Der Goldpreis testet weiterhin die Marke von 4.900 US-Dollar, da Bemühungen zur diplomatischen Beilegung des Krieges mit dem Iran die Inflationssorgen trotz der Spannungen in der Straße von Hormus gedämpft haben.
Der Goldpreis ist um 1 % auf nahezu 4.900 US-Dollar je Unze gestiegen und hat damit einen Großteil der Verluste der vorherigen Sitzung wettgemacht. Medienberichten zufolge erwägen die USA und der Iran, die Waffenruhe um zwei Wochen zu verlängern, um mehr Zeit für Verhandlungen zur Beendigung des Konflikts zu gewinnen, der die globalen Märkte destabilisiert hat. Die Durchfahrt durch die Straße von Hormus bleibt jedoch weiterhin behindert: Die USA blockieren iranische Schiffe, während Teheran die Wasserstraße für die meisten anderen Transportmittel geschlossen hält.
Trotz diplomatischer Bemühungen bleibt die Lage rund um die Straße von Hormus ungewiss und schürt die zugrunde liegenden Sorgen der Anleger. Die Spannungen in dieser strategisch wichtigen Region, die für die weltweite Ölversorgung von zentraler Bedeutung ist, drücken weiterhin auf die Marktstimmung. Selbst eine vorübergehende Waffenruhe kann die Angst vor einer Eskalation nicht vollständig zerstreuen, sodass ein erheblicher Teil des Kapitals in sicheren Häfen verbleibt.
Der Edelmetallmarkt, der traditionell als Indikator für geopolitische Instabilität und Inflationserwartungen gilt, reagiert empfindlich auf jegliche Signale eines Wandels. Der Anstieg des Goldpreises, wenn auch vorübergehend, zeigt, dass die Anleger noch nicht bereit sind, vollständig auf Absicherung gegen Risiken zu verzichten. Die anhaltende Blockade iranischer Schiffe durch US-Streitkräfte, zusammen mit Teherans Gegenmaßnahmen, sorgt für einen vorhersehbaren, aber stetigen Strom von Bedenken.
Die weitere Preisentwicklung von Gold wird direkt vom Erfolg der diplomatischen Verhandlungen und der Lösung der Krise in der Straße von Hormus abhängen. Eine echte Entspannung der Spannungen, nicht nur eine Waffenruhe, könnte das Interesse an Gold weiter anregen, da sie den Inflationsdruck mindern und das Risiko weiterer Leitzinserhöhungen durch die Zentralbanken verringern würde. Eine Eskalation des Konflikts hätte den gegenteiligen Effekt.
Wie die Associated Press berichtet, haben beide Seiten eine vorläufige Vereinbarung erzielt, die diplomatischen Gespräche nach den erfolglosen Verhandlungen in Pakistan am Wochenende fortzusetzen. Präsident Donald Trump spielte am Dienstag die Wahrscheinlichkeit neuer Feindseligkeiten herunter und erklärte, der Krieg, der nun seit fast sieben Wochen andauere, stehe kurz vor seinem Ende.
Zur aktuellen technischen Lage bei Gold: Käufer müssen den nächstgelegenen Widerstand bei 4.835 US-Dollar durchbrechen. Dadurch ergibt sich ein Zielbereich um 4.893 US-Dollar, dessen Überwindung sich als recht schwierig erweisen dürfte. Das am weitesten entfernte Ziel liegt bei rund 4.913 US-Dollar. Kommt es zu einem Rückgang bei Gold, werden die Bären versuchen, die Marke von 4.771 US-Dollar unter Kontrolle zu bringen. Gelingt ihnen ein Durchbruch dieser Spanne, wäre dies ein schwerer Schlag für die Bullen und könnte den Goldpreis auf ein Tief von 4.708 US-Dollar drücken, mit einem möglichen weiteren Rückgang bis auf 4.647 US-Dollar.