Überblick über das Währungspaar EUR/USD. Wöchentliche Vorschau. Verhandlungen in Pakistan als Grundlage für alles

Das Währungspaar EUR/USD wird in der neuen Woche versuchen, einen Aufwärtsimpuls zu entwickeln. Die vergangene Woche hat gezeigt, dass der Markt an erfolgreiche Verhandlungen zwischen Iran und den USA glaubt, jedoch davon ausgeht, dass sie schwierig und langwierig werden könnten. Wie bereits gesagt, ist ein langer Weg zum Frieden besser als die Fortsetzung des Krieges. Dies ist der erste Faktor für einen möglichen Anstieg des Euro. Der zweite Faktor ist die nachlassende Bedeutung geopolitischer Einflüsse. Wir haben bereits erwähnt, dass die Geopolitik eine eigene „Ablauffrist“ hat. Mit anderen Worten: Sollte der Krieg in Iran noch ein weiteres Jahr andauern, ist es unwahrscheinlich, dass der US-Dollar allein aufgrund dieses Faktors weiter steigt und dabei alle anderen Faktoren ignoriert.

Zur Erinnerung: In den letzten zwei Monaten wurden nahezu alle makroökonomischen Daten und fundamentalen Ereignisse (etwa Zentralbanksitzungen) vom Markt ignoriert. Selbst am Freitag, als in den USA ein wichtiger Inflationsbericht veröffentlicht wurde, blieb eine Marktreaktion aus. Am Donnerstag wurde in den USA ein enttäuschender BIP-Bericht für das vierte Quartal veröffentlicht, der sich ebenfalls nicht in den Charts widerspiegelte. Somit bleiben geopolitische Faktoren im Fokus, allerdings in etwas veränderter Form.

Bis Sonntag haben die Verhandlungen in Islamabad noch keine positiven Ergebnisse gebracht. Allerdings könnten sie nach Aussage beider Seiten bald wieder aufgenommen werden. Daher schließen wir die Möglichkeit eines Waffenstillstands keineswegs aus. Zwei Szenarien sind denkbar.

Das erste Szenario ist die Unterzeichnung eines Friedensabkommens. In diesem Fall wird der Euro naturgemäß weiter steigen. Genauer gesagt wird der US-Dollar weiter fallen, da der Markt keinen „sicheren Hafen“ mehr benötigt. Zur Erinnerung: In den letzten zwei Monaten ist der Dollar ausschließlich aufgrund der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten gestiegen. Hätte der Markt anderen Faktoren Beachtung geschenkt, wäre der Dollar nicht einmal um 200 Punkte gestiegen. Gleichzeitig bleibt der Aufwärtstrend im Währungspaar EUR/USD sowohl im Tages- als auch im Wochenchart intakt. Daher rechnen wir für 2026 ausschließlich mit einem Anstieg.

Im zweiten Szenario wird kein Frieden geschlossen, die Verhandlungen scheitern vollständig und der Krieg geht weiter. In diesem Fall wird es dem Euro schwerfallen, seinen Anstieg fortzusetzen, da die Nachfrage nach dem US-Dollar erneut zunehmen wird. In der vergangenen Woche hat der Markt dem Euro einen gewissen Vertrauensvorschuss eingeräumt, was sich in der Hoffnung auf ein Ende des Krieges im Nahen Osten widerspiegelte. Sollten sich diese Hoffnungen nicht erfüllen, wird der Markt sofort in den Zustand von vor fünf Tagen zurückfallen.

Sollten wir dem makroökonomischen Hintergrund Beachtung schenken? Vielleicht – allerdings eher aus Gewohnheit. In der Eurozone werden die zweiten Schätzungen zur Industrieproduktion und zur Inflation veröffentlicht. Beide Veröffentlichungen können als zweitrangig eingestuft werden. Wir gehen davon aus, dass letztlich alles von der Geopolitik abhängen wird.

Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD in den letzten fünf Handelstagen betrug zum 11. April 83 Pips, was als „durchschnittlich“ eingestuft wird. Wir erwarten, dass sich das Paar am Montag in einer Spanne zwischen 1,1644 und 1,1810 bewegt. Der obere Regressionkanal hat nach unten gedreht, was auf einen Trendwechsel zu einem Abwärtstrend hindeutet. Allerdings könnte sich der Aufwärtstrend nun tatsächlich wieder fortsetzen. Der CCI-Indikator ist in die überkaufte Zone eingetreten und signalisiert damit eine mögliche kurzfristige Abwärtskorrektur.

Nächste Unterstützungsniveaus:

S1 – 1,1719

S2 – 1,1597

S3 – 1,1475

Nächste Widerstandsniveaus:

R1 – 1,1841

R2 – 1,1963

Handelsempfehlungen:

Das Währungspaar EUR/USD hat seine Aufwärtsbewegung aufgenommen, doch seine Fortsetzung wird erneut von geopolitischen Faktoren abhängen. Das globale fundamentale Umfeld für den Dollar bleibt äußerst negativ, jedoch richtet der Markt seit nunmehr zwei Monaten seine Aufmerksamkeit ausschließlich auf die Geopolitik, sodass alle anderen Faktoren nahezu bedeutungslos geworden sind. Befindet sich der Kurs unterhalb des gleitenden Durchschnitts, kommen Short-Positionen mit Zielen bei 1,1475 und 1,1353 in Betracht. Oberhalb des gleitenden Durchschnitts bleiben Long-Positionen mit Zielen bei 1,1810 und 1,1841 relevant. Für eine kräftigere Aufwärtsbewegung ist erforderlich, dass sich die geopolitische Lage weiter verbessert.

Erläuterungen zu den Abbildungen:

Regressionkanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Sind beide in dieselbe Richtung ausgerichtet, deutet dies auf einen starken Trend hin.

Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20.0, geglättet) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die gehandelt werden sollte.

Murray-Level dienen als Zielzonen für Bewegungen und Korrekturen.

Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen auf Basis der aktuellen Volatilitätswerte den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem das Paar am folgenden Tag voraussichtlich gehandelt wird.

Das Eintreten des CCI-Indikators in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) deutet darauf hin, dass eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung näher rückt.