GBP/USD: Kursanalyse und Prognose. Brüchiger Waffenstillstand zwischen den USA und Iran hält geopolitische Risiken im Fokus

Das Währungspaar GBP/USD überschritt am Donnerstag die Marke von 1,3400, angetrieben von geopolitischen Entwicklungen. Der Waffenstillstand im Nahen Osten bleibt instabil: Israel reagiert mit Angriffen auf den Libanon und setzt seine Konfrontation mit der Hisbollah fort.

Das Pfund legt vor dem Hintergrund anhaltender geopolitischer Spannungen und eines hohen Vertrauens in die künftigen Prognosen der Federal Reserve zu.

Die geopolitische Unsicherheit prägt weiterhin die Marktstimmung: Der Iran zeigt keine Bereitschaft, die Straße von Hormus zu öffnen, und besteht darauf, dass der Libanon in die Waffenstillstandsbedingungen einbezogen wird. Israel wiederum intensiviert seine Angriffe, die bereits über 250 Todesopfer gefordert haben, was die Sorge vor einer weiteren Eskalation des Konflikts in der Region schürt.

Die Inflationsdaten aus den USA fielen stärker aus als erwartet: Im Februar stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,4 %, nach 0,3 % im Monat zuvor. Der jährliche Index der persönlichen Konsumausgaben (PCE) erhöhte sich um 2,8 % und blieb damit auf dem Niveau von Januar. Der Kerninflationsindikator, auf den die Federal Reserve besonders achtet, nahm ebenfalls um 0,4 % gegenüber dem Vormonat zu und entsprach damit den Prognosen, während die Jahresrate wie erwartet von 3,1 % auf 3 % zurückging.

Die Markterwartungen hinsichtlich einer Lockerung der Fed-Politik bleiben stabil: Die Daten der CME FedWatch Futures deuten bis zum Jahresende auf eine mögliche Zinssenkung von rund 6 Basispunkten hin.

Der Arbeitsmarkt zeigt sich trotz eines leichten Anstiegs der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe robust – sie stiegen in der Woche bis zum 4. April von 203.000 auf 219.000 und lagen damit über der Prognose von 210.000. Der Vier-Wochen-Durchschnitt erreichte 209.500, während die Zahl der fortlaufenden Anträge um 38.000 auf 1.794.000 zurückging und damit ein Tief erreichte, das zuletzt im Mai 2024 verzeichnet worden war.

Unterstützung erhält das Pfund durch die Erwartung einer Zinserhöhung durch die Bank of England. Trotz anhaltender wirtschaftlicher Spannungen wertet die britische Währung auf, begünstigt durch eine verbesserte Marktstimmung und das Vertrauen der Anleger in eine weitere Straffung der Geldpolitik.

Laut Daten des Prime Market Terminal (PMT) preisen Marktteilnehmer eine mögliche Zinserhöhung durch die Bank of England auf der Sitzung am 18. Juni ein, während die Wahrscheinlichkeit einer Änderung am 30. April nur auf 21 % geschätzt wird. Für das Gesamtjahr rechnen Investoren mit einer Straffung der Geldpolitik um insgesamt rund 39 Basispunkte.

Die nachstehende Tabelle zeigt die Entwicklung des Wechselkurses des britischen Pfunds gegenüber den wichtigsten Währungen in dieser Woche, wobei die stärkste Aufwertung gegenüber dem US‑Dollar zu verzeichnen ist.

Aus technischer Sicht liegt der nächstgelegene Widerstand im Bereich der drei einfachen gleitenden Durchschnitte um 1,3439. Der nächste Widerstand befindet sich bei 1,3485. Die Unterstützung unterhalb der runden Marke könnte bei 1,3380 liegen; sollte der Kurs dieses Niveau nicht halten können, wird die 20‑Tage‑SMA diese Rolle übernehmen. Die Oszillatoren zeigen ein gemischtes Bild, wobei der Relative-Stärke-Index positiv bleibt und damit die Bullen unterstützt.