Kanadischer Dollar gewinnt an Unterstützung

Im März hat die kanadische Wirtschaft 14.000 Arbeitsplätze geschaffen (+0,1 % im Monatsvergleich) und lag damit in etwa im Rahmen der Analystenerwartungen von einem Zuwachs um 15.000 Stellen – die Beschäftigung blieb im Grunde genommen unverändert. Die Arbeitslosenquote verharrte ebenfalls bei 6,7 %, ebenso wie die Erwerbsquote bei 64,9 %.

Die Daten deuten darauf hin, dass die erhöhte Arbeitslosigkeit vor allem auf eine schwache Einstellungsdynamik und nicht auf Entlassungen zurückzuführen ist. Das weist indirekt auf eine breiter angelegte wirtschaftliche Abschwächung hin: Unternehmen scheuen angesichts hoher Unsicherheit davor zurück, ihre Belegschaft auszubauen. Das starke Wachstum der Stundenlöhne – von 3,9 % auf 4,7 % im Jahresvergleich – befeuert die ohnehin erhöhten Inflationserwartungen.

Insgesamt zeigt sich auf dem kanadischen Arbeitsmarkt wenig Dynamik. Ohne Dynamik gibt es keine Reaktion; allerdings ist die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden ebenfalls gestiegen, sodass kurzfristig keine unmittelbare Gefahr einer Abschwächung des BIP-Wachstums besteht. Entsprechend kann die Bank of Canada mögliche Abschwächungssignale vorerst ausblenden und bleibt auf die Inflation fokussiert, die sich voraussichtlich weiter erhöhen wird. Daher dürfte die Notenbank vorerst von Maßnahmen absehen, bis sich das Bild klarer abzeichnet. Aus Sicht des Loonie spricht die aktuelle Lage für eine Pause und liefert keinen eindeutigen Impuls weder für eine Auf- noch für eine Abwertung.

In vorgezogenen Parlamentswahlen in Kanada hat die regierende Liberal Party unter der Führung von Mark Carney die Mehrheit im Unterhaus gewonnen. Da Carney zuvor nur eine Minderheitsregierung anführte und bei der Umsetzung der Wirtschaftspolitik eingeschränkt war, kann er nun eine konsistentere Linie verfolgen, insbesondere in den Beziehungen zu den USA – ein positiver Faktor für den kanadischen Dollar. Der prägnanteste Kommentar zu Carneys Sieg lautet schlicht: Trump hat verloren.

Insgesamt hat sich die Zahl der Faktoren, die auf dem CAD lasten, verringert, insbesondere wenn der Friedensprozess im Nahen Osten vorankommt.

Die Netto-Short-Position im CAD stieg in der Berichts­woche um 1,7 Milliarden US‑Dollar – das schlechteste Ergebnis unter den wichtigen Währungen – und erreichte -4,0 Milliarden US‑Dollar. Der berechnete Preis bewegt sich deutlich nach oben.

Vor einer Woche vertraten wir die Ansicht, dass ein Rückgang bis zur Unterstützung bei 1,3730/50 eher unwahrscheinlich sei und nur dann eintreten würde, wenn ein Friedensprozess in der Golfregion beginnen würde. Die erste Gesprächsrunde war zwar erfolglos, jedoch scheint sowohl die USA als auch der Iran an einem Ende der Feindseligkeiten interessiert zu sein, was die Hoffnung auf zunehmenden Optimismus stärkt. Sollte sich dieser Trend bestätigen, rechnen wir mit einer weiteren Schwäche des USD/CAD, wobei die Unterstützung bei 1,3590/3610 ein mögliches Ziel darstellt. Scheitern die Friedensbemühungen, wird eine Aufwärtsumkehr in Richtung 1,3940/60 sehr wahrscheinlich — auch wenn dieses Szenario derzeit weniger wahrscheinlich ist. Eine Bewegung in Richtung 1,4139 steht aktuell nicht zur Debatte.