Der Wechselkurs des britischen Pfunds wird in der kommenden Woche ebenfalls von der Geopolitik abhängen. Am Montag könnten wir erhebliche Turbulenzen an den Märkten sehen, da die Straße von Hormus seit weniger als einem Tag wieder geöffnet ist. Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Iran und den USA soll am Montag beginnen, während der zweiwöchige Waffenstillstand möglicherweise bereits am Mittwoch endet. Am Sonntag erklärte Donald Trump, dass er im Falle eines Ausbleibens einer Einigung mit Iran die Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke anordnen werde.
In den vergangenen zwei Wochen blieb der Markt zuversichtlich, was es dem Instrument GBP/USD ermöglicht hat, eine gut begründete, logisch aufgebaute aufwärtsgerichtete Korrekturstruktur zu bilden. Inzwischen wirkt diese Struktur jedoch abgeschlossen, und der geopolitische Hintergrund könnte sich in der kommenden Woche deutlich eintrüben. Damit haben wir einen negativen Hintergrund, eine abgeschlossene Korrekturstruktur und zwei gescheiterte Versuche, die Marke von 1,3594 zu durchbrechen, die dem 61,8%-Fibonacci-Niveau entspricht.
Man muss allerdings anerkennen, dass auch das übergeordnete wirtschaftliche Umfeld den Pfundkurs beeinflussen kann. Am Dienstag werden in Großbritannien wichtige Daten zu Arbeitslosigkeit und Löhnen veröffentlicht, am Mittwoch folgt ein bedeutender Inflationsbericht für den März, am Donnerstag wichtige Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungs- und den verarbeitenden Sektor für April und am Freitag die Einzelhandelsumsätze. Wie wir sehen, wird es in Großbritannien gleich mehrere Veröffentlichungen geben, und der Markt könnte auf die wichtigsten davon reagieren. Zweifellos ist der Inflationsbericht der zentrale, da er die geldpolitischen Entscheidungen der Bank of England beeinflusst. Zudem steht die nächste Sitzung der BoE bereits sehr bald an.
Auf Basis der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass sich das Instrument weiterhin in einem aufwärtsgerichteten Trendsegment befindet (siehe untere Abbildung) und sich kurzfristig innerhalb einer Korrekturstruktur bewegt. Das Korrekturmuster wirkt recht vollständig und könnte nur dann eine komplexere, ausgedehntere Form annehmen, wenn ein stabiler und langfristiger Waffenstillstand zwischen Iran, den USA, Israel und ALLEN anderen Ländern im Nahen Osten zustande kommt. Andernfalls gehe ich davon aus, dass sich von den aktuellen Niveaus aus ein neues abwärtsgerichtetes Wellenmuster bilden könnte. Oder sich zumindest eine Abwärtskorrektur entwickelt.
Das Wellenbild des Instruments GBP/USD ist im Laufe der Zeit klarer geworden, wie von mir erwartet. Nun sehen wir in den Charts eine klare dreiwellige Aufwärtsstruktur, die bereits ihrem Ende nahe sein dürfte. Trifft dies zu, ist mit der Ausbildung von mindestens einer Abwärtswelle zu rechnen (vermutlich einer „d“-Welle). Das aufwärtsgerichtete Trendsegment könnte eine fünfwellige Struktur annehmen, doch dafür müsste sich der Konflikt im Nahen Osten abschwächen und nicht erneut anfachen. Das Basisszenario für die kommenden Tage ist daher ein Rückgang in den Bereich der 34er-Marke oder leicht darunter. Letztlich wird erneut alles von den geopolitischen Faktoren abhängen.
Wesentliche Grundsätze meiner Analyse:Wellenstrukturen sollten einfach und nachvollziehbar sein. Komplexe Strukturen lassen sich schwer handeln und führen häufig zu Anpassungen.Wenn man sich über das Marktgeschehen nicht sicher ist, ist es besser, dem Markt fernzubleiben.Es gibt nie eine 100%ige Sicherheit über die Bewegungsrichtung – und sie kann es auch nicht geben. Vergessen Sie nicht, Schutz-Stop-Loss-Orders zu setzen.Wellenanalyse lässt sich mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombinieren.