Das Währungspaar EUR/USD konnte seine Aufwärtsbewegung am Mittwoch nicht fortsetzen, was bei vielen Experten Besorgnis ausgelöst hat. Ihrer Ansicht nach haben die Bullen das Maximum aus der aktuellen Situation herausgeholt, und für eine weitere Aufwärtsbewegung wären nun triftige Gründe erforderlich. Unserer Meinung nach ist dies einerseits zutreffend, andererseits aber nicht ganz korrekt. Wichtig ist festzuhalten, dass der Euro in den vergangenen anderthalb Wochen mühelos und fast beiläufig mehr als 50 % seines vorherigen Rückgangs wettgemacht hat – allein auf Basis der Markterwartung, der Krieg im Nahen Osten sei beendet und die Straße von Hormus werde letztendlich wieder freigegeben. Im Grunde genommen brauchten die Händler nicht einmal konkrete Details zu diesem breiten Themenkomplex, der das Währungspaar EUR/USD zwei Monate in Folge belastet hatte.
Was lässt sich derzeit mit Sicherheit sagen? Lediglich, dass es im Moment keine Kampfhandlungen im Nahen Osten gibt. Das ist eine Tatsache – und eine positive noch dazu. Gleichzeitig bleibt die Straße von Hormus blockiert, und es ist unklar, wie lange dieser Zustand andauern wird. Die Verhandlungen mit Iran sind de facto nicht abgeschlossen, finden aktuell aber auch nicht statt. Es wurden keine Waffenstillstandsabkommen verkündet. Alles, was wir beobachten, ist das Aussetzen der Kampfhandlungen.
Es sei daran erinnert, dass genau dieses Szenario von einigen Experten, einschließlich uns, indirekt skizziert worden ist. Donald Trump war nicht in der Lage und wird auch nicht in der Lage sein, Iran dazu zu zwingen, seine nuklearen Entwicklungen und Waffen aufzugeben, wodurch sich Amerika in eine Sackgasse manövriert hat. Die Ziele sind nicht erreicht worden (unabhängig davon, was Trump behauptet), und eine Fortsetzung des Konflikts ist nicht möglich, ohne dabei zu riskieren, im November beide Kammern des Kongresses zu verlieren. Infolgedessen haben Trump und JD Vance wiederholt erklärt, Amerika habe gewonnen und eine Fortsetzung des Kampfes sei sinnlos, da alle Ziele erreicht worden seien. Welche diese „erreichten Ziele“ konkret sein sollen, ist übrigens nach wie vor unbekannt. Der US-Präsident wollte Iran zwei Jahre lang denuklearisieren und hat in diesen zwei Jahren nichts erreicht. Welche anderen Ziele gab es? Ali Khamenei zu töten? Was hätte das bewirkt, wenn sich der politische Kurs Teherans dadurch nicht geändert hätte?
Daher kann der Konflikt keinesfalls als gelöst betrachtet werden. Es sei daran erinnert, dass Trump im vergangenen Jahr iranische Nuklearanlagen angegriffen hatte und der Konflikt im Nahen Osten danach den Anschein erweckte, er habe sich erschöpft. Schließlich verkündete Trump damals die vollständige Zerstörung des nuklearen Potenzials Irans. Es würde uns nicht überraschen, wenn Trump nach den Wahlen erklärt, Iran sei bereit, bereits morgen Nuklearraketen auf die USA abzufeuern, weshalb eine neue Militäroperation notwendig sei. Und alles würde von vorne beginnen. Für Trump ist es von entscheidender Bedeutung, die Wahlen zum Kongress nicht vollständig zu verlieren; danach könnte sich seine Rhetorik deutlich ändern. Wir sind fast sicher, dass Iran das versteht. Was den Rückgang des Dollars betrifft, so ist das Haltbarkeitsdatum des geopolitischen Faktors schlicht abgelaufen. Was bleibt dem US-Dollar noch im Arsenal? Nichts. Im Tageschart hat das Währungspaar die Senkou-Span-B-Linie des Ichimoku-Indikators getestet, was die aktuell beobachtete Pause erklärt.
Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD über die letzten fünf Handelstage beträgt zum 16. April 66 Pips und wird als „durchschnittlich“ eingestuft. Wir erwarten, dass sich das Paar am Donnerstag in einer Spanne zwischen 1,1734 und 1,1866 bewegt. Der obere Kanal der linearen Regression hat nach unten gedreht, was auf einen Trendwechsel nach unten hindeutet. Allerdings könnte sich der Aufwärtstrend zu diesem Zeitpunkt tatsächlich wieder fortsetzen. Der CCI-Indikator ist in den überkauften Bereich eingetreten und hat eine „bärische“ Divergenz ausgebildet, was auf eine mögliche kurzfristige Abwärtskorrektur hinweist.
Nächste Unterstützungszonen:S1 – 1,1780
S2 – 1,1719
S3 – 1,1658
Nächste Widerstandszonen:R1 – 1,1841
R2 – 1,1902
R3 – 1,1963
Handelsempfehlungen:Das Währungspaar EUR/USD hat seine Aufwärtsbewegung aufgenommen, doch seine Fortsetzung wird erneut von der Geopolitik abhängen. Das globale fundamentale Umfeld für den US‑Dollar bleibt äußerst negativ, sodass wir langfristig weiterhin mit einem Anstieg des Paares rechnen. Notiert der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, können Short-Positionen mit Kurszielen bei 1,1658 und 1,1597 in Betracht gezogen werden. Oberhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts bleiben Long-Positionen mit Zielen bei 1,1841 und 1,1866 relevant. Der Markt entfernt sich allmählich von geopolitischen Einflussfaktoren, und vertraute wirtschaftliche Faktoren könnten in naher Zukunft wieder in den Vordergrund rücken.
Erläuterungen zu den Abbildungen:Regressionskanäle helfen dabei, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in dieselbe Richtung zeigen, deutet dies auf einen starken Trend hin.
Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20.0, geglättet) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die gehandelt werden sollte.
Murray-Level dienen als Kursziele für Bewegungen und Korrekturen.
Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen auf Basis der aktuellen Volatilitätswerte den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar am nächsten Tag voraussichtlich bewegen wird.
Das Eindringen des CCI-Indikators in den überverkauften Bereich (unter -250) oder den überkauften Bereich (über +250) signalisiert, dass eine Trendwende in die entgegengesetzte Richtung näher rückt.