Der japanische Yen hat sich gegenüber dem US-Dollar bis auf das Niveau von 159,00 verstärkt, doch der Aufwärtstrend bleibt aufgrund der Risiken in der Straße von Hormus begrenzt. Für das Währungspaar USD/JPY wird mit einer moderaten Korrektur gerechnet; es dürfte weiter nachgeben, wenngleich das Abwärtspotenzial angesichts gemischter fundamentaler Signale begrenzt ist.
Trotz Rückschlägen bei den Friedensgesprächen zwischen den USA und Iran am vergangenen Wochenende bleiben Anleger zuversichtlich, dass die diplomatischen Möglichkeiten mit Iran noch nicht ausgeschöpft sind und die Gespräche fortgesetzt werden könnten. US-Vizepräsident JD Vance erklärte, es habe zwar einige Fortschritte gegeben, ein Durchbruch sei jedoch noch nicht erzielt worden. Dieser Optimismus schwächt den US-Dollar und ist einer der Schlüsselfaktoren, die auf das Währungspaar USD/JPY drücken.
Darüber hinaus haben die Unsicherheit in Bezug auf Inflationsrisiken und mögliche Änderungen der Leitzinsen der Federal Reserve den US‑Dollar auf seine Tiefststände von März gedrückt.
Am Freitag veröffentlichte Daten zeigten, dass die Inflation in den USA so stark gestiegen ist wie seit vier Jahren nicht mehr. Dies hat Investoren dazu veranlasst, angesichts der geopolitischen Spannungen Zinserhöhungen noch in diesem Jahr in Betracht zu ziehen. Dennoch haben die Händler ihre Erwartungen an Zinssenkungen nicht vollständig aufgegeben.
Gleichzeitig dürfte der japanische Yen aufgrund wirtschaftlicher Bedenken im Zusammenhang mit möglichen externen Energieschocks, die durch Instabilität in der Straße von Hormus ausgelöst werden könnten, Schwierigkeiten haben, starkes Kaufinteresse auf sich zu ziehen. US‑Präsident Donald Trump kündigte den Beginn einer Blockade dieser strategisch wichtigen Wasserstraße unter Beteiligung der US‑Marine an und versprach, iranische Kriegsschiffe zu zerstören, die sich dem Gebiet nähern. Als Reaktion darauf drohte Iran allen Häfen im Persischen Golf und im Golf von Oman.
Angesichts der Tatsache, dass Japan stark von Ölimporten aus dem Nahen Osten abhängig ist, schürt die anhaltende Unsicherheit weiterhin Sorgen, dass die Wirtschaft in naher Zukunft erheblich unter Druck geraten könnte. Dies hält Händler davon ab, aggressive Long‑Positionen im Yen einzugehen, und trägt dazu bei, größere Verluste des Währungspaares USD/JPY zu begrenzen. Gleichwohl könnten Erwartungen einer Intervention der japanischen Behörden zur Verhinderung einer weiteren Yen‑Schwäche die Aufwärtsbewegung des Paares begrenzen.
Aus technischer Sicht hat das Paar Unterstützung an der 20‑Tage‑SMA und an der runden Marke von 159,00 gefunden. Sollte dieses Niveau nicht halten, könnten die Kurse in Richtung 158,35 und anschließend auf das April‑Tief nahe der runden Marke von 158,00 fallen.
Bleiben die Kurse jedoch oberhalb dieses Niveaus, wäre das nächste Ziel die runde Marke von 160,00. Es ist außerdem erwähnenswert, dass die Oszillatoren im Tageschart positiv sind, was den Bullen einen Vorteil verschafft.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung des japanischen Yen gegenüber den wichtigsten Währungen heute. Der Yen verzeichnete seine stärksten Zugewinne gegenüber dem australischen Dollar.