Am Mittwoch setzte das Währungspaar EUR/USD seine Aufwärtsbewegung am achten Tag in Folge fort, begünstigt durch die Schwäche des US-Dollars. Dies schafft Voraussetzungen für weiteres Wachstum des Euro, da die Märkte von optimistischen Erwartungen hinsichtlich einer Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran getragen werden. Der Haupttreiber für den Anstieg des Euro ist dabei die Abschwächung des Dollars und nicht bedeutende fundamentale Indikatoren der Wirtschaft der Eurozone.
Der EUR/USD-Wechselkurs notiert derzeit bei etwa 1,1800, in der Nähe der Monatshochs. Die Kursentwicklung bleibt jedoch aufgrund fehlender neuer geopolitischer Nachrichten begrenzt. Der U.S. Dollar Index (DXY), der die Entwicklung des Dollars gegenüber sechs wichtigen Währungen abbildet, verharrt in der Nähe seiner Tiefststände vom März.
Anleger warten gespannt auf die Bestätigung einer zweiten Runde von Friedensgesprächen, nachdem Trump erklärt hatte, die Gespräche könnten „in den nächsten zwei Tagen“ in Pakistan stattfinden. In einem Interview mit Fox Business sagte er: „Der Krieg mit dem Iran könnte sehr bald enden.“
Dies hat die Hoffnung auf eine mögliche Einigung verstärkt, insbesondere nach den erfolglosen Verhandlungen in der vergangenen Woche, die zur Entscheidung der USA führten, eine Seeblockade in der Straße von Hormus zu verhängen.
Gleichzeitig berichtete die Washington Post, dass das Pentagon in den kommenden Tagen plant, Tausende zusätzliche Soldaten in den Nahen Osten zu verlegen, da die USA den Druck auf den Iran erhöhen, ein Abkommen zu schließen, was das hohe Maß an Unsicherheit aufrechterhält.
Neben geopolitischen Faktoren beeinflussen Inflationsrisiken infolge hoher Ölpreise weiterhin die Erwartungen an die Geldpolitik sowohl der Federal Reserve als auch der Europäischen Zentralbank. Zwar haben die Hoffnungen auf eine Deeskalation der Konflikte zu einem Rückgang der Ölpreise gegenüber den jüngsten Höchstständen geführt und damit den Druck auf die Zentralbanken gemindert, die Geldpolitik zu straffen, doch die Preise sind weiterhin hoch und liegen deutlich über dem Vorkrisenniveau, wodurch Inflationsrisiken im Fokus bleiben. Die Märkte gehen nun davon aus, dass die Fed die Zinsen in den kommenden Monaten auf dem aktuellen Niveau halten wird, während die EZB eine Anhebung in Betracht zieht.
Die weiteren Schritte der Händler werden sich auf die Analyse der Inflationsdaten der Eurozone konzentrieren, deren Veröffentlichung für Donnerstag erwartet wird, nachdem vorläufige Berichte auf ein Inflationswachstum über dem Zielniveau der EZB von 2 % hingewiesen haben.
EZB-Präsident Joachim Nagel erklärte, dass die geldpolitische Entscheidung im April von der Lage in der Straße von Hormus abhängen werde, und merkte an, dass der „Mangel an Klarheit“ die EZB dazu zwinge, „alle Optionen offenzuhalten“. Nagel betonte außerdem, dass es keine Vorfestlegungen in Bezug auf die Zinssätze gebe und dass die EZB Preisstabilität anstrebe.
Abschließend erklärte die Präsidentin der Federal Reserve Bank of Cleveland, Beth Hammack, dass sich die „Zinsen in einem ausgewogenen Zustand“ befänden und fügte hinzu, dass „die Hauptaufgabe darin besteht, die Zinsen für einige Zeit auf dem aktuellen Niveau zu halten“.
Aus technischer Sicht wird das Währungspaar über den wichtigen gleitenden Durchschnitten gehandelt. Die Oszillatoren sind positiv und deuten auf einen Vorteil für die Bullen hin. Die nächstgelegene Unterstützung liegt bei 1,1750, gefolgt von der runden Marke bei 1,1700. Die runde Marke bei 1,1800 fungiert als Widerstand. Danach wäre das Paar bereit, die nächste Widerstandszone im Bereich von 1,1830–1,1850 auf dem Weg zur runden Marke von 1,1900 zu testen.