Im Stundenchart hat das Währungspaar GBP/USD am Freitag zum dritten Mal vom Widerstandsbereich 1,3437–1,3465 nach unten abgeprallt. Das lässt erneut auf eine mögliche Umkehr zugunsten des US-Dollars und einen Rückgang in Richtung der Unterstützungszone 1,3341–1,3352 schließen. Außerdem ist anzumerken, dass der Bereich 1,3437–1,3465 die obere Begrenzung der Seitwärtszone 1,3177–1,3465 darstellt. Damit bewegt sich das Pfund seit etwa anderthalb Monaten in einer Seitwärtsrange.
Die Wellensituation hat sich erneut in einen „bullischen“ Ausblick gedreht. Die jüngste Aufwärtswelle hat das vorherige Hoch überschritten, während die letzte abgeschlossene Abwärtswelle das vorherige Tief nicht durchbrochen hat. Die Geopolitik hatte den Bären über zwei Monate hinweg nahezu vollständige Dominanz am Markt verschafft, doch dann begann sich der geopolitische Hintergrund zu verbessern, was den Bullen mehr Zuversicht gab. Dennoch sehen wir, dass dies bislang nicht ausreicht, um aus der Seitwärtsrange zwischen 1,3177 und 1,3465 auszubrechen.
Der Nachrichtenhintergrund am Freitag lässt sich kaum als positiv für Bullen oder Bären bezeichnen. Die Inflation in den USA stieg im März auf 3,3 %, was die Bären stützen könnte, da das Federal Reserve System möglicherweise bald eine Straffung der Geldpolitik in Betracht ziehen muss, wenn es die Inflation unter Kontrolle halten will. Gleichzeitig wird Jerome Powell jedoch in etwa einem Monat zurücktreten, und Kevin Warsh – der als Trump-nah gilt – wird seinen Platz einnehmen. Ich bezweifle stark, dass der neue Fed-Chef eine Straffung der Geldpolitik unterstützen wird.
Natürlich hängen Zinsentscheidungen nicht nur vom Vorsitzenden des FOMC ab. Das Komitee selbst kann weiterhin für eine Beibehaltung oder sogar eine Straffung der Politik stimmen. Derzeit ist jedoch schwer abzusehen, wie die Fed auf die steigende Inflation reagieren wird, wie stark die Inflation ausfallen könnte, wie lange der Konflikt im Nahen Osten andauern wird und was mit den Ölpreisen geschieht, falls die Straße von Hormus weiterhin doppelt blockiert bleibt. Daher bleibt für mich vorerst die horizontale Range der Schlüsselfaktor.
Auf dem 4-Stunden-Chart ist es dem Paar gelungen, aus dem abwärtsgerichteten Trendkanal nach oben auszubrechen, doch daraus ergibt sich für die Bullen bislang noch kein wirklicher Vorteil. Das Pfund ist bis zum Widerstandsbereich von 1,3439–1,3482 gestiegen, kann diesen jedoch nicht überwinden. Die geopolitische Lage hat sich etwas verbessert, allerdings nicht stark genug, damit die Bären den Markt verlassen. Ein Ausbruch über 1,3482 würde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Anstiegs in Richtung 1,3540 und 1,3664 erhöhen. Auf keinem der Indikatoren sind derzeit aufkommende Divergenzen zu erkennen.
Commitments of Traders (COT) Report:
Die Stimmung der Händlerkategorie „Non-commercial“ ist in der letzten Berichtswoche noch bärischer geworden. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen verringerte sich um 3.960, während die Short-Positionen um 217 zurückgingen. Die Differenz zwischen Long- und Short-Positionen liegt nun bei etwa 47.000 gegenüber 104.000.
Bereits seit sechs Wochen in Folge bauen Non-commercial-Händler aktiv Short-Positionen auf und reduzieren Long-Positionen, wodurch ein deutliches Ungleichgewicht entsteht. In den vergangenen Wochen hatten die Bären klar die Oberhand, was angesichts der geopolitischen Lage nicht überraschend ist.
Ich glaube weiterhin nicht an einen nachhaltigen Abwärtstrend beim Pfund, doch momentan hängt alles nicht mehr von Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken ab, sondern von Dauer, Ausmaß und Folgen des Krieges im Nahen Osten. In den vergangenen Monaten sahen wir zunächst eine Korrektur innerhalb eines Aufwärtstrends, und anschließend eskalierte der Konflikt im Nahen Osten nahezu täglich. Geopolitik ist nach wie vor der einzige Grund für die Stärke des US-Dollar.
Wirtschaftskalender für die USA und Großbritannien:
USA – Verkäufe bestehender Häuser (14:00 UTC)Am 13. April enthält der Wirtschaftskalender nur einen unbedeutenden Termin. Der Nachrichtenhintergrund dürfte die Marktstimmung am Montag kaum beeinflussen. Die Händler richten ihre Aufmerksamkeit weiterhin vor allem auf die geopolitischen Entwicklungen.
GBP/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:
Verkaufspositionen waren nach einem Rückprall vom Bereich 1,3437–1,3465 im Stundenchart mit einem Ziel bei 1,3341–1,3352 möglich. Diese Trades können auch heute noch offen gehalten werden. Kaufpositionen könnten sich nach einem Rückprall vom Bereich 1,3341–1,3352 mit einem Ziel bei 1,3437–1,3465 ergeben. Alternativ sind Käufe nach einem Ausbruch über 1,3437–1,3465 mit einem Ziel bei 1,3526–1,3539 denkbar.
Die Fibonacci-Niveaus werden im Stundenchart von 1,3341–1,3866 und im 4-Stunden-Chart von 1,3012–1,3868 aus berechnet.