Das Währungspaar GBP/USD bewegte sich am Freitag ähnlich wie das Paar EUR/USD. Die Gründe dafür waren exakt dieselben. Man sollte daran denken, dass sich der gesamte Devisenmarkt seit zwei Monaten am US-Dollar orientiert. Es ist unwahrscheinlich, dass sich diese Situation in der neuen Woche ändert. Am Samstag wurde bekannt, dass die Straße von Hormus erneut geschlossen wurde, und am Sonntag gab es keine Informationen über die Ergebnisse der Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA. Donald Trump überzog Teheran jedoch mit neuen Drohungen. Inoffizielle Quellen wiesen darauf hin, dass der Iran weiterhin nicht die Absicht hat, auf sein nukleares Potenzial zu verzichten. Somit bleibt unklar, worüber die Parteien konkret verhandeln. Die Gespräche werden zunehmend zur Formsache: Es wird zwar verhandelt, aber beiden Seiten ist klar, dass keine Einigung erzielt werden kann.
Im Stunden-Chart hält der Aufwärtstrend an, aber wir werden in der neuen Woche wahrscheinlich eine Korrektur sehen. Dafür gibt es mehrere Gründe. Erstens hat sich der geopolitische Hintergrund am Wochenende verschlechtert. Zweitens begann der Markt bereits am Freitag damit, EUR/USD und GBP/USD ohne erkennbaren Anlass zu verkaufen. Drittens hat sich im 4-Stunden-Chart beim CCI-Indikator eine „bärische“ Divergenz gebildet. Viertens ist es dem britischen Pfund drei Mal in Folge nicht gelungen, das Niveau von 1,3588 zu durchbrechen. Daher erwarten wir einen Rückgang mindestens bis zur unteren Grenze der Ichimoku-Wolke – der Senkou-Span-B-Linie.
Im 5-Minuten-Chart bildeten sich am Freitag drei Handelssignale. Das erste Signal – ein Abprall aus dem Bereich 1,3533–1,3548 – erwies sich als falsch. Das zweite Signal ermöglichte Tradern die Eröffnung von Long-Positionen, doch der Kurs erreichte das Zielgebiet nicht. Das dritte Signal im selben Bereich entstand kurz vor Handelsschluss zum Wochenende, weshalb es nicht mehr umgesetzt werden sollte. Insgesamt war es kein besonders erfolgreicher Tag, allerdings nur aufgrund des abschließenden Rückgangs des Paares.
COT-ReportDie COT-Berichte für das Britische Pfund zeigen, dass sich die Stimmung der Commercial Trader in den letzten Jahren stetig verändert hat. Die roten und blauen Linien, welche die Netto-Positionen der Commercial und Non-commercial Trader widerspiegeln, schneiden sich häufig und liegen überwiegend nahe der Nulllinie. Derzeit entfernen sich die Linien voneinander, wobei die Non-commercial Trader weiterhin den Markt auf der Verkaufsseite dominieren. Angesichts der Ereignisse im Nahen Osten überrascht es jedoch nicht mehr, dass die Nachfrage nach Risikowährungen sinkt, während die Nachfrage nach dem Dollar steigt.
Langfristig verliert der Dollar aufgrund der Politik von Trump weiter an Wert, wie im Wochenchart (siehe Abbildung oben) zu erkennen ist. Der Handelskrieg wird in der einen oder anderen Form noch lange andauern, und Trumps Politik zielt sowohl direkt als auch indirekt auf eine Schwächung der US-Währung ab. Gegenwärtig stehen jedoch geopolitische Faktoren im Vordergrund, die dem Dollar starke Unterstützung bieten. Laut dem jüngsten COT-Bericht (vom 14. April) eröffnete die Gruppe der „Non-commercial“ 7.600 Kaufkontrakte und 5.900 Verkaufskontrakte. Somit hat sich die Netto-Position der Non-commercial Trader im Wochenverlauf um 1.700 Kontrakte erhöht.
Analyse von GBP/USD im 1-Stunden-ChartIm Stundenchart setzt das Währungspaar GBP/USD seinen Aufwärtstrend fort, der jedoch hinfällig werden könnte, falls im Nahen Osten wieder ein umfassender Krieg ausbricht. Zudem ist zu beachten, dass der Einfluss der Geopolitik nachlässt, wenn man die Kursbewegungen dieser Woche betrachtet, obwohl die militärischen Aktionen in der Region derzeit pausieren. Die Straße von Hormus bleibt blockiert, und in den Verhandlungen gibt es keine Fortschritte. Eine Korrektur zeichnet sich ab.
Für den 20. April heben wir die folgenden wichtigen Marken hervor: 1,3096–1,3115, 1,3179–1,3187, 1,3369–1,3377, 1,3465–1,3480, 1,3588, 1,3671–1,3681, 1,3751–1,3763. Die Senkou-Span-B-Linie (1,3382) und die Kijun-sen-Linie (1,3516) können ebenfalls als Signalquellen dienen. Es wird empfohlen, den Stop-Loss auf Break-even nachzuziehen, sobald sich der Kurs 20 Pips in die gewünschte Richtung bewegt hat. Die Linien des Ichimoku-Indikators können sich im Tagesverlauf verschieben, was bei der Bestimmung von Handelssignalen berücksichtigt werden sollte.
Am Montag stehen weder im Vereinigten Königreich noch in den USA wichtige Ereignisse oder Konjunkturdaten auf dem Kalender, sodass sich die gesamte Aufmerksamkeit des Marktes auf die Verhandlungen zwischen Iran und den USA sowie auf die Rhetorik von Trump richten wird. Händler dürften heute ausschließlich auf geopolitische Entwicklungen reagieren.
Handelsempfehlungen:Heute können Händler Short-Positionen mit Ziel 1,3369–1,3377 in Betracht ziehen, falls sich der Kurs unterhalb der Zone 1,3465–1,3480 festsetzt. Long-Positionen können mit Kurszielen bei 1,3588 und 1,3671–1,3681 eröffnet werden, wenn der Kurs von der Zone 1,3465–1,3480 oder von der kritischen Linie nach oben abprallt.
Erläuterungen zu den Abbildungen:Unterstützungs- und Widerstandsniveaus – dicke rote Linien, in deren Bereich eine Bewegung auslaufen kann. Sie sind keine Quellen für Handelssignale.
Kijun-sen- und Senkou-Span-B-Linien – Linien des Ichimoku-Indikators, die aus dem 4-Stunden-Chart in den Stundenchart übertragen werden. Es handelt sich um starke Linien.
Extremniveaus – dünne rote Linien, von denen der Kurs zuvor bereits abgeprallt ist. Sie dienen als Quellen für Handelssignale.
Gelbe Linien – Trendlinien, Trendkanäle und sonstige technische Formationen.
Indikator 1 in den COT-Charts – die Größe der Netto-Position jeder Händlerkategorie.