Das Wellenmuster im 4-Stunden-Chart für EUR/USD hat sich verändert. Vom Abbruch des seit Januar letzten Jahres laufenden Aufwärtstrendsegments (unterer Chart) kann zwar noch keine Rede sein, doch die Wellenstruktur selbst wirkt inzwischen stark uneindeutig. In solchen Situationen empfehle ich stets, auf einen niedrigeren Zeitrahmen (oberer Chart) zu wechseln und sich auf einfachere, kleinere Wellenstrukturen zu konzentrieren, um eine kurzfristige Prognose zu erstellen, die für das Eröffnen von Trades ausreicht. Wellenstrukturen können sehr komplex sein und mehrere Szenarien zulassen. Am einfachsten ist es, standardmäßige „Fünf-Drei“-Muster zu handeln.
Im obigen Chart lässt sich eine klassische fünfteilige Impulsstruktur mit verlängerter dritter Welle erkennen. Trifft diese Interpretation zu, ist diese Struktur bereits abgeschlossen, und der Markt bildet derzeit eine korrektive Sequenz aus mindestens drei Wellen. Daher ist kurzfristig zwar mit einer weiteren Aufwärtsbewegung des Instruments zu rechnen, allerdings im Rahmen einer Korrekturphase gegenüber dem vorangegangenen Trendsegment. Bislang lassen sich die jüngsten Wellenformationen noch nicht gut in die übergeordnete Struktur einfügen, doch mit der Zeit sollte sich die Situation klären. Der Euro könnte seine Erholung in Richtung der Marke von 1,1824 fortsetzen.
Das Währungspaar EUR/USD stieg am Montag (vom Schlusskurs am Freitag aus betrachtet) um 30 Basispunkte und legte am Dienstag weitere 50 zu. Auch wenn dieser Anstieg eher moderat wirkt, hält er bereits seit mehr als einer Woche an. Dabei ist zu beachten, dass der aktuelle Nachrichtenhintergrund kaum als positiv für risikosensitive Anlagen und Währungen bezeichnet werden kann.
In dieser Woche kündigte Donald Trump eine einseitige Blockade der Straße von Hormus an, was die Frage aufwirft, wer sich einer Blockade dieser ohnehin angespannten Wasserstraße noch anschließen könnte. Andere Länder könnten theoretisch die Bab-al-Mandab-Straße oder sogar den Suezkanal blockieren. Die Idee dahinter wäre, das Ölangebot insgesamt zu beschränken.
Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten liegen derzeit auf Eis, doch beide Seiten deuten an, dass sie bald wieder aufgenommen werden könnten, mit einer gewissen Chance auf ein umfassendes Abkommen in der Zukunft. Ehrlich gesagt stehe ich diesem Optimismus skeptisch gegenüber. Das zentrale Thema bleibt das iranische Atomprogramm, an dem das Land in den vergangenen 50 Jahren trotz Sanktionen eines Großteils der Welt festgehalten hat. Der Iran scheint bereit zu sein, wirtschaftliche Härten in Kauf zu nehmen, statt seine nuklearen Ambitionen aufzugeben. Er ist entschlossen, seine Souveränität und seinen politischen Kurs so lange wie nötig zu verteidigen. Aus meiner Sicht ist eine Einigung daher eher unwahrscheinlich.
Die Nachfrage nach dem Dollar geht inzwischen jedoch zurück, einfach weil der Markt seiner überdrüssig wird. Im ersten Monat des Konflikts suchten Anleger verstärkt sichere Häfen, um Kapital rasch aus dem Nahen Osten abzuziehen. Doch der Krieg dauert nun bereits länger als einen Monat, und diejenigen, die aussteigen wollten, haben dies bereits getan.
Auf Grundlage dieser EUR/USD-Analyse komme ich zu dem Schluss, dass sich das Instrument weiterhin in einem Aufwärtstrendsegment (unterer Chart) befindet, sich jedoch zugleich in einer kurzfristigen Korrekturstruktur bewegt. Die korrektive Wellenabfolge erscheint weitgehend abgeschlossen und könnte sich nur dann deutlich ausdehnen, wenn es zu einem dauerhaften Waffenstillstand zwischen dem Iran, den Vereinigten Staaten, Israel und allen anderen Ländern im Nahen Osten kommt. Andernfalls könnte von den aktuellen Niveaus aus eine neue abwärtsgerichtete Wellenfolge beginnen. Ein gescheiterter Versuch, den Bereich um 1,1824 nach oben zu durchbrechen, könnte zu einer Korrektur von den jüngsten Hochs führen.
Auf kleineren Zeitebenen ist das gesamte Aufwärtstrendsegment sichtbar. Die Wellenstruktur ist nicht vollständig standardisiert, da die Korrekturwellen in ihrer Größe variieren – so ist beispielsweise die übergeordnete Welle 2 kleiner als die interne Welle 2 innerhalb der Welle 3. Solche Formationen kommen jedoch vor. Wichtig ist, sich auf klare und verständliche Strukturen zu konzentrieren, statt starr an jeder einzelnen Welle festzuhalten. Der Trend könnte sich in naher Zukunft umkehren.
Grundprinzipien meiner Analyse:
Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer handelbar und ändern sich häufig.Wenn Sie sich über die Marktlage nicht sicher sind, ist es besser, dem Markt fernzubleiben.Absolute Sicherheit über die Marktrichtung ist unmöglich. Verwenden Sie immer schützende Stop-Loss-Orders.Die Wellenanalyse kann mit anderen Analysemethoden und Handelsstrategien kombiniert werden.