Im Stundenchart ist das Währungspaar GBP/USD am Donnerstag zum Widerstandsbereich von 1,3437–1,3465 zurückgekehrt. Ein erneuter Abprall von dieser Zone würde heute den US-Dollar begünstigen und für einen leichten Rückgang in Richtung der Unterstützungszone von 1,3341–1,3352 sprechen. Eine Stabilisierung oberhalb des Bereichs 1,3437–1,3465 würde die Wahrscheinlichkeit einer Fortsetzung des Anstiegs in Richtung des nächsten Widerstandsbereichs von 1,3526–1,3539 erhöhen.
Die Wellenlage entwickelt sich erneut „bullish“. Die jüngste Aufwärtswelle hat das vorherige Hoch überschritten, während die zuletzt abgeschlossene Abwärtswelle das vorherige Tief nicht durchbrochen hat. Die Geopolitik hatte den Bären zwei Monate lang nahezu die vollständige Kontrolle über den Markt verschafft, doch nun hellt sich der geopolitische Hintergrund auf, was das Vertrauen der Bullen sofort stärkt. Auch im Stundenchart ist zu erkennen, dass sich das Paar in den letzten Wochen seitwärts in einer Spanne zwischen 1,3177 und 1,3465 bewegt.
Der Nachrichtenfluss am Donnerstag unterstützte die Bullen, doch weder ihre Kraft noch die Wirtschaftsdaten reichten aus, um das Schlüsselniveau von 1,3437–1,3465 zu durchbrechen. Diese Zone bremst den weiteren Aufwärtsimpuls weiterhin aus, sodass GBP/USD vorerst in einem horizontalen Kanal verbleibt. Der US-BIP-Bericht für das vierte Quartal ermöglichte es den Bullen lediglich, in diese Zone zurückzukehren. Die Wirtschaft wuchs nur um 0,5 %, wobei jede nachfolgende Schätzung nach unten revidiert wurde. Zur Erinnerung: Die erste Schätzung war von einem US-Wirtschaftswachstum von 1,4 % ausgegangen. Heute gilt die Aufmerksamkeit dem Inflationsbericht. Händler erwarten für März einen Anstieg auf 3,3 %, er könnte aufgrund des starken Anstiegs der Energiepreise jedoch noch höher ausfallen. Schon 3,3 % sind recht hoch und könnten den US-Dollar stützen, da die Markterwartungen in Bezug auf die Geldpolitik der Federal Reserve „hawkisher“ werden könnten. Fällt der tatsächliche Wert noch höher aus, ist ein weiterer Dollaranstieg wahrscheinlich. Gleichzeitig darf die Geopolitik nicht außer Acht gelassen werden, da sie derzeit eine entscheidende Rolle bei der Stimmungsbildung unter den Tradern spielt.
Im 4-Stunden-Chart hat sich das Paar oberhalb eines abwärts gerichteten Trendkanals stabilisiert, was den Bullen bislang jedoch noch keinen wirklichen Vorteil verschafft hat. Das Pfund ist bis zum 50,0%-Fibonacci-Retracement bei 1,3439 gestiegen, dieses Niveau hat jedoch bereits zweimal zuvor eine Umkehr ausgelöst. Obwohl sich die geopolitische Lage verbessert, müssen die Bullen nun 1,3439 überwinden, um auf einen Trend hoffen zu können. Eine Konsolidierung oberhalb dieses Niveaus würde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Anstiegs in Richtung 1,3540 und 1,3664 erhöhen. Auf den heutigen Indikatoren sind keine aufkommenden Divergenzen zu erkennen.
Commitments of Traders (COT) Report:
Die Stimmung der Händlerkategorie „Non-commercial“ ist in der vergangenen Berichtswoche etwas weniger bärisch geworden. Die Anzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen stieg um 4.845, während die Short-Positionen um 912 zurückgingen. Die Lücke zwischen Long- und Short-Positionen liegt nun bei etwa 51.000 gegenüber 104.000. Sechs Wochen in Folge haben Non-commercial-Händler Short-Positionen aktiv aufgebaut und Long-Positionen abgebaut, was zu einem starken Ungleichgewicht geführt hat. In den letzten Wochen dominierten die Bären, was angesichts der geopolitischen Lage nicht überrascht. Ich glaube weiterhin nicht an einen nachhaltigen Bärenmarkt für das Pfund, doch inzwischen hängt alles nicht mehr von Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken ab, sondern von Dauer, Ausmaß und Folgen des Krieges im Nahen Osten. In den vergangenen Monaten setzte bei weiterhin intaktem Aufwärtstrend eine Korrektur ein, und dann begann sich der Konflikt im Nahen Osten nahezu täglich zu verschärfen. Die Geopolitik bleibt der einzige Treiber für die Stärke des US-Dollars.
Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
USA – Verbraucherpreisindex (12:30 UTC)USA – University of Michigan Consumer Sentiment Index (14:00 UTC)Der Wirtschaftskalender für den 10. April enthält zwei Termine, wobei die Inflation der wichtigste ist. Der Nachrichtenfluss könnte die Marktstimmung am Freitag beeinflussen.
Prognose und Trading-Empfehlungen für GBP/USD:
Verkaufsmöglichkeiten boten sich nach einem Rückprall vom Bereich 1,3437–1,3465 im Stundenchart mit Ziel 1,3341–1,3352. Diese Positionen können auch heute noch gehalten werden. Kaufgelegenheiten könnten sich nach einem Rückprall vom Bereich 1,3341–1,3352 mit Ziel 1,3437–1,3465 ergeben oder nach einem Ausbruch und Schlusskurs oberhalb von 1,3437–1,3465 mit Ziel 1,3526–1,3539.