Börse am 13. April: S&P 500 und NASDAQ stehen vor neuen Problemen

Am vergangenen Freitag schlossen die Aktienindizes uneinheitlich. Der S&P 500 stieg um 0,11 %, während der Nasdaq 100 um 0,35 % fiel. Der Dow Jones Industrial Average gab um 0,56 % nach.

Heute sind die Schwellenländerindizes eingebrochen, nachdem die Eskalation im Nahen Osten infolge des Scheiterns der Friedensgespräche die Risikoaversion der Anleger verstärkt hat. Investoren, die noch gestern über eine Allokation in Risikoanlagen nachgedacht hatten, ziehen nun rasch Kapital ab, aus Furcht vor einer weiteren Verschärfung des Konflikts. Die Ölpreise steigen dagegen kontinuierlich an, was die breiteren Verluste an den Aktienmärkten jedoch nicht ausgleicht.

Der MSCI Emerging Markets Index fiel im asiatischen Handel um 1,2 %, belastet von Technologiewerten wie Samsung Electronics Co. und Tencent Holdings Ltd. Die meisten Währungen der Region gaben gegenüber dem US-Dollar nach: Die indische Rupie und der südafrikanische Rand verloren jeweils mehr als 0,7 %. Der ungarische Forint entwickelte sich hingegen besser als der Markt, nachdem die proeuropäische Opposition einen überzeugenden Wahlsieg errungen hatte. Auch globale Staatsanleihen gaben nach dem Scheitern der Gespräche nach, was die Sorgen um die Inflation zusätzlich verstärkte.

Wie bereits erwähnt, schürt der kräftige Ölpreissprung – der Kurs kletterte nach der Anordnung von Präsident Donald Trump, die Straße von Hormus zu blockieren, wieder über 100 US-Dollar je Barrel – die Inflationsängste in ölimportierenden Ländern, insbesondere in Asien. Die Eskalation hat die Erholung von Schwellenländeranlagen zum Stillstand gebracht, nachdem die Hoffnungen auf eine Waffenruhe in der vergangenen Woche die Stimmung noch aufgehellt hatten.

Mit Blick auf die Inflation lagen die jüngsten US-Daten für März leicht unter den Prognosen der Ökonomen und zeigten einen monatlichen Anstieg von 0,9 %. Die Kerninflation war noch etwas schwächer als erwartet und blieb auf Niveaus, die für die Federal Reserve vergleichsweise akzeptabel sind. Die jährliche Teuerungsrate stieg von 2,5 % auf 2,6 % und blieb damit unter dem Konsens von 2,7 %. Diese Zahlen geben der Fed reichlich Stoff zum Nachdenken. Einerseits bestätigen sie, dass frühere Maßnahmen zur Eindämmung des Preisdrucks allmählich Wirkung zeigen. Andererseits liegt die Inflation weiterhin über dem 2 %-Ziel der Fed, sodass der Weg zu vollständiger Preisstabilität noch nicht klar erkennbar ist. Ökonomen werden weiterhin jede neue Veröffentlichung genau analysieren, um Hinweise darauf zu finden, wann die Notenbank zu einer Lockerung der Geldpolitik bereit sein könnte.

Was das technische Bild des S&P 500 angeht, besteht die Hauptaufgabe der Käufer heute darin, den nächstgelegenen Widerstandsbereich bei 6.784 Punkten zu überwinden. Das würde dem Index Aufwärtsdynamik verleihen und könnte auch den Weg für einen Anstieg bis 6.801 Punkte ebnen. Ebenso wichtig für die Bullen wird die Kontrolle oberhalb von 6.819 Punkten sein, was die Position der Käufer stärken würde. Sollte es vor dem Hintergrund einer geringeren Risikoaversion zu einer Abwärtsbewegung kommen, müssen sich die Käufer im Bereich von 6.769 Punkten behaupten. Ein Durchbruch unter dieses Niveau würde das Instrument rasch zurück auf 6.756 Punkte drücken und den Weg in Richtung 6.743 Punkte freimachen.