Das Währungspaar EUR/USD setzte seine Aufwärtsbewegung am Dienstag fort und konsolidierte sich oberhalb des 61,8%-Fibonacci-Levels bei 1,1770. Daher könnten die Bullen ihre Angriffe am Mittwoch in Richtung des 50,0%-Korrekturlevels bei 1,1830 fortsetzen. Ein Schlusskurs oberhalb dieses Levels würde den Weg in Richtung des 38,2%-Korrekturlevels bei 1,1889 frei machen.
Die Wellenstruktur im Stundenchart ist recht komplex geworden, beginnt sich nun aber zu klären. Jüngste Nachrichten über eine zweiwöchige Waffenruhe zwischen Iran und den Vereinigten Staaten haben die Bullen unterstützt und ihnen ermöglicht, eine neue „bullische“ Welle zu bilden. Jetzt wirkt das Bild wie der Beginn eines neuen Aufwärtstrends. Am Wochenende drehte sich die geopolitische Lage zwar wieder ins Negative, da die Verhandlungen in Islamabad scheiterten; dennoch gilt die Waffenruhe weiterhin, und die Gespräche könnten in dieser Woche wieder aufgenommen werden. Diese Informationen stützen die Bullen weiterhin.
Am Dienstag fehlten in Europa weitgehend marktbewegende Nachrichten, abgesehen von einer Rede der EZB-Präsidentin Christine Lagarde, die den Händlern jedoch keine wichtigen neuen Impulse lieferte. In den Vereinigten Staaten wurden die ADP- und PPI-Daten veröffentlicht, die sich ebenfalls nur gering auf die Stimmung und das Intraday-Verhalten der Trader auswirkten. Der Produzentenpreisindex (PPI) für März lag bei +0,5 % und damit deutlich unter der erwarteten Marke von +1,1 %. US-Produzenten haben ihre Preise also trotz steigender Energiekosten nicht so stark angehoben, wie der Markt erwartet hatte. Indirekt ist dies ein negativer Faktor für den Dollar; allerdings wissen wir, dass die Inflation in den USA im März auf 3,3 % gestiegen ist und dieser Wert derzeit wichtiger ist als der PPI. Der ADP-Bericht wies 39.000 neue Stellen für die Woche aus, wird von den Händlern jedoch nicht als besonders relevant angesehen. Erstens bezieht sich diese Zahl nur auf eine Woche, was für belastbare Schlussfolgerungen ein zu kurzer Zeitraum ist. Zweitens schenken Trader dem einmal monatlich veröffentlichten Nonfarm-Payrolls-Bericht weiterhin deutlich mehr Aufmerksamkeit. Insgesamt reichten die US-Daten nicht aus, um den geopolitischen Hintergrund zu überlagern, der die Bullen nun bereits in der zweiten Woche in Folge unterstützt.
Im 4-Stunden-Chart hat sich das Währungspaar oberhalb des 50,0%-Korrekturlevels bei 1,1778 stabilisiert, was Tradern Raum für die Erwartung eines weiteren Anstiegs in Richtung des nächsten Fibonacci-Levels von 38,2% bei 1,1849 gibt. Eine Stabilisierung unterhalb von 1,1778 würde den US-Dollar begünstigen und einen Rückgang in Richtung 1,1706 und 1,1617 erwarten lassen. Den Bullen ist es gelungen, den absteigenden Trendkanal zu verlassen, was ihnen zusätzliche Perspektiven eröffnet. Derzeit sind keine neuen Divergenzen erkennbar.
Commitments of Traders (COT) Report:
In der vergangenen Berichtswoche eröffneten professionelle Trader 778 Long-Positionen und 8.826 Short-Positionen. Über sieben Wochen hinweg ist der gesamte Vorteil der Bullen verschwunden. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen liegt nun bei 201.000, während die Short-Positionen 208.000 betragen. Noch vor zwei Monaten verfügten die Bullen unter den Non-Commercial-Tradern über mehr als einen doppelt so hohen Vorteil.
Insgesamt blicken die großen Marktteilnehmer langfristig weiterhin mit großem Interesse auf den Euro. Natürlich beeinflussen verschiedene globale Ereignisse – an denen es in den letzten Jahren keinen Mangel gab – die Stimmung der Investoren. Besonders im Fokus des Marktes steht weiterhin der Nahe Osten, wo der Krieg kein Ende zu nehmen scheint. Daher werden sich in naher Zukunft die Wechselkurse von Euro und Dollar nicht an der Geldpolitik der Federal Reserve oder der EZB oder an Konjunkturdaten orientieren, sondern an den Entwicklungen im Krieg im Iran. Der Dollar könnte von dieser Situation erneut profitieren.
Terminkalender für die USA und die Eurozone:
Eurozone – Veränderung der Industrieproduktion (09:00 UTC).Eurozone – Rede der EZB-Präsidentin Christine Lagarde (19:30 UTC).Am 15. April enthält der Wirtschaftskalender zwei Termine, die derzeit kein großes Interesse hervorrufen. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung dürfte am Mittwoch sehr schwach oder gar nicht spürbar sein.
EUR/USD-Prognose und Trading-Tipps:
Ein Verkauf des Währungspaares ist heute bei einem Rückprall von 1,1830 oder einem Schlusskurs unter 1,1770 im Stundenchart mit einem Ziel bei 1,1696 möglich. Ich habe Käufe bei einem Schlusskurs über 1,1770 mit einem Ziel bei 1,1830 empfohlen. Diese Trades können offen bleiben.
Die Fibonacci-Niveaus werden im Stundenchart von 1,1577–1,2082 und im 4‑Stunden-Chart von 1,1474–1,2082 aus gemessen.