allem auf die geopolitische Lage konzentrieren.

GBP/USD-Prognose und Trading-Tipps:

Für das Pfund bleibt der langfristige Ausblick bullisch, auch wenn es derzeit keine aktiven bullischen Muster gibt. Lediglich das Three Drives pattern hat Trader frühzeitig vor einer möglichen Aufwärtsbewegung gewarnt. Der starke Rückgang der letzten Wochen war weitgehend auf eine unglückliche Kombination von Faktoren zurückzuführen. Hätte Donald Trump den Konflikt im Nahen Osten nicht angefacht, hätte sich der Dollar vermutlich nicht so stark aufgewertet. Der bärische Abschnitt kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht als vollständig abgeschlossen gelten. Der Kurs könnte weiterhin Liquidität aus den letzten beiden Aufwärtsschwüngen abgreifen, und ein vollständiger Zusammenbruch des Waffenstillstands könnte den Abwärtsdruck erneut verstärken.

Kurzfristig können sich Trader nur auf die Ausbildung neuer bullischer Muster stützen. Höchstwahrscheinlich wird sich in dieser Woche ein Ungleichgewicht herausbilden, das künftige Kaufchancen eröffnen dürfte. Kommt es zu einem tragfähigen Waffenstillstand (nicht zu dem derzeit fragilen), könnte das Pfund seinen Anstieg in Richtung der Jahreshochs fortsetzen.