Überblick über das Währungspaar EUR/USD für den 14. April. Geringe Erfolgschancen in den Verhandlungen

Das Währungspaar EUR/USD konnte seine Aufwärtsbewegung am Montag entgegen den Erwartungen nicht fortsetzen und eröffnete die Woche mit einem Abwärts-Gap von 60 Pips. Auch wenn ein Anstieg des US-Dollar um 60 Pips auf den ersten Blick relativ schwach erscheinen mag, ist es wichtig zu betonen, dass dieser Anstieg innerhalb von nur 5 Minuten nach Handelsbeginn am Montag erfolgte. Zudem könnte er sich im Laufe der Woche weiter fortsetzen. Wie wir bereits mehrfach besprochen haben, haben das makroökonomische und fundamentale Umfeld in den vergangenen zwei Monaten keinen Einfluss auf den Devisenmarkt ausgeübt. Worauf sonst sollen Händler reagieren, wenn nicht auf die Geopolitik?

Das Scheitern der Verhandlungen in Islamabad hinterließ einen seltsamen Nachgeschmack. Washington und Teheran konnten – wie erwartet – keine Einigung in den zentralen Fragen der Nuklearenergie und der Straße von Hormus erzielen. Zusätzlich forderte der Iran als „Bonus“, dass Israel seine Angriffe auf den Libanon einstellt. Allerdings wurden die Verhandlungen nicht formell abgebrochen. Viele Medien berichteten am Montag, dass eine zweite Gesprächsrunde bereits am Dienstag oder Mittwoch stattfinden könnte. Und es könnte so viele Runden geben, wie nötig sind. Es besteht eine Chance auf Frieden, aber sie ist eher flüchtig.

Aus unserer Sicht ist die Anzahl der Verhandlungsrunden weniger wichtig als die Positionen des Iran und der USA. Eine Einigung kann nur zustande kommen, wenn beide Seiten sie wirklich wollen, und das scheint derzeit nicht der Fall zu sein. Man bedenke, dass Amerika vom Iran verlangt, seine nuklearen Entwicklungen und sämtliches angereichertes Uran aufzugeben – Forderungen, die Trump bereits seit dem vergangenen Jahr stellt. Der Krieg im Nahen Osten begann, nachdem Teheran sich geweigert hatte, diese Ultimaten zu akzeptieren. Wie groß sind die Chancen, dass Teheran seine nuklearen Ambitionen im Rahmen von Verhandlungen aufgibt? Null.

Gleiches gilt für die Straße von Hormus. Der Iran weiß, dass die Blockade der Meerenge eines seiner wichtigsten Druckmittel ist. Darüber hinaus kann der Iran aufgrund der Blockade der Straße von Hormus höhere Preise für seine Ölexporte verlangen, da der Ölpreis bereits gestiegen ist (und noch weiter steigen könnte) – ausgelöst durch den Ölengpass im Nahen Osten, der unter anderem dadurch entstand, dass der Iran zahlreiche Öl- und Gasanlagen in Nachbarländern bombardiert hat.

Trump möchte, dass der Iran sein Atomenergieprogramm aufgibt und die Straße von Hormus vollständig öffnet. Aber was ist Trump im Gegenzug bereit anzubieten? Reparationen? Nein. Sicherheitsgarantien? Zweifelhaft. Vollständige Aufhebung der Sanktionen? Unwahrscheinlich. Für den Iran ist Nuklearbrennstoff eine Garantie für die eigene Sicherheit, daher wird Teheran unter keinen Umständen auf die Urananreicherung verzichten. Aus unserer Sicht ist es daher von vornherein unwahrscheinlich, dass die Verhandlungen erfolgreich verlaufen.

Die durchschnittliche Volatilität des EUR/USD-Paares in den letzten fünf Handelstagen beträgt mit Stand vom 14. April 81 Pips und ist damit als „durchschnittlich“ einzustufen. Wir erwarten, dass sich das Paar am Dienstag zwischen den Marken 1,1629 und 1,1791 bewegt. Der obere Regressionstrendkanal hat nach unten gedreht, was auf einen Abwärtstrend hindeutet. Allerdings könnte sich der Aufwärtstrend bereits wieder fortsetzen. Der CCI-Indikator ist in die überkaufte Zone eingetreten und signalisiert damit eine mögliche kurzfristige Abwärtskorrektur.

Nächste Unterstützungszonen:

S1 – 1,1658

S2 – 1,1597

S3 – 1,1536

Nächste Widerstandszonen:

R1 – 1,1719

R2 – 1,1780

R3 – 1,1841

Handelsempfehlungen:

Das EUR/USD-Paar hat eine Aufwärtsbewegung begonnen, deren Fortsetzung jedoch erneut stark von der Geopolitik abhängen wird. Das globale fundamentale Umfeld für den Dollar bleibt äußerst negativ; in den vergangenen zwei Monaten hat sich der Markt jedoch nahezu ausschließlich auf geopolitische Faktoren konzentriert, sodass andere Einflussgrößen praktisch in den Hintergrund getreten sind. Befindet sich der Kurs unterhalb der gleitenden Durchschnittslinie, kommen Short-Positionen mit Kurszielen bei 1,1597 und 1,1536 in Betracht. Oberhalb des gleitenden Durchschnitts sind Long-Positionen mit Zielen bei 1,1791 und 1,1841 relevant. Der Markt entfernt sich langsam von geopolitischen Einflüssen; vertraute ökonomische Faktoren könnten in naher Zukunft wieder stärker in den Vordergrund rücken.

Erläuterungen zu den Abbildungen:

Regressionstrendkanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Zeigen beide in dieselbe Richtung, weist dies auf einen starken Trend hin.

Die gleitende Durchschnittslinie (Einstellungen 20.0, geglättet) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in der gehandelt werden sollte.

Murray-Level dienen als Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen.

Volatilitätsniveaus (rote Linien) geben auf Basis der aktuellen Volatilität den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar am nächsten Handelstag voraussichtlich bewegen wird.

Das Eindringen des CCI-Indikators in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) signalisiert, dass eine Trendumkehr in die Gegenrichtung bevorstehen könnte.