EUR/USD Prognose: Paar weitet seine Gewinne den siebten Tag in Folge aus

Der Euro verzeichnet bereits den siebten Tag in Folge Kursgewinne und kehrt damit auf Niveaus zurück, die zu Beginn des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran zu beobachten waren. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert EUR/USD bei rund 1,1800, was einem täglichen Anstieg von etwa 0,37 % entspricht.

Der jüngste Anstieg wird durch eine verbesserte Risiko­bereitschaft und neue Hoffnungen auf die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran gestützt. Berichten zufolge könnte eine zweite Verhandlungsrunde bereits in dieser Woche stattfinden, nachdem der US-Präsident Donald Trump die Bereitschaft Irans zur Fortführung der Gespräche bekanntgegeben hat.

Diese Entwicklungen haben die Erwartungen auf eine mögliche Einigung erhöht, was wiederum die Nachfrage nach dem US‑Dollar als sicherem Hafen verringert und zu einer Korrektur der Ölpreise von ihren jüngsten Höchstständen beigetragen hat. Der U.S. Dollar Index (DXY), der den Dollar gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert nahe der Marke von 98,00 – dem niedrigsten Stand seit dem 2. März.

Zusätzlichen Druck auf den Dollar üben die neuesten PPI-Daten für März aus, die unter den Erwartungen der Analysten lagen. Der Gesamt-PPI stieg im Monatsvergleich um 0,5 % und blieb damit unter der Prognose von 1,2 %; zugleich blieb er unverändert gegenüber dem nach unten revidierten Wert des Vormonats von ebenfalls 0,5 %. Im Jahresvergleich erhöhte sich der PPI um 4,0 % und lag damit ebenfalls unter den erwarteten 4,6 %.

Diese Zahlen deuten darauf hin, dass trotz der Auswirkungen der hohen Ölpreise, wie sie im Consumer Price Index (CPI) der vergangenen Woche sichtbar wurden, die zugrunde liegenden Preisspannungen auf Produzentenebene relativ begrenzt bleiben. Dies ermöglicht es der Federal Reserve, mit Anpassungen ihrer Geldpolitik abzuwarten.

Allerdings bleiben die Ölpreise erhöht, was weiterhin Inflationsrisiken birgt und die großen Zentralbanken zu Vorsicht veranlasst. Unter den derzeitigen Bedingungen preisen die Märkte die Möglichkeit von zwei Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank ein.

Am Montag erklärte die EZB-Präsidentin Christine Lagarde in einem Interview mit Bloomberg, dass Europa nicht im Zentrum der Auswirkungen des Konflikts zwischen den USA und dem Iran stehe, und fügte hinzu, dass sich die Wirtschaft der Region innerhalb des Basis- und Negativszenarios der EZB entwickle. Sie bestätigte, dass die Geldpolitik weiterhin datenabhängig bleiben werde, und betonte, dass die EZB derzeit nicht zu einer Straffung tendiere.

Der Internationale Währungsfonds (IMF) hat zudem seine Wachstumsprognosen überarbeitet und erwartet nun, dass das BIP der Eurozone 2026 um 1,1 % und 2027 um 1,2 % wächst, nach zuvor prognostizierten 1,3 % bzw. 1,4 %. Für die Vereinigten Staaten wird das Wachstum für 2026 nun mit 2,3 % veranschlagt, leicht unter der vorherigen Prognose von 2,4 %. Die Prognose für 2027 wurde hingegen leicht von 2,0 % auf 2,1 % angehoben.

Aus technischer Sicht bleiben die Oszillatoren positiv und bestätigen die Dominanz der Bullen am Markt. Der Relative Strength Index nähert sich überkauftem Terrain, was auf eine mögliche Korrektur hindeutet. Daher könnte jeder Rücksetzer eine Kaufgelegenheit darstellen.