Ölpreise geben in Asien leicht nach in der Hoffnung auf US-Iran-Gespräche

Am Donnerstag während des asiatischen Handels gaben die Ölpreise leicht nach, da die Anleger die Wahrscheinlichkeit weiterer Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran abwogen, bevor der vorübergehende Waffenstillstand in der kommenden Woche ausläuft. Die Zurückhaltung hielt auch mit Blick auf wichtige chinesische Konjunkturdaten an – China ist der weltweit größte Ölimporteur.

West Texas Intermediate (WTI) Futures fielen um 0,4 % auf 90,90 US‑Dollar je Barrel um 03:42 Uhr (23:42 GMT). Die Kursbewegungen erfolgten vor dem Hintergrund einer Nervosität über mögliche Störungen von Logistik und Angebot im Zusammenhang mit dem Krieg rund um den Iran.

Zu Wochenbeginn hatte Öl nach deutlichen Verlusten notiert, nachdem US‑Vertreter erneut die Aussicht auf einen diplomatischen Durchbruch ins Spiel gebracht hatten, nachdem die Gespräche am Wochenende ergebnislos geblieben waren. US‑Präsident Donald Trump sagte, Gespräche könnten in den kommenden Tagen beginnen und das Ende des Kriegs sei „nahe“.

Zugleich ließ Washington verlauten, es habe de facto eine vollständige Seeblockade gegen den Iran verhängt – eine Maßnahme, die die Verhandlungen erschweren und die Risiken für die maritime Infrastruktur in der Region erhöhen könnte.

Händler beobachten aufmerksam die Straße von Hormus – einen zentralen Engpass für Öl‑ und Gaslieferungen. Berichten zufolge haben in dieser Woche einige Schiffe und Öltanker die Meerenge passiert. Reuters berichtete außerdem, der Iran könne im Rahmen eines künftigen Friedensabkommens erwägen, Schiffen die freie Passage auf der omanischen Seite der Straße von Hormus ohne Androhung von Angriffen zu gestatten.

Obwohl die fragile Waffenruhe zwischen Washington und Teheran Medienberichten zufolge bis Donnerstag gehalten hat (seit Ende letzter Woche wurden keine neuen Angriffe gemeldet), soll sie am 21. April auslaufen.

Unabhängig davon hieß es in Berichten vom Mittwoch, die USA planten, mehr als 10.000 zusätzliche Soldaten in die Region zu verlegen – was Befürchtungen einer weiteren Eskalation schürt.

Seit Beginn des Iran-Konflikts ist der Ölpreis zeitweise auf 120 US-Dollar je Barrel gestiegen, doch diese Rallye konnte sich nicht behaupten. Belastet wurde der Markt durch umfangreiche Freigaben von Rohöl aus strategischen Reserven in wichtigen Volkswirtschaften. Warnungen der IEA und von OPEC über eine schwächere Nachfrage infolge von Störungen im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt haben das negative Umfeld zusätzlich verstärkt.

Ein zentrales Marktthema bleibt die Haltung Washingtons zu einem möglichen Waffenstillstandsabkommen: Die USA bestehen auf einer vollständigen Wiederöffnung der Transitrouten als Bestandteil einer Vereinbarung.

Für Händler bedeutet dies, dass selbst bei anhaltender Rhetorik über Gespräche die tatsächliche Kursentwicklung von Signalen zum Status von Hormus und den Bedingungen für den Schiffsverkehr sowie von bevorstehenden chinesischen Makrodaten abhängen wird.