Das Währungspaar EUR/USD handelte am Montag, insbesondere in der ersten Tageshälfte, trotz der geopolitischen Lage relativ ruhig. Diese Lage bleibt, es muss gesagt werden, von Berichten geprägt, die nicht auf ein baldiges Ende des Krieges im Nahen Osten hindeuten. In den vergangenen zwei Wochen haben die Märkte nach der Waffenruhe zwischen Iran und den USA wieder Hoffnung geschöpft. Allerdings war diese Waffenruhe von Anfang an nur als vorübergehend vereinbart worden. Vielleicht dachten viele Händler, große Dinge beginnen im Kleinen, und wenn die Parteien tatsächlich am Verhandlungstisch Platz genommen haben, werde am Ende auch ein Abkommen erzielt. Die Fakten erzählen jedoch eine ganz andere Geschichte.
Zunächst blieb die Straße von Hormus nach Trumps Erklärungen weniger als einen Tag lang offen. Dann stellte Teheran überrascht fest, dass die iranischen Häfen weiterhin von der US-Marine blockiert blieben, und führte seinerseits die Blockade wieder ein. Es ist unklar, wer in dieser Situation was nicht verstanden hat. Zunächst erklärte Teheran, man hebe die Blockade auf, weil Israel einem 10-tägigen Waffenstillstand mit dem Libanon zugestimmt habe. Später stellte sich jedoch heraus, dass Teheran auch mit einer Aufhebung der amerikanischen Blockade gerechnet hatte, obwohl dies zuvor nicht erwähnt worden war. Dies ist der erste Fall, in dem nicht mehr Trump leere Versprechen macht oder falsche Aussagen trifft, sondern Iran selbst nicht zu wissen scheint, was es will, was vereinbart wurde und unter welchen Bedingungen man weiter vorgehen will.
Den Händlern ist im Grunde allerdings egal, wer diesmal wen falsch verstanden hat. Die Straße von Hormus bleibt geschlossen, und die zweite Verhandlungsrunde, die zunächst für Samstag, dann für Sonntag und schließlich für Montag angesetzt war, hat nicht stattgefunden. Darüber hinaus hat die US-Flotte mehrere iranische Schiffe im Persischen Golf beschossen, und Iran wiederum mehrere ausländische Schiffe, die versucht hatten, den Golf zu verlassen. Was ist also das Ergebnis? Die Meerenge ist geschlossen, der Krieg geht weiter, Verhandlungen finden nicht statt, und die Welt beginnt ernsthaft nach alternativen Quellen für Öl- und Gaslieferungen zu suchen, ohne auf ein baldiges Ende des Konflikts im Nahen Osten zu hoffen.
Warum hat der US-Dollar am Montag also kein Wachstum gezeigt? In den vergangenen Wochen haben wir bereits darauf hingewiesen, dass der geopolitische Faktor ein Verfallsdatum hat. Es scheint, als läge das „Verfallsdatum“ des Konflikts im Nahen Osten bei ungefähr zwei Monaten. Zunächst hat der Markt also den Krieg an sich eingepreist, dann die vorübergehende Waffenruhe und inzwischen sämtliche Ereignisse. Natürlich kann sich die Lage in die eine oder andere Richtung verändern, doch wir sind der Ansicht, dass der Einfluss der Geopolitik von nun an deutlich geringer sein wird als zuvor. Selbst die Preise für Brent-Öl gaben am Montag leicht nach und reagierten weder auf das Scheitern der Verhandlungen noch auf die erneute Blockade der Straße von Hormus.
Aus technischer Sicht ist die Situation derzeit recht komplex. Einerseits hat der Dollar nach wie vor keinen anderen Grund für ein Wachstum als geopolitische Faktoren. Doch dieser geopolitische Faktor wird die Stimmung der Währungshändler aller Voraussicht nach nicht mehr so stark beeinflussen wie zuvor. Andererseits könnten neue Eskalationen des Konflikts immer noch ein oder zwei Runden mit Dollar-Stärke auslösen, und nach zwei Wochen Anstieg benötigt das Währungspaar EUR/USD eine Korrektur.
Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD in den letzten 5 Handelstagen beträgt zum 21. April 60 Pips und gilt damit als „durchschnittlich“. Wir erwarten, dass das Paar am Dienstag in einer Spanne zwischen 1,1725 und 1,1845 gehandelt wird. Der obere lineare Regressionkanal hat nach unten gedreht und signalisiert einen bärischen Trend. In der Realität kann sich jedoch der Aufwärtstrend des Jahres 2025 fortsetzen. Der CCI‑Indikator ist in den überkauften Bereich eingetreten und hat eine „bärische“ Divergenz ausgebildet, die auf eine bevorstehende Abwärtskorrektur hinweist. Eine „bullische“ Divergenz deutet auf eine Erneuerung des Aufwärtstrends hin.
Nächste Unterstützungsniveaus:S1 – 1,1780S2 – 1,1719S3 – 1,1658Nächste Widerstandsniveaus:R1 – 1,1841R2 – 1,1902R3 – 1,1963Handelsempfehlungen:Das Währungspaar EUR/USD setzt seine Aufwärtsbewegung vor dem Hintergrund eines nachlassenden geopolitischen Einflusses auf die Marktstimmung fort. Das globale fundamentale Umfeld für den Dollar bleibt äußerst negativ, sodass wir langfristig weiterhin mit einem Anstieg des Paares rechnen. Befindet sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, können auf technischer Basis Short‑Positionen mit Zielen bei 1,1658 und 1,1597 in Betracht gezogen werden. Oberhalb der gleitenden Durchschnittslinie sind Long‑Positionen mit Zielen bei 1,1841 und 1,1902 relevant. Der Markt entfernt sich allmählich vom geopolitischen Faktor, und der Dollar verliert seinen einzigen Wachstumstreiber.
Erläuterungen zu den Abbildungen:Lineare Regressionkanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in dieselbe Richtung zeigen, bedeutet dies, dass der Trend derzeit stark ist;
Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, geglättet) bestimmt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte;
Murray‑Levels sind Zielniveaus für Bewegungen und Korrekturen;
Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen auf Basis der aktuellen Volatilität den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar am nächsten Tag bewegen wird;
Der CCI‑Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) bzw. in den überkauften Bereich (über +250) weist darauf hin, dass eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung bevorstehen kann.